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DLV mit mehreren Medaillenchancen - Staffel ohne Ansah
Technik · 07.08.2026 16:08

DLV mit mehreren Medaillenchancen - Staffel ohne Ansah

Kurz: Das DLV-Team geht mit Ambitionen in die Leichtathletik-EM 2026. Während die 4x100-m-Staffel ohne Owen Ansah antritt, ruhen auf anderen Athleten Medaillenhoffnun

Ambitionen und Herausforderungen in Birmingham

Das deutsche Leichtathletik-Team reist mit einem Aufgebot von 115 Athletinnen und Athleten zur Europameisterschaft 2026 nach Birmingham. Die Erwartungen sind vielschichtig: Während einige Disziplinen auf eine gefestigte internationale Klasse bauen können, sorgen personelle Unwägbarkeiten und gesundheitliche Rückschläge für eine spannungsgeladene Ausgangslage. Frank Busemann sieht für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) durchaus Chancen auf Edelmetall, mahnt jedoch zur Konzentration auf die wesentlichen Abläufe.

Die Personalie Owen Ansah und die Folgen für die Staffel

Ein zentrales Thema im Vorfeld ist die Situation um den deutschen Rekordsprinter Owen Ansah. Nach einer verweigerten Dopingkontrolle, die der Athlet als unglückliche Verkettung von Umständen aufgrund kurzfristiger Reisepläne schildert, steht ein schwebendes Verfahren im Raum. Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) hat eine vierjährige Sperre vorgeschlagen, was Ansah nicht akzeptieren will.

Dies hat direkte Auswirkungen auf die 4x100-Meter-Staffel. Der DLV hat sich dazu entschieden, Ansah nicht einzusetzen, um das Team vor möglichen nachträglichen Konsequenzen bei einer negativen Entscheidung zu schützen. Für die Staffel bedeutet dies eine Umstellung, doch das Team, das bei den World Relays in Botswana mit einem Rekord glänzte, steht nun vor der Herausforderung, das Motto „Jetzt erst recht“ auf die Bahn zu bringen.

Sprint-Wettbewerbe: Zwischen Favoriten und Außenseiterchancen

Über 100 Meter der Männer gilt der Italiener Marcell Jacobs als Favorit, während das Feld der Verfolger eng beieinander liegt. Auf deutscher Seite muss Heiko Gussmann im Vorlauf überzeugen, um international bestehen zu können. Bei den Frauen ist die Situation durch die gesundheitlichen Probleme von Gina Lückenkemper, die zuletzt an einem Zeckenbiss laborierte, und den Aufstieg der neuen deutschen Meisterin Jolina Ernst geprägt. Während Lückenkemper und Rebekka Haase auf den Finaleinzug zielen, dominieren international Namen wie Amy Hunt, Ewa Swoboda und Géraldine di Tizio-Frey.

Auf der 200-Meter-Distanz führt kaum ein Weg an dem Briten Zharnel Hughes vorbei. Joshua Hartmann strebt nach einer schwächeren Vorsaison wieder in Richtung Halbfinale, während der junge Kameron Horton mit seiner College-Erfahrung auf eine Finalteilnahme hofft.

Langsprint und Hürden: Entwicklungspotenziale

Über 400 Meter scheint der Brite Matthew Hudson-Smith in einer eigenen Liga zu laufen. Jean Paul Bredau hat jedoch mit einer neuen Bestzeit von 44,72 Sekunden auf sich aufmerksam gemacht und strebt eine starke Leistung an. Bei den Frauen wird die junge Johanna Martin als Talent für die Zukunft gehandelt, auch wenn eine Medaille in Birmingham gegen die internationale Konkurrenz aus Norwegen, Tschechien und den Niederlanden noch in weiter Ferne liegt.

Im Hürdensprint der Frauen hat Franziska Schuster mit der Einstellung des Meisterschaftsrekords (12,69 Sekunden) ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Bei den Männern über 400 Meter Hürden gilt der Norweger Karsten Warholm als Favorit, doch die deutschen Athleten Emil Agyekum und Owe Fischer-Breiholz werden als ernsthafte Medaillenkandidaten gehandelt.

Staffel-Ambitionen und Mixed-Wettbewerbe

Die 4x400-Meter-Staffeln der Männer haben sich das Ziel Top 6 gesetzt, während das Frauenteam den Finaleinzug anstrebt. Eine Neuerung ist die Mixed-Staffel, in der Deutschland laut Meldeliste zwar stark aufgestellt ist, jedoch aufgrund der hohen Leistungsdichte der europäischen Konkurrenz eine Zeit unter 40 Sekunden als Richtwert für Edelmetall gilt. Der DLV verzichtet hingegen auf einen Start in der gemischten 4x400-Meter-Staffel, um die Ressourcen der Athleten bei dem kompakten Zeitplan der EM zu schonen.

Die kommenden Tage in Birmingham werden zeigen, wie die Athleten mit dem Druck umgehen. Für das deutsche Team gilt es, die Konzentration auf die eigenen Abläufe zu legen und die Chancen, die sich in den verschiedenen Disziplinen bieten, konsequent zu nutzen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/laptop-arbeiten-technologie-forschung-3912976/ · Foto: ThisIsEngineering
Quelle: https://www.sportschau.de/leichtathletik/em/dlv-mit-mehreren-medaillenchancen-staffel-ohne-ansah,la-em-2026-birmingham-orakel-sprint-100.html