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Die Finals und der Sonderfall Leichtathletik: "Sehr schade"
Sport · 27.07.2026 13:54

Die Finals und der Sonderfall Leichtathletik: "Sehr schade"

Kurz: Die Finals 2027 in Stuttgart stehen an, doch die Leichtathletik bleibt ein Sonderfall. Warum die Infrastruktur zum Hindernis für ein gemeinsames Event wird.

Infrastruktur als Hürde für die Finals

Die Vorbereitungen für die Finals 2027 in Stuttgart laufen, doch ein bekanntes Problem begleitet die Multisport-Veranstaltung weiterhin: die Integration der Leichtathletik. Wie bereits bei der diesjährigen Ausgabe in Hannover lässt sich die größte Sommersportart nicht vollständig in das Programm der Gastgeberstadt einbinden. Grund dafür ist ein Mangel an geeigneten Stadien, die sowohl über eine Laufbahn verfügen als auch die notwendige Kapazität für ein solches Großereignis bieten.

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky unterstreicht, dass eine Zusammenführung aller Disziplinen an einem zentralen Ort das Idealziel bleibt. Dennoch zeigt die Realität in deutschen Großstädten, dass viele Standorte über keine Leichtathletik-Infrastruktur dieser Größenordnung mehr verfügen. Während die Finals 2025 in Dresden noch eine Ausnahme bildeten, bei der die räumlichen Gegebenheiten passten, bleibt die Ausgliederung für Stuttgart nun erneut die notwendige Konsequenz.

Die Bedeutung der Leichtathletik für das TV-Publikum

Der Stellenwert der Leichtathletik für die Finals ist unbestritten. Die Übertragungen in ARD und ZDF erzielen regelmäßig hohe Reichweiten; so verfolgten beispielsweise mehr als zwei Millionen Zuschauer die diesjährigen Meisterschaften in Bochum. Aufgrund dieser Popularität sind die öffentlich-rechtlichen Sender bestrebt, die Disziplinen fest in das Finals-Konzept zu integrieren.

In Hannover gelang dies in diesem Jahr lediglich beim Stabhochsprung. Die Athleten zeigten sich von der Kulisse vor der Oper begeistert. Die Nähe zum Publikum und die ausgelassene Stimmung wurden von den Sportlern als enormer Motivationsfaktor hervorgehoben. Auch Athleten, die an verschiedenen Orten antraten, betonen den Reiz des Multisport-Formats. Zehnkämpfer Amadeus Gräber berichtete beispielsweise, wie er in Hannover die Gelegenheit nutzte, andere Sportarten wie Beachvolleyball zu verfolgen, und bezeichnete den Rahmen der Finals als „total super“.

Suche nach einem Ausweichstandort

Für das kommende Jahr steht bereits fest, dass erneut eine Disziplin der Leichtathletik ausgelagert werden muss. Finals-Geschäftsführer Hagen Boßdorf deutete an, dass das Kugelstoßen aufgrund regionaler Bezüge – etwa durch die Olympiasiegerin Yemisi Mabry oder den Paralympics-Sieger Niko Kappel – ein Kandidat für eine separate Austragung sein könnte. Die Suche nach einem geeigneten Stadion gestaltet sich jedoch schwierig. Ein geplanter Abstecher nach Ulm scheiterte, da die dortigen Bauarbeiten am Stadion nicht rechtzeitig abgeschlossen werden können.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) steht nun vor der Aufgabe, einen passenden Austragungsort für den ausgegliederten Wettbewerb zu finden. Dabei werden verschiedene Optionen geprüft:

* **Bochum:** Eine Rückkehr in das Lohrheidestadion in Wattenscheid ist eine der in Betracht gezogenen Möglichkeiten.

* **Braunschweig:** Als ehemaliger Austragungsort der Titelkämpfe bleibt die Stadt im Gespräch.

* **Dresden:** Aufgrund der positiven Erfahrungen im Vorjahr ist auch eine erneute Stationierung in Sachsen denkbar.

Die Entscheidung über den Standort liegt beim DLV. Dass die Leichtathletik auch in Stuttgart nicht als geschlossene Einheit auftreten kann, bleibt aus Sicht der Beteiligten bedauerlich, da das Ziel einer zentralen Veranstaltung weiterhin als erstrebenswert gilt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/30115542/ · Foto: Ebenezer Idowu
Quelle: https://www.sportschau.de/die-finals/die-finals-2026,die-finals-2026-154.html