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Constantin Films: »Die Päpstin«-Serie offenbar kurz vor Drehbeginn gestoppt
Kultur · 19.08.2026 13:20

Constantin Films: »Die Päpstin«-Serie offenbar kurz vor Drehbeginn gestoppt

Kurz: Die geplante Serienadaption von »Die Päpstin« wurde kurz vor Drehstart gestoppt. Constantin Film nennt Budget- und Besetzungsfragen als Gründe für das Aus.

Ein ambitioniertes Projekt vor dem Aus

Das als eines der bedeutendsten deutschen Film- und Fernsehvorhaben des laufenden Jahres geplante Projekt zur Neuverfilmung des Stoffes »Die Päpstin« steht vor einem abrupten Ende. Wie die Produktionsfirma Constantin Film offiziell bestätigte, wurden die Vorbereitungen für die Serienadaption kurz vor dem geplanten Drehbeginn abgebrochen. Das Vorhaben, das auf der bekannten Legende der mittelalterlichen Päpstin Johanna basiert, sollte im Oktober dieses Jahres in die aktive Produktionsphase übergehen. Doch daraus wird nun nichts: Die gesamte Maschinerie, die bereits für den Start im Herbst in Stellung gebracht wurde, kommt zum Stillstand. Diese Entscheidung markiert einen herben Rückschlag für das Münchner Unternehmen, das mit der Serie hohe Erwartungen verknüpft hatte. Die Nachricht über den plötzlichen Stopp verbreitete sich am 19. August 2026, nachdem die Produktionsfirma die Einstellung der Arbeiten gegenüber der Öffentlichkeit und Medienvertretern bestätigt hatte. Die Nachricht schlug in der Branche hohe Wellen, da das Projekt als Aushängeschild der diesjährigen deutschen Medienlandschaft galt.

Die Details zum abrupten Produktionsstopp

Die Hintergründe der Entscheidung sind komplex, wie die Pressesprecherin von Constantin Film, Katja Wirz, gegenüber dem Nachrichtenmagazin Spiegel erläuterte. Offiziell begründete Wirz den Abbruch mit einer Reihe von offenen Themen, die sich auf die Besetzung des Ensembles sowie auf die Budgetplanung bezogen. Trotz intensiver Bemühungen konnten diese kritischen Punkte in der verbleibenden Zeit bis zum geplanten Drehstart im Oktober nicht zufriedenstellend geklärt werden. Zuvor hatte bereits die Tageszeitung »Welt« über den Sachverhalt berichtet und dabei den kurzfristigen Ausstieg eines ausländischen Finanzierungspartners als wesentlichen Grund für die Krise angeführt. Die finanziellen Dimensionen des Projekts waren beachtlich: Mit einem veranschlagten Budget von rund 20 Millionen Euro zählte die Serie zu den kostspieligsten und aufwendigsten Produktionen, die in diesem Jahr in Deutschland initiiert wurden. Die Dreharbeiten sollten ursprünglich in der fränkischen Hohenzollernfestung Würzburg stattfinden, wo bereits umfangreiche Kulissen und Produktionsstrukturen errichtet worden waren. Diese müssen nun unter hohem Aufwand wieder demontiert und eingelagert werden.

Ein Rückblick auf die Entstehungsgeschichte

Die Geschichte der Päpstin Johanna, die auf dem 1996 erschienenen Bestsellerroman von Donna Woolfolk Cross beruht, ist für Constantin Film kein unbeschriebenes Blatt. Bereits im Jahr 2009 brachte das Unternehmen den Stoff erfolgreich in die deutschen Kinos, wobei die ARD ebenfalls als Koproduzent fungierte und Johanna Wokalek die Titelrolle übernahm. Die nun gestoppte Neuverfilmung als Serie wurde im Januar 2025 offiziell angekündigt und sollte an diesen historischen Erfolg anknüpfen. Als treibende Kraft hinter dem Projekt fungiert der neue Chef von Constantin Film, Oliver Berben, der die Nachfolge von Martin Moszkowicz angetreten hat. Die Besetzung der Hauptrolle war bereits mit Jella Haase geklärt, die durch ihre Rollen in »Fack ju Göhte« und der Serie »Kleo« einem breiten Publikum bekannt ist. Die Erwartungen an die Serie waren hoch, da sie nicht nur eine literarische Vorlage adaptieren, sondern auch als groß angelegtes deutsches Fernsehprojekt die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandortes unterstreichen sollte. Die Einbindung der ARD als Partner unterstrich den Stellenwert des Vorhabens innerhalb der öffentlich-rechtlichen Programmlandschaft.

Die Akteure und ihre Rollen im Prozess

In den Prozess sind verschiedene Akteure involviert, deren Zusammenspiel nun durch die aktuellen Entwicklungen gestört wurde. Constantin Film als verantwortliche Produktionsfirma steht im Zentrum des Geschehens. Das Unternehmen, das zur Schweizer Highlight Communications AG gehört, trägt die Hauptlast der organisatorischen und finanziellen Verantwortung. Oliver Berben als aktueller Chef des Hauses zeichnet als Produzent für das Vorhaben verantwortlich. Auf institutioneller Seite ist die ARD als Partner genannt, die das Projekt im Januar 2025 mit angekündigt hatte. Die Sprecherin Katja Wirz fungiert als Sprachrohr des Unternehmens und kommuniziert die schwierige Entscheidung nach außen. Die Schauspielerin Jella Haase war als zentrale Figur für die Hauptrolle vorgesehen, deren Engagement nun vorerst in der Schwebe hängt. Die Berichterstattung durch Medien wie den Spiegel und die Welt hat den Druck auf die Verantwortlichen erhöht, die nun versuchen müssen, den Schaden zu begrenzen und die bereits getätigten Investitionen, etwa in die Kulissen in Würzburg, zu sichern.

Einordnung der aktuellen Situation

Einzuordnen ist der Stopp der Produktion als ein bemerkenswerter Vorgang in der deutschen Medienbranche. Dass ein Projekt dieser Größenordnung – mit einem Budget von 20 Millionen Euro – nur wenige Wochen vor dem Drehbeginn gestoppt wird, deutet auf tiefgreifende interne Schwierigkeiten hin. Den Berichten zufolge scheint die Finanzierung durch den Wegfall eines ausländischen Partners ins Wanken geraten zu sein, was in Kombination mit den ungeklärten Besetzungsfragen zu einer unhaltbaren Situation für die Produktionsleitung geführt hat. Die Entscheidung, die bereits aufgebauten Kulissen in Würzburg abzubauen und einzulagern, zeigt, dass Constantin Film kurzfristig keine Fortsetzung der Dreharbeiten plant. Die Hoffnung, die Kulissen zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal verwenden zu können, wie sie von Katja Wirz geäußert wurde, wirkt eher wie eine Schadensbegrenzung als ein konkreter Fahrplan für einen baldigen Neustart. Die Branche dürfte diesen Vorfall als Warnsignal für die Volatilität internationaler Koproduktionen werten, bei denen der Ausfall eines einzelnen Partners das gesamte Kartenhaus zum Einsturz bringen kann.

Offene Fragen und der weitere Ausblick

Trotz der offiziellen Stellungnahmen bleiben wesentliche Fragen unbeantwortet, die für das Verständnis des Scheiterns entscheidend wären. So bleibt unklar, welcher ausländische Finanzierungspartner genau abgesprungen ist und welche vertraglichen Klauseln diesen Schritt ermöglicht haben. Ebenso wenig ist bekannt, welche spezifischen Besetzungsprobleme den Zeitplan so massiv gefährdet haben, dass eine Verschiebung oder ein Abbruch die einzige Konsequenz blieb. Auch über die genauen Kosten, die durch den Abbruch und den notwendigen Rückbau der Kulissen in Würzburg entstehen, gibt es keine Angaben. Wie es weitergeht, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt völlig offen. Es gibt keine Informationen über einen neuen Zeitplan oder eine mögliche Wiederaufnahme der Produktion in der Zukunft. Die Verantwortlichen haben lediglich den Wunsch geäußert, die bereits geschaffenen Produktionsstrukturen zu einem späteren Zeitpunkt eventuell wieder nutzen zu können. Ob dies jedoch jemals geschehen wird, hängt von der Klärung der Finanzierungs- und Besetzungsfragen ab, für die derzeit keine Lösung in Sicht ist. Die Zukunft der Serie »Die Päpstin« ist somit bis auf Weiteres ungewiss.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/vintage-innere-interior-retro-19374140/ · Foto: Sami TÜRK
Quelle: https://www.spiegel.de/kultur/constantin-films-die-paepstin-serie-offenbar-kurz-vor-drehbeginn-gestoppt-a-1470c6a0-8d68-45d4-99fa-c637e93ca544#ref=rss