Intensiver Wettkampftag in Birmingham
Der zweite Tag der Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham präsentiert sich als arbeitsreicher Vormittag für die Athletinnen und Athleten. Auf dem Programm stehen zahlreiche Qualifikationsrunden und Halbfinals, die über den Einzug in die abendlichen Medaillenentscheidungen entscheiden. Während die Bedingungen auf der Bahn durch teils starken Gegenwind erschwert werden, kämpfen die deutschen Starter um den Verbleib im Turnier.
Sprinter kämpfen gegen den Wind
Über die 100 Meter der Männer prägen schwierige äußere Bedingungen das Geschehen. Der Hamburger Lucas Ansah-Peprah musste sich in seinem Vorlauf mit einem spürbaren Gegenwind auseinandersetzen. Trotz eines soliden Starts belegte er in 10,52 Sekunden den zweiten Platz hinter dem Türken Kayhan Özer. Da die Zeiten insgesamt unter den widrigen Windverhältnissen leiden, bleibt abzuwarten, wie sich die Konkurrenz in den weiteren Läufen schlägt.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf Owen Ansah. Der deutsche Rekordhalter, der in diesem Jahr bereits 9,98 Sekunden lief, steht aufgrund von Unklarheiten bei einem Dopingtest unter besonderer Beobachtung. Trotz der drohenden vierjährigen Sperre geht er als Medaillenkandidat an den Start, sofern er sich mental auf den Wettkampf fokussieren kann. Neben ihm und Ansah-Peprah vertritt Heiko Gussmann den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in dieser Disziplin.
Diskuswurf: Zitterpartie für deutsche Werfer
Im Diskuswurf der Männer gestaltete sich die Qualifikation für das deutsche Team schwierig. Steven Richter, der mit einer starken Saisonbestleistung angereist war, konnte in der ersten Gruppe nicht an seine gewohnte Form anknüpfen. Mit 62,02 Metern blieb er hinter den Erwartungen zurück, was seine Chancen auf einen Finaleinzug vor der stärkeren zweiten Gruppe minimiert. Auch andere internationale Favoriten hatten mit der geforderten Weite von 66 Metern zu kämpfen, da der Diskus unter den Bedingungen im Stadion nicht die erhoffte Flugkurve erreichte.
Eileen Demes scheidet über 400 Meter Hürden aus
Für Eileen Demes endete das Halbfinale über 400 Meter Hürden mit einer Enttäuschung. Zwar lief die deutsche Meisterin mit 54,63 Sekunden eine Saisonbestleistung, doch reichte diese Zeit nicht für den Einzug in das Finale. In einem schnellen Rennen, das von der Belgierin Paulien Couckuyt dominiert wurde, musste sich Demes als Neunte geschlagen geben. Die Favoritenrolle in dieser Disziplin scheint derweil die Slowakin Emma Zapletalova innezuhaben, die nach ihrem Erfolg bei der WM im Vorjahr als Goldanwärterin gilt.
Hochsprung: Wendrich im Soll
Im Hochsprung der Männer verlief der Vormittag für den Soester Falk Wendrich erfolgreich. Der 31-Jährige, der seine Premiere bei einer Freiluft-EM feiert, überquerte die Einstiegshöhe von 2,10 Metern sowie die darauf folgenden 2,15 Meter souverän. Damit hält er sich im Rennen um das Finale, während der Ukrainer Roman Petruk überraschend früh ausschied. Die Konkurrenz in dieser Disziplin ist eng beieinander, wobei der Ukrainer Oleh Doroschtschuk und der italienische Titelverteidiger Gianmarco Tamberi zu den beobachteten Athleten zählen.
Ausblick auf die Abend-Session
Nach den Vorentscheidungen am Vormittag liegt der Fokus auf den abendlichen Finalwettbewerben. Ab 20:10 Uhr beginnen die Entscheidungen im Hammerwurf, gefolgt von den 5000 Metern der Frauen, dem Weitsprung der Männer sowie den Hürden-Finals. Die deutschen Fans hoffen dabei auf weitere starke Leistungen der DLV-Athleten, die sich in den Vorläufen für die Medaillenläufe qualifizieren konnten.