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Deutsche Volleyballerinnen nach EM-Thriller gegen Belgien im Viertelfinale
Sport · 01.09.2026 18:02

Deutsche Volleyballerinnen nach EM-Thriller gegen Belgien im Viertelfinale

Kurz: Die deutschen Volleyballerinnen haben bei der EM in Istanbul das Viertelfinale erreicht. Nach einem Nervenkrimi gegen Belgien steht das Team unter den besten Ac

Ein hart erkämpfter Erfolg in Istanbul

Die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen hat bei der Europameisterschaft ein bedeutendes Etappenziel erreicht. In einem nervenaufreibenden Achtelfinale, das am Dienstag in Istanbul ausgetragen wurde, setzte sich die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) gegen die Mannschaft aus Belgien durch. Der Sieg in fünf Sätzen war das Ergebnis einer intensiven Partie, die den Zuschauerinnen und Zuschauern sowie den Beteiligten alles abverlangte. Mit einem Endergebnis von 3:2 (20:25, 25:21, 25:20, 25:27, 15:8) sicherte sich das Team um Bundestrainer Giulio Bregoli den Einzug in das Viertelfinale. Dieser Erfolg markiert einen historischen Moment für das deutsche Team, da es das erste Mal seit sieben Jahren ist, dass eine deutsche Frauen-Nationalmannschaft bei einem kontinentalen Championat wieder den Sprung unter die besten acht Teams geschafft hat. Der Weg dorthin war jedoch alles andere als ein Spaziergang, da die Belgierinnen als ungeschlagene Gruppensiegerinnen der Gruppe C in das Turnier gestartet waren und sich als äußerst widerstandsfähiger Gegner erwiesen, der dem deutschen Team über die gesamte Distanz des Spiels hinweg Paroli bot.

Die Dynamik des Spielverlaufs in Zahlen

Der Spielverlauf gestaltete sich äußerst wechselhaft und spiegelte die hohe Intensität der Begegnung wider. Nach einem schwierigen Start in den ersten Satz, in dem das deutsche Team schnell mit 1:5 in Rückstand geriet und Bundestrainer Bregoli früh zu einer Auszeit gezwungen war, ging der erste Durchgang mit 20:25 an Belgien. Doch das deutsche Team bewies Moral und fand im zweiten Satz besser in die Spur, was zu einem 25:21-Erfolg führte. Auch im dritten Satz behielt Deutschland die Oberhand und gewann diesen mit 25:20. Der vierte Satz entwickelte sich zu einer Zitterpartie, in der Deutschland einen Sechs-Punkte-Rückstand aufholte, den Satz jedoch knapp mit 25:27 abgeben musste. Die Entscheidung fiel somit im Tie-Break. Hier zeigte sich die Nervenstärke der deutschen Mannschaft besonders deutlich. Monique Strubbe sorgte mit einem Ass für eine wichtige Führung, und durch ihre weiteren Aufschläge konnte ein entscheidendes Punktepolster aufgebaut werden. Den Schlusspunkt unter diesen Krimi setzte schließlich Leana Grozer, die mit insgesamt 28 Punkten als herausragende Topscorerin des Tages glänzte und den entscheidenden Matchball verwandelte.

Der Weg zum Minimalziel und die Vorgeschichte

Die Ausgangslage vor diesem Achtelfinale war für die deutsche Mannschaft durchaus anspruchsvoll. Nach einer Vorrunde, die das Team lediglich auf dem vierten Platz abgeschlossen hatte, war der Druck groß. Diagonalangreiferin Emilia Weske hatte bereits nach der Gruppenphase betont, dass das Erreichen des Viertelfinals das erklärte Minimalziel der Mannschaft sei. Die Vorbereitung auf das Duell gegen Belgien war geprägt von Respekt vor der Stärke des Gegners, der in der Vorrunde sogar die Niederlande hinter sich gelassen hatte. Zwar hatte das DVV-Team im Sommer ein Aufeinandertreffen in der Nations League mit 3:0 für sich entschieden, doch Co-Kapitänin Lina Alsmeier hatte im Vorfeld mahnende Worte gefunden. Die 26-Jährige betonte, dass man Belgien zwar kenne, es sich aber um eine völlig neue Situation und eine andere Ausgangslage handele. Diese Einschätzung erwies sich als absolut korrekt, da die Belgierinnen auf dem Parkett in Istanbul eine deutlich stärkere Gegenwehr leisteten, als es das Ergebnis aus der Nations League vermuten ließ.

