News aus aller Welt
Start
CIOs investieren vor allem in Sicherheit und IT-Modernisierung
Technik · 05.08.2026 16:47

CIOs investieren vor allem in Sicherheit und IT-Modernisierung

Kurz: Deutsche CIOs stehen vor der Herausforderung, wachsende IT-Budgets trotz schwieriger Konjunktur effizient zu nutzen. Sicherheit und Modernisierung stehen im Fok

Strategische Prioritäten in der IT-Landschaft

IT-Verantwortliche in Deutschland bewegen sich derzeit in einem komplexen Umfeld. Einerseits steigen die Anforderungen an die technologische Infrastruktur stetig an, andererseits erfordert die angespannte konjunkturelle Lage eine präzise und effiziente Mittelverwendung. Eine aktuelle Untersuchung von Lünendonk & Hossenfelder verdeutlicht, wie Unternehmen ihre Budgets für die Jahre 2026 und 2027 planen, um diesen Spagat zwischen Innovationsdruck und Kostendisziplin zu bewältigen.

Cybersecurity als unangefochtene Priorität

Die Ergebnisse der Befragung von über 200 IT-Entscheidern aus Großunternehmen und dem gehobenen Mittelstand zeigen ein klares Bild: Die IT-Sicherheit steht an erster Stelle. Ganze 92 Prozent der befragten Unternehmen planen, in den kommenden zwei Jahren verstärkt in diesen Bereich zu investieren. Diese Entwicklung ist nicht allein auf die zunehmende Bedrohung durch neue, KI-gestützte Angriffsmethoden zurückzuführen. Auch der wachsende Druck durch regulatorische Anforderungen zwingt Unternehmen dazu, ihre Schutzmaßnahmen massiv auszubauen.

Modernisierung und digitale Kompetenz

Neben der Sicherheit bildet die Erneuerung der IT-Landschaft einen weiteren Schwerpunkt. 74 Prozent der Unternehmen geben an, ihre bestehenden Systeme modernisieren zu wollen. Dies deutet darauf hin, dass die Bewältigung von Altlasten in der IT-Infrastruktur weiterhin eine zentrale Hürde für die digitale Transformation darstellt.

Zudem rückt der Faktor Mensch in den Fokus: 70 Prozent der Befragten planen Investitionen in die digitale Weiterbildung ihrer Belegschaft. Dies unterstreicht die Erkenntnis, dass technologische Neuerungen nur dann ihr volles Potenzial entfalten können, wenn die Mitarbeiter über die notwendigen Fähigkeiten verfügen, um mit den neuen Systemen umzugehen. Ebenfalls hoch im Kurs stehen die digitale Souveränität sowie die Systemintegration, die jeweils von 69 Prozent der Unternehmen als Investitionsschwerpunkt genannt wurden.

Künstliche Intelligenz im operativen Alltag

Obwohl Themen wie Data & Analytics (66 Prozent) und künstliche Intelligenz (64 Prozent) in der Prioritätenliste der Investitionen etwas hinter der Sicherheit rangieren, ist der Einfluss von KI auf die Unternehmens-IT nicht zu unterschätzen. Die Technologie hat den Status reiner Pilotprojekte längst hinter sich gelassen und hält zunehmend Einzug in den produktiven Regelbetrieb.

Effizienzgewinne durch KI

Die Erwartungen an die Effizienzsteigerung durch KI-Anwendungen sind hoch. Besonders in der Softwareentwicklung sehen 83 Prozent der Befragten signifikante Potenziale. Auch im Bereich der Cybersecurity (80 Prozent) und im IT-Support (70 Prozent) wird der KI eine wichtige Rolle bei der Prozessoptimierung zugeschrieben. Selbst bei der Modernisierung der IT-Infrastruktur setzen 52 Prozent der Unternehmen auf die Unterstützung durch KI-gestützte Verfahren.

Herausforderungen bei der Skalierung

Mit dem Übergang in den produktiven Einsatz und der notwendigen Skalierung der KI-Modelle steigen jedoch auch die Anforderungen an das Kostenmanagement. Die Ausgaben für Lizenzen und Rechenkapazitäten (Token) rücken stärker in den Fokus der IT-Verantwortlichen. Laut den Studienautoren führt dies dazu, dass Unternehmen ihre KI-Investitionen nun deutlich kritischer prüfen und enger steuern, um den tatsächlichen wirtschaftlichen Nutzen sicherzustellen.

Ausblick: Autonomie und Prozesssteuerung

Die Untersuchung lässt darauf schließen, dass die Rolle der KI innerhalb der Unternehmensprozesse weiter wachsen wird. Es ist zu erwarten, dass KI-Systeme in Zukunft zunehmend autonome Aufgaben übernehmen werden. Dabei wird der Grad der Automatisierung maßgeblich von zwei Faktoren abhängen: der strategischen Relevanz der jeweiligen Prozesse und deren Komplexität.

Für Unternehmen bedeutet dies, dass die IT-Strategie der kommenden Jahre nicht nur eine Frage der technologischen Aufrüstung ist, sondern vor allem ein Balanceakt zwischen der Absicherung der Infrastruktur und der wirtschaftlich sinnvollen Integration neuer, intelligenter Technologien.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-menschen-nacht-dunkel-6963098/ · Foto: Mikhail Nilov
Quelle: https://www.heise.de/news/CIOs-investieren-vor-allem-in-Sicherheit-und-IT-Modernisierung-11400089.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag