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Digga, Schere, Du bist gut genug: Susanne Daubner verkündet Vorauswahl des Jugendwortes 2026
Kultur · 28.07.2026 15:59

Digga, Schere, Du bist gut genug: Susanne Daubner verkündet Vorauswahl des Jugendwortes 2026

Kurz: Susanne Daubner präsentiert die Top 10 für das Jugendwort des Jahres 2026. Zwischen Retro-Begriffen und Rap-Performance sorgt die Tagesschau-Sprecherin für Aufs

Ein vertrautes Ritual mit neuem Anstrich

Wenn die Tagesschau-Sprecherin Susanne Daubner vor die Kamera tritt, um die Kandidaten für das Jugendwort des Jahres zu verlesen, ist das längst mehr als eine bloße Nachrichtensendung. Was einst als sachliche Präsentation begann, hat sich zu einem jährlichen Social-Media-Ereignis gewandelt. Auch für das Jahr 2026 hat der Langenscheidt-Verlag die zehn Begriffe bekannt gegeben, die zur Wahl stehen – und Daubner sorgt mit ihrer Performance erneut für Gesprächsstoff.

Stillstand in der Jugendsprache?

Die diesjährige Auswahl des Verlags sorgt bei Beobachtern für Verwunderung. Auf der Liste finden sich Begriffe wie „Digga“ und „Macker“. Dass diese Wörter, die ihre Ursprünge in den Nullerjahren beziehungsweise den Siebzigerjahren haben, erneut als „jugendlich“ tituliert werden, wirft Fragen über die Dynamik der Sprachveränderung auf. Wenn die Sprache der jungen Generation kaum noch Differenzen zur Wortwahl ihrer Eltern oder Großeltern aufweist, stellt sich die Frage, wie es um den Wandel in anderen gesellschaftlichen Bereichen bestellt ist.

Susanne Daubner als Performance-Künstlerin

Die wohl größte Überraschung liegt in der Art und Weise, wie die 65-jährige Nachrichtensprecherin die Begriffe präsentiert. Hatte sie in den Vorjahren noch mit einer fast schon ironischen Sachlichkeit agiert, zeigt sie sich 2026 von einer neuen, fast schon raplastigen Seite. Sie nutzt ihre Stimme bewusst, variiert in der Tonlage und setzt mimische Akzente, die weit über das Nachrichtengeschäft hinausgehen.

Highlights der diesjährigen Präsentation

* **Ragebait:** Bei der Vorstellung dieses Begriffs für provozierende Inhalte agiert Daubner mit einer Attitüde, die an einen Rapper im Battle erinnert.

* **Schere:** Ein Begriff, der laut Langenscheidt das Eingeständnis eines Fehlers beschreibt. Daubner untermalt das Wort mit einer lässigen Körpersprache.

* **Du bist gut genug:** Als Ausdruck viraler Achtsamkeit, basierend auf einer Kollaboration von KitschKrieg, Shirin David und Blumengarten, wagt sich die Sprecherin hier in ungewohnt hohe Falsett-Bereiche.

Der Weg zum Jugendwort 2026

Die Auswahl der Begriffe basiert auf einer Vielzahl von Einsendungen, die der Langenscheidt-Verlag kuratiert. Neben den bereits genannten Wörtern findet sich auch „gute Käse“ – ein Ausdruck für die Anerkennung einer Leistung – in der Auswahl. Die Performance von Daubner, die mittlerweile eine eigene Dynamik zwischen Seriosität und jugendlicher Geheimniskrämerei entwickelt hat, verleiht dem Prozess eine zusätzliche Ebene der Unterhaltung.

Für die Öffentlichkeit bleibt nun die Spannung bis zum 28. August bestehen, wenn das offizielle Jugendwort des Jahres 2026 gekürt wird. Bis dahin bleibt die Debatte darüber, ob die Jugendsprache tatsächlich stagniert oder ob wir es hier mit einem kulturellen Phänomen zu tun haben, das Generationen auf unerwartete Weise verbindet.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/schwarz-und-weiss-schwarzweiss-fashion-mode-6068687/ · Foto: Tima Miroshnichenko
Quelle: https://www.spiegel.de/kultur/tv/digga-schere-du-bist-gut-genug-susanne-daubner-verkuendet-vorauswahl-des-jugendwortes-2026-a-66bbd887-8393-455a-8f7c-1baa06d77164#ref=rss