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„Daily Mail“ will 34 Millionen: Prinz Harry soll für verlorene Klage zahlen
Technik · 30.07.2026 12:39

„Daily Mail“ will 34 Millionen: Prinz Harry soll für verlorene Klage zahlen

Kurz: Die gescheiterte Klage gegen die „Daily Mail“ wird für Prinz Harry und seine Mitstreiter zum finanziellen Fiasko. Der Verlag fordert nun Millionenbeträge ein.

Ein kostspieliges juristisches Nachspiel

Die juristische Auseinandersetzung zwischen Prinz Harry sowie weiteren prominenten Klägern und dem Verlagshaus Associated Newspapers erreicht eine neue, für die Kläger äußerst belastende Phase. Nachdem die Klage gegen die „Daily Mail“ wegen angeblicher illegaler Praktiken wie Telefon-Hacking und rechtswidriger Beschattungen vor dem Londoner High Court gescheitert ist, fordert der Verlag nun die Erstattung der entstandenen Prozesskosten. Wie das Unternehmen dem Gericht mitteilte, belaufen sich diese auf mehr als 34 Millionen Pfund, was umgerechnet über 40 Millionen Euro entspricht.

Die finanzielle Dimension übersteigt die vorhandene Absicherung der Klägergruppe, zu der neben dem Prinzen unter anderem Elton John, Elizabeth Hurley und Lady Lawrence gehören, erheblich. Laut Angaben gegenüber dem Gericht waren die Beteiligten lediglich mit einer Summe von 16,2 Millionen Pfund rechtsschutzversichert. Besonders kritisch ist die Forderung des Verlags, dass zehn Millionen Pfund bereits innerhalb einer Frist von zwei Wochen beglichen werden sollen.

Mangelnde Beweiskraft und Glaubwürdigkeitsprobleme

Richter Matthew Nicklin wies die Klage Anfang Juli in einer umfangreichen Urteilsbegründung als unbegründet zurück. Die Kläger konnten für ihre Vorwürfe, die sich auf 55 Zeitungsartikel aus dem Zeitraum zwischen 1997 und 2015 stützten, keine stichhaltigen Beweise erbringen. Während der 46 Prozesstage offenbarte sich zudem eine Diskrepanz zwischen den Anschuldigungen und der Realität.

Besonders die Aussagen von Prinz Harry im Zeugenstand erwiesen sich als problematisch. Der Richter stellte fest, dass der Prinz dazu neigte, in Spekulationen zu verfallen. Zudem untergruben Widersprüche seine Glaubwürdigkeit: Während er beteuerte, nie freundschaftliche Kontakte zu Journalisten gepflegt zu haben, kamen Belege für einen privaten Austausch mit einer Klatschreporterin ans Licht. Auch bei anderen Details, etwa zu einem Besuch beim Karneval, widersprachen seine Zeugenaussagen den Schilderungen in seinem eigenen Buch. In einem Fall basierte ein Vorwurf der Kläger zudem auf einer schlichten Namensverwechslung.

Kontrast zur Wahrnehmung der Pressevertreter

Im Gegensatz zu den Klägern hinterließen die Vertreter der „Daily Mail“ einen positiven Eindruck bei Gericht. Richter Nicklin lobte die Offenheit und Ehrlichkeit der befragten Journalisten. Paul Dacre, der langjährige Chefredakteur von Associated Newspapers, wurde als aufrichtig und entschlossen beschrieben. Für den Verlag stellt das Urteil einen bedeutenden Erfolg für die Pressefreiheit dar.

Ein Rückschlag im Kampf gegen die Boulevardmedien

Für Prinz Harry markiert dieses Urteil eine Zäsur in seinem langjährigen Engagement gegen die britische Boulevardpresse. In früheren Verfahren war er durchaus erfolgreich: So zahlte der „Mirror“ nach einem eingestandenen Hacking-Skandal eine Entschädigung, und auch der Verlag der „Sun“ einigte sich in einem anderen Fall außergerichtlich auf eine erhebliche Summe. Bei der „Daily Mail“ jedoch blieb der Erfolg aus.

Die Reaktion der Kläger auf den Richterspruch fiel scharf aus. Prinz Harry bezeichnete das Urteil als „Persilschein“ für die Zeitung, während andere Kläger die Entscheidung als unverständlich kritisierten. Diese öffentliche Kritik am Gericht könnte sich bei der endgültigen Entscheidung über die Kostenverteilung als nachteilig erweisen, da das Gericht noch festlegen muss, in welchem Umfang die Kläger für die Forderungen aufkommen müssen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/beschneiden-sie-nicht-erkennbare-person-die-auf-laptop-tastatur-tippt-5926373/ · Foto: Sora Shimazaki
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/daily-mail-fordert-von-prinz-harry-und-anderen-34-millionen-pfund-accg-201079933.html