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Bundesliga: Freiburgs Atubolu könnte die neue Nummer eins in Frankfurt werden
Sport · 17.08.2026 11:55

Bundesliga: Freiburgs Atubolu könnte die neue Nummer eins in Frankfurt werden

Kurz: Nach einer desaströsen Testspiel-Niederlage sucht Eintracht Frankfurt händeringend nach Verstärkungen. Noah Atubolu vom SC Freiburg gilt als heißer Kandidat.

Ein sportliches Debakel als Auslöser für neue Transferaktivitäten

Die jüngste 0:7-Niederlage von Eintracht Frankfurt in einem Testspiel gegen den englischen Club Brentford hat bei den Verantwortlichen des Bundesligisten tiefe Spuren hinterlassen. Dieses Resultat war nicht nur ein herber Dämpfer für die sportliche Vorbereitung, sondern fungierte gleichzeitig als Katalysator für eine interne Neubewertung der aktuellen Kaderstruktur. Insbesondere die Leistung des bisherigen Stammtorhüters Kaua Santos rückte nach dem Spiel in den Fokus der Kritik. Der Brasilianer leistete sich während der Begegnung mehrere gravierende Fehler, die direkt zu Gegentoren führten. Besonders symptomatisch für die Unsicherheit des Keepers war der Treffer zum 0:2, bei dem er den Ball durch seine Hände gleiten ließ. Diese Szene hat innerhalb der Vereinsführung von Eintracht Frankfurt offenbar das Fass zum Überlaufen gebracht. Die Geduld mit dem jungen Torwart scheint nach dieser Vorstellung endgültig erschöpft zu sein. Infolgedessen richtet sich der Blick der sportlichen Leitung nun verstärkt auf den Transfermarkt, um eine stabilere Lösung für die Position zwischen den Pfosten zu finden. Die Erkenntnis aus dem Debakel ist eindeutig: Ohne eine externe Verstärkung auf der Torwartposition droht die Eintracht in der kommenden Spielzeit ihre gesteckten Ziele zu verfehlen. Die Suche nach einer neuen Nummer eins hat damit höchste Priorität erhalten.

Die Personalie Noah Atubolu und die Hürden bei der Verpflichtung

Im Zentrum der Überlegungen steht derzeit Noah Atubolu vom SC Freiburg. Der 24-jährige Torhüter hat sich bereits frühzeitig dazu entschieden, den Sport-Club im laufenden Sommer zu verlassen, um den nächsten Schritt in seiner Karriere zu gehen. Sein ursprüngliches Ziel war ein Wechsel in die englische Premier League, doch dieses Vorhaben ließ sich bisher nicht realisieren. In Freiburg hat man auf diese Entwicklung bereits reagiert und mit Mio Backhaus einen Nachfolger verpflichtet, weshalb für Atubolu im Breisgau keