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Die Bayern-Jäger - die keine sein wollen
Sport · 25.08.2026 18:45

Die Bayern-Jäger - die keine sein wollen

Kurz: Die Bundesliga startet in eine neue Saison. Doch wer kann den FC Bayern wirklich herausfordern? Ein Blick auf die Ambitionen von Leverkusen, Leipzig und Dortmun

Ein neuer Anlauf der Verfolger

Die Bundesliga steht kurz vor dem Beginn einer weiteren Spielzeit, und wie so oft in den vergangenen Jahren richtet sich der Blick der Fußballwelt auf den FC Bayern München. Die Münchner gelten auch in der Saison 2026/27 als das Maß aller Dinge im deutschen Profifußball. Nachdem der Rekordmeister bereits den ersten Titel der laufenden Saison, den Supercup, für sich entscheiden konnte, stellt sich erneut die drängende Frage nach der Konkurrenz. In den letzten mehr als zehn Spielzeiten gelang es lediglich Bayer 04 Leverkusen, die Dominanz der Bayern zu durchbrechen. Dennoch gibt es mit Leverkusen, RB Leipzig und Borussia Dortmund drei Vereine, die theoretisch das Potenzial besitzen, den 34-fachen Meister vom Thron zu stoßen. Der oft zitierte Satz, dass man bereitstehen müsse, wenn die Bayern schwächeln, ist längst Teil des deutschen Fußball-Sprachgebrauchs geworden. Doch die Praxis zeigt, wie selten sich diese Gelegenheit tatsächlich bietet. Die kommende Saison wird zeigen, ob einer der drei genannten Klubs in der Lage ist, den Status quo nachhaltig zu erschüttern oder ob die Bayern ihre Vormachtstellung erneut mühelos behaupten werden.

Die Strategien der Herausforderer

Die personellen Voraussetzungen bei den drei potenziellen Jägern sind unterschiedlich. Bayer 04 Leverkusen setzt unter dem neuen Trainer Carles Martinez, der vom FC Toulouse kam, auf eine Philosophie des Ballbesitzes und offensiven Fußballs. Der 42-Jährige möchte, dass die Gegner die Größe des Vereins spüren. Sportchef Simon Rolfes verfolgt dabei den Ansatz, ein funktionierendes Team zu formen, auch wenn ein herausragender Star wie einst Florian Wirtz im aktuellen Kader fehlt. Die Bilanz der Kaderveränderungen weist zum Stichtag 24. August 2026 zwölf Abgänge und 17 Zugänge auf. Bei RB Leipzig dominiert der Verkauf von Yan Diamonde für mindestens 125 Millionen Euro an Real Madrid die Schlagzeilen. Trainer Martin Demichelis zeigt sich mit dem aktuellen Kader zufrieden, wenngleich der Ersatz für Diamonde noch aussteht. Die Leipziger verzeichnen zwölf Abgänge und 15 Zugänge. Borussia Dortmund hat derweil über 100 Millionen Euro in junge Talente wie Konstantinos Karetsas, Giannis Konstantelias, Joey Veerman und Joane Gadou investiert. Sportdirektor Ole Book betont den Gewinn an Frische und Kreativität, während Trainer Niko Kovac die Aufgabe hat, diese neuen Akteure in ein stabiles System einzubinden.

Der Weg zur aktuellen Ausgangslage

Die Historie der vergangenen Jahre ist geprägt von der erdrückenden Überlegenheit des FC Bayern München. Dass Bayer 04 Leverkusen in der Saison 2023/24 die Phalanx der Münchner durchbrechen konnte, war eine Ausnahmeerscheinung, die den Verein nachhaltig geprägt hat. Geschäftsführer Fernando Carro formulierte bereits im März das Ziel, eine neue Meistermannschaft aufzubauen, um die Bayern in den kommenden Jahren wieder regelmäßig unter Druck setzen zu können. Nach einem sogenannten Übergangsjahr laufen nun die Vorbereitungen auf Hochtouren, um an die Erfolge der Titelsaison anzuknüpfen. RB Leipzig hingegen verfolgt eine langfristige Strategie, um sich als Top-vier-Klub in Deutschland und künftig als Top-10-Klub in Europa zu etablieren. Geschäftsführerin Tatjana Haenni unterstreicht die hohen Ambitionen des Vereins. Borussia Dortmund wiederum versucht, nach einer Phase der sportlichen Neuorientierung unter Niko Kovac wieder zu jener defensiven Disziplin und Leistungsbereitschaft zurückzufinden, die den Verein in der Vergangenheit stark gemacht hat. Die jüngsten Testspiele und der Supercup gegen die Bayern dienten dabei als erste Gradmesser für die neue Ausrichtung.

Akteure und Entscheidungsträger

Die Geschicke der Vereine werden von einer Reihe prominenter Funktionäre und Trainer gelenkt. Bei Bayer 04 Leverkusen sind es Geschäftsführer Fernando Carro und Sportchef Simon Rolfes, die die sportliche Marschrichtung vorgeben. Der neue Trainer Carles Martinez trägt die Verantwortung für die taktische Ausrichtung auf dem Platz. In Leipzig liegt der Fokus auf der Arbeit von Geschäftsführerin Tatjana Haenni und Trainer Martin Demichelis, der nach dem 6:0-Erfolg im DFB-Pokal gegen Eintracht Trier vor allem die Geschlossenheit des Kaders lobte. Bei Borussia Dortmund ist Sportdirektor Ole Book für die Kaderplanung verantwortlich, während Trainer Niko Kovac die schwierige Aufgabe hat, die jungen Neuzugänge in das bestehende Gefüge zu integrieren. Diese Personen stehen stellvertretend für die Ambitionen ihrer jeweiligen Klubs. Sie alle müssen den Spagat bewältigen zwischen dem Wunsch, den FC Bayern München herauszufordern, und der Notwendigkeit, eine realistische sportliche Planung für die gesamte Saison zu verfolgen, in der die Qualifikation für die Champions League für alle drei Vereine das primäre wirtschaftliche und sportliche Ziel darstellt.

Einordnung der Erfolgsaussichten

Einzuordnen ist die Situation der sogenannten Bayern-Jäger als ein schwieriges Unterfangen. Den Berichten zufolge ist die Meisterschaft für Bayer 04 Leverkusen nur dann realistisch, wenn in der laufenden Spielzeit tatsächlich alle Faktoren optimal ineinandergreifen. Auch bei RB Leipzig wird die Meisterschaft als eher unwahrscheinlich eingeschätzt, da der Fokus primär auf der Konstanz als Top-vier-Team liegt. Borussia Dortmund steht vor der Herausforderung, die Unerfahrenheit der jungen Neuzugänge durch die taktische Disziplin von Niko Kovac auszugleichen. Es bleibt fraglich, ob diese Mischung aus Jugendlichkeit und Grundlagenarbeit ausreicht, um über eine gesamte Saison hinweg gegen die Konstanz des FC Bayern München zu bestehen. Die Supercup-Partie des BVB gegen die Bayern, bei der eine schwache erste Hälfte auf eine hoffnungsvollere zweite folgte, verdeutlicht die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Vereine zwar ambitioniert sind, ihr oberstes Ziel jedoch meist die gesicherte Teilnahme an der Champions League bleibt, da die Lücke zum Rekordmeister in der Breite des Kaders weiterhin als signifikant wahrgenommen wird.

Offene Fragen zur Saisonentwicklung

Der aktuelle Stand der Vorbereitungen lässt einige zentrale Fragen unbeantwortet. So bleibt unklar, ob RB Leipzig den Abgang von Yan Diamonde noch vor Schließung des Transferfensters am 1. September um 20 Uhr kompensieren wird, da Trainer Demichelis diesbezüglich keine konkreten Angaben machte. Ebenso ist offen, ob die jungen Talente des BVB die notwendige Konstanz für eine gesamte Spielzeit aufbringen können, um den Druck auf die Bayern aufrechtzuerhalten. Auch die taktische Anpassung des neuen Leverkusener Trainers Carles Martinez an die spezifischen Anforderungen der Bundesliga bleibt abzuwarten, da er erst kürzlich vom FC Toulouse zum Werksklub stieß. Zudem ist nicht geklärt, wie sich die Doppelbelastung durch die Champions League auf die Kaderbreite der Herausforderer auswirken wird, sollte der Saisonverlauf für die Teams positiv verlaufen. Schließlich bleibt die Frage, ob der FC Bayern München selbst in der Lage sein wird, sein hohes Niveau aus der Vorsaison zu halten oder ob es tatsächlich zu einer Schwächephase kommt, die von den Verfolgern genutzt werden könnte. Diese Unsicherheiten prägen den Start in die neue Bundesligaspielzeit maßgeblich.

Ausblick auf die kommenden Wochen

Die unmittelbare Zukunft der Bundesliga ist durch den offiziellen Saisonstart und die damit verbundenen sportlichen Herausforderungen definiert. Ein wichtiger Termin ist der 1. September um 20 Uhr, wenn das Transferfenster schließt und die Kader der Vereine ihre endgültige Form für die Hinrunde erhalten. Bis dahin bleibt abzuwarten, ob RB Leipzig noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv wird, um den Abgang von Diamonde auszugleichen. Auf dem Platz geht es Schlag auf Schlag weiter: Die Sportschau überträgt am Freitag, den 28. August 2026, ab 23:10 Uhr das Spiel zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart. Dieses Spiel wird ein erster Indikator dafür sein, wie sich die Kräfteverhältnisse zu Saisonbeginn tatsächlich darstellen. Für die Vereine wie Leverkusen, Leipzig und Dortmund geht es in den kommenden Wochen darum, in der Liga Fuß zu fassen und die neuen Spieler in die jeweiligen Systeme zu integrieren. Die sportliche Leitung wird die ersten Spieltage genau analysieren, um notwendige Korrekturen vorzunehmen, bevor die Belastung durch internationale Wettbewerbe weiter zunimmt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/moderne-architektur-der-allianz-arena-in-munchen-37986437/ · Foto: Omar Ramadan
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/bundesliga/die-bayern-jaeger-die-keine-sein-wollen,bundesliga-bayern-jaeger-100.html