Die Akteure im Fokus

Die Leistung des deutschen Teams war von einer geschlossenen Mannschaftsleistung geprägt, bei der jedoch einige Akteurinnen besonders hervorstachen. Bundestrainer Giulio Bregoli agierte taktisch flexibel, etwa durch die Einwechslung der Zuspielerin Hannah Kohn, die maßgeblich dazu beitrug, dass Emilia Weske im Angriff besser in Szene gesetzt werden konnte. Auch Camilla Weitzel, die als Co-Kapitänin fungiert, setzte sowohl am Netz als auch bei ihren Aufschlägen wichtige Akzente, die dem Team in schwierigen Phasen halfen, den Anschluss nicht zu verlieren. Leana Grozer nahm als Außenangreiferin eine zentrale Rolle ein; ihre 28 Punkte unterstreichen ihre Bedeutung für das Offensivspiel der Deutschen. Nach dem Spiel zeigte sich die Matchwinnerin sichtlich bewegt und beschrieb die Partie als ein "verrücktes Spiel". Sie hob hervor, dass es wichtig gewesen sei, trotz der vielen Höhen und Tiefen im Spielverlauf den Glauben an die eigene Stärke nicht zu verlieren und gemeinsam als Einheit zu kämpfen.

Einordnung der Leistung und sportliche Bedeutung

Einzuordnen ist das Erreichen des Viertelfinals als wichtiger Meilenstein für den deutschen Volleyball. Nach sieben Jahren der Abwesenheit in der Runde der letzten acht bei Europameisterschaften bedeutet dieser Erfolg eine deutliche Aufwertung des aktuellen Kaders. Den Berichten zufolge war die Mannschaft nach einer durchwachsenen Gruppenphase stark unter Zugzwang geraten. Dass sie gegen einen ungeschlagenen Gruppensieger wie Belgien bestehen konnte, spricht für die mentale Stabilität des Teams unter Druck. Die Schwankungen im Spiel, insbesondere der zwischenzeitliche Rückstand im vierten Satz, zeigen jedoch auch, dass das Team noch nicht über die volle Spielzeit hinweg eine konstante Leistung abrufen kann. Dennoch ist der Sieg gegen Belgien ein Beleg für die taktische Arbeit von Giulio Bregoli und die individuelle Klasse von Spielerinnen wie Grozer, die in der Lage sind, in entscheidenden Momenten das Heft in die Hand zu nehmen. Die psychologische Hürde des Viertelfinals ist nun genommen, was für die weitere Entwicklung der Mannschaft von großer Bedeutung ist.

Offene Fragen und der Blick nach vorne

Obwohl der Einzug in das Viertelfinale feststeht, bleiben einige Fragen für den weiteren Turnierverlauf offen. So ist beispielsweise noch nicht abschließend geklärt, wie sich das Team gegen noch stärkere Gegner präsentieren wird, sollte die Konstanz in den Sätzen nicht weiter verbessert werden. Auch die personelle Belastung nach einem solch kräftezehrenden Fünfsatzspiel könnte eine Rolle spielen. Die größte Ungewissheit betrifft jedoch den nächsten Gegner. Am Donnerstag findet das Viertelfinale erneut in Istanbul statt. Es besteht die reale Möglichkeit eines schnellen Wiedersehens mit dem Gastgeber Türkei. Die Türkei, die als Mitfavorit auf den Titel gilt, hatte Deutschland in der Gruppenphase bereits mit 3:1 besiegt. Ob es zu diesem Duell kommt, hängt vom Ausgang des Achtelfinalspiels zwischen der Türkei und Aserbaidschan ab, das für Dienstagabend angesetzt ist. Die deutsche Mannschaft muss sich nun auf diesen nächsten Gegner vorbereiten, wobei die kurze Regenerationszeit bis Donnerstag eine zentrale Herausforderung für das gesamte Team und den Trainerstab darstellen wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-wahrzeichen-gebaude-mauer-17108341/ · Foto: Radwan Menzer
Quelle: https://www.sportschau.de/volleyball/deutsche-volleyballerinnen-nach-em-thriller-im-viertelfinale,volleyball-em-deutschland-belgien-102.html