Was geschehen ist – die Kernmeldung
Das Comu Action Pro ist ein kompaktes, scheckkartengroßes Aufnahmegerät, das speziell für den professionellen Einsatz in Besprechungen und bei Telefonaten konzipiert wurde. Das Gerät zeichnet sich durch seine Fähigkeit aus, nicht nur Audioaufnahmen in hoher Qualität zu speichern, sondern diese auch mittels künstlicher Intelligenz in Text zu verwandeln, zusammenzufassen und weiterzuverarbeiten. Wie der Test von Tobias Költzsch für Golem am 29. Oktober 2026 ergab, bietet das Gerät eine innovative Lösung für Nutzer, die regelmäßig Informationen aus Meetings effizient auswerten müssen. Dabei fungiert das Action Pro als Bindeglied zwischen der analogen Gesprächssituation und der digitalen Dokumentation. Es ermöglicht die automatische Erstellung von Präsentationen, E-Mails und die Planung von Terminen direkt aus den aufgezeichneten Inhalten. Trotz dieser vielversprechenden Funktionen zeigte der Praxistest jedoch auch deutliche Schwächen bei der KI-gestützten Verarbeitung, die gelegentlich zu fehlerhaften Ergebnissen führen kann. Das Gerät richtet sich an eine Zielgruppe, die eine Entlastung bei der manuellen Protokollführung sucht, muss sich jedoch an seiner Zuverlässigkeit messen lassen.
Die Einzelheiten – Fakten und technische Details
Das Comu Action Pro misst in seinen Ausmaßen etwa die Größe einer Kreditkarte. Bei der Dicke des Gehäuses variieren die Maße: Während der Korpus sechs Millimeter misst, erreicht das Gerät an der Stelle des Displays eine Dicke von acht Millimetern. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu vergleichbaren Produkten wie dem Plaud Note Pro ist das integrierte OLED-Display. Dieses informiert den Nutzer über den aktuellen Ladestand des Akkus, den Verbindungsstatus sowie den Funktionsstatus des Geräts. Die Bedienung erfolgt über zwei dedizierte Tasten: Eine dient dem Starten und Stoppen der Aufnahme, die andere ermöglicht die direkte Interaktion mit dem KI-Assistenten. Zur Befestigung am Smartphone nutzt das Gerät Qi2-Magneten, die eine einfache Anbringung an iPhones oder kompatiblen Android-Geräten erlauben; für andere Modelle liegt eine Klebelösung bei. Die Stromversorgung erfolgt über einen USB-C-Anschluss, wobei der Hersteller eine Aufnahmezeit von bis zu 70 Stunden angibt. Für die Tonaufnahme setzt Comu auf ein Array aus sechs Mikrofonen, die eine Reichweite von bis zu sieben Metern abdecken sollen. Im Test bestätigte sich diese hohe Reichweite, selbst unter schwierigen Bedingungen wie einer Pressekonferenz.
Hintergrund – Der Weg zur KI-gestützten Protokollierung
Der Bedarf an automatisierten Lösungen für die Nachbereitung von Meetings ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Viele Nutzer suchen nach Wegen, die Informationsverarbeitung aus Besprechungen zu vereinfachen, da das manuelle Mitschreiben oft zeitaufwendig ist und die Konzentration auf das Gespräch stören kann. Digitale Aufnahmegeräte und spezielle Apps mit Transkriptionsfunktion haben diesen Prozess bereits in der Vergangenheit teilweise automatisiert. Comu hat mit dem Action Pro nun den nächsten Schritt vollzogen, indem das Gerät nicht nur als reiner Rekorder fungiert, sondern als Teil eines KI-Ökosystems agiert. Die Idee hinter dem Produkt ist es, die Hürde zwischen dem gesprochenen Wort und dem fertigen Dokument, sei es eine Powerpoint-Präsentation oder eine E-Mail, zu senken. Die Integration einer KI, die aktiv an der Aufbereitung der Daten arbeitet, stellt eine Weiterentwicklung gegenüber reinen Aufnahmegeräten dar. Das Gerät wurde so konzipiert, dass es sich nahtlos in den Arbeitsalltag integriert, indem es durch die magnetische Halterung am Smartphone stets griffbereit bleibt und eine Brücke zwischen mobiler Kommunikation und stationärer Büroarbeit schlägt.
Die Beteiligten – Wer hinter dem Produkt steht
Das Comu Action Pro wurde von dem Unternehmen Comu entwickelt und auf den Markt gebracht. Im Rahmen des journalistischen Tests durch Tobias Költzsch für das Nachrichtenportal Golem wurde das Gerät einer intensiven Prüfung unterzogen. Der Testbericht dient dazu, potenziellen Anwendern eine fundierte Entscheidungshilfe zu bieten. Da es sich um ein technisches Produkt handelt, das auf KI-Dienste angewiesen ist, spielen neben der Hardware auch die dahinterliegenden Algorithmen eine entscheidende Rolle. Die Nutzer, die das Gerät verwenden, sind primär Personen, die in einem professionellen Umfeld tätig sind und häufig an Besprechungen teilnehmen. Sie sind darauf angewiesen, dass die Transkriptionen präzise sind und die KI-gestützte Zusammenfassung den Kern der Diskussion korrekt wiedergibt. Die Interaktion findet dabei zwischen dem Anwender, dem Aufnahmegerät und der cloudbasierten KI-Infrastruktur statt, die für die Erstellung der Dokumente verantwortlich ist. Die Institutionen, die im Quelltext im Rahmen der Stellenanzeigen erwähnt werden, wie die SSS Nelken GmbH, die XOMOX International GmbH & Co. OHG oder die TenneT TSO GmbH, stehen beispielhaft für die Zielgruppe, die solche technischen Hilfsmittel in ihrem Arbeitsalltag einsetzen könnte.
Einordnung – Die Leistungsfähigkeit der KI
Einzuordnen ist das Comu Action Pro als ein Gerät, das den Spagat zwischen praktischer Hardware und komplexer Software versucht. Die Transkriptionsfunktion, inklusive der Sprechererkennung, liefert den Berichten zufolge gute Ergebnisse, was für die Dokumentation von Inhalten essenziell ist. Dennoch zeigt sich bei der automatisierten Erstellung von Dokumenten und Präsentationen eine klare Grenze: Die KI ist nicht fehlerfrei. Insbesondere bei der Erstellung von grafischen Inhalten oder komplexen Dokumenten schleichen sich Fehler ein, die als „Buchstabensalat“ oder inhaltliche Ungenauigkeiten beschrieben werden. Die von der KI erstellten Präsentationen sind laut der Analyse sehr textlastig, was die visuelle Qualität einschränkt. Grafiken beherrscht die Software nicht; bei der Bilderstellung treten typische KI-Fehler auf. Die Bewertung des Geräts fällt daher differenziert aus: Während die reine Aufnahmefunktion und die Transkription überzeugen, ist die KI-gestützte Weiterverarbeitung noch nicht ausgereift genug, um als vollkommen verlässlicher Assistent zu gelten. Nutzer sollten die Ergebnisse daher kritisch prüfen, bevor sie diese in einem professionellen Umfeld weiterverwenden.
Offene Fragen – Was der Bericht nicht klärt
Der vorliegende Testbericht lässt einige Aspekte offen, die für eine abschließende Kaufentscheidung relevant sein könnten. So wird nicht explizit auf die Datenschutzaspekte eingegangen, die bei der Übertragung von Audioaufnahmen in eine Cloud-KI unweigerlich entstehen. Es bleibt unklar, wo genau die Daten verarbeitet werden und welche Sicherheitsstandards Comu einhält, um sensible Gesprächsinhalte zu schützen. Zudem wird nicht detailliert beschrieben, wie die KI mit Dialekten oder starkem Fachjargon umgeht, was in spezifischen Branchen ein entscheidendes Kriterium wäre. Auch die langfristige Kostenstruktur für die Nutzung der KI-Dienste nach dem Kauf der Hardware wird nicht thematisiert. Es ist nicht ersichtlich, ob die KI-Funktionen dauerhaft kostenfrei sind oder ob ein Abonnementmodell für die volle Funktionalität erforderlich ist. Ebenso fehlen Informationen zur Kompatibilität mit verschiedenen Betriebssystemen oder spezifischen Software-Schnittstellen für Unternehmen, die eine tiefere Integration in ihre IT-Infrastruktur benötigen würden. Diese Lücken lassen Raum für weitere Untersuchungen, um das volle Potenzial und die Risiken des Geräts im professionellen Alltag vollständig zu erfassen.
Wie es weitergeht – Ausblick auf die Nutzung
Für Anwender, die sich für das Comu Action Pro entscheiden, bedeutet die Nutzung des Geräts eine ständige Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen der aktuellen KI-Technologie. Da der Hersteller Comu das Gerät aktiv bewirbt und die KI-Funktionen in den Vordergrund stellt, ist davon auszugehen, dass zukünftige Software-Updates die Qualität der Transkriptionen und der Dokumentenerstellung weiter verbessern könnten. Ob und wann solche Updates erscheinen, ist jedoch nicht spezifiziert. Nutzer müssen sich darauf einstellen, die von der KI erstellten Dokumente manuell nachzubearbeiten, da die Fehleranfälligkeit bei der Erstellung von Präsentationen und Texten derzeit noch eine manuelle Kontrolle erforderlich macht. Die Entscheidung für den Einsatz des Geräts sollte daher immer unter der Prämisse getroffen werden, dass die KI als Werkzeug zur Vorarbeit dient und nicht als Ersatz für die menschliche Endkontrolle. Die Verfügbarkeit des Geräts ist gegeben, doch die langfristige Zufriedenheit wird maßgeblich davon abhängen, wie gut der Nutzer lernt, mit den Eigenheiten der KI-Ausgabe umzugehen und die erzeugten Inhalte effizient zu redigieren.