Ein Neuanfang für den deutschen Fußball
Nach dem Abschied von Julian Nagelsmann hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seine wichtigste Personalfrage geklärt: Jürgen Klopp übernimmt ab dem 15. August 2026 das Amt des Bundestrainers. Der 59-Jährige, der als erklärter Wunschkandidat des Verbandes galt, hat einen Vertrag bis zum Jahr 2030 unterzeichnet. Die offizielle Vorstellung fand am Frankfurter DFB-Campus statt, wo der Verband den Beginn einer neuen Ära markierte.
Ein Stab für den Umbruch
Klopp tritt seine neue Aufgabe nicht allein an. Der DFB bestätigte ein erfahrenes Team an seiner Seite: Die Co-Trainer Pepijn Lijnders, Peter Krawietz und Sven Bender werden den neuen Bundestrainer unterstützen. Eine Besonderheit stellt die Rolle von Marc Kosicke dar, dem langjährigen Berater Klopps. Er wird als „Co-Trainer für Strategie, Entwicklung und Innovation“ fungieren. Klopp betonte bei seiner Vorstellung die Notwendigkeit, grundlegende Strukturen zu hinterfragen und „jeden Stein umzuholen“.
Die Einigung mit Red Bull
Der Weg für die Verpflichtung war aufgrund Klopps bisheriger Tätigkeit als „Head of Global Soccer“ beim Konzern Red Bull nicht unmittelbar frei. Um den Wechsel zu ermöglichen, einigte sich der DFB mit dem Unternehmen auf eine Ablösesumme in Höhe von einer Million Euro, die an eine Stiftung des Konzerns fließt. Zudem wurde vereinbart, dass bis 2030 drei Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft in Leipzig ausgetragen werden. DFB-Präsident Bernd Neuendorf bedankte sich öffentlich für die Freigabe.
Verstärkung in der Führungsebene
Neben der Verpflichtung von Klopp gab der DFB eine weitere strategische Personalentscheidung bekannt: Der Weltmeister von 2014, Per Mertesacker, wird ab dem 1. Januar 2027 als Geschäftsführer Sport für den Verband tätig sein. Diese Personalie soll langfristig Stabilität und sportliche Kompetenz in die Führungsebene bringen.
Ziele und Erwartungen
Klopp sprach bei seiner Vorstellung von „Demut und Geduld“, die für die kommenden Aufgaben notwendig seien. Sein Ziel ist es, eine Mannschaft zu formen, die durch Kampfgeist und Spielfreude überzeugt und hinter der sich die Fans wieder geschlossen versammeln können. Die Erwartungshaltung ist hoch: Der viermalige Weltmeister Deutschland soll unter seiner Führung den Anschluss an die absolute Weltspitze zurückgewinnen.
Der Weg zurück an die Seitenlinie
Für Klopp ist es die Rückkehr in den Trainerberuf nach seinem Abschied vom FC Liverpool im Sommer 2024. Seine bisherige Laufbahn ist von großen Erfolgen geprägt: Vom Aufstieg mit Mainz 05 über die Meisterschaften und Pokalsiege mit Borussia Dortmund bis hin zu acht Titeln in neun Jahren beim FC Liverpool. Nun steht die Herausforderung an, eine Fußballnation, die zuletzt in der Krise steckte, neu auszurichten.
Die ersten Schritte im Herbst
Der Zeitplan für den neuen Bundestrainer ist bereits konkret. Das Debüt findet am 24. September 2026 in der Nations League gegen die Niederlande in Amsterdam statt. Es folgt eine intensive Phase mit drei weiteren Partien innerhalb kurzer Zeit:
* 27. September: Deutschland gegen Griechenland (Augsburg)
* 1. Oktober: Deutschland gegen Serbien (München)
* 4. Oktober: Griechenland gegen Deutschland (Auswärtsspiel)
Diese Spiele werden erste Anhaltspunkte dafür liefern, wie schnell Klopp seine „klare Fußball-Idee“ auf die Mannschaft übertragen kann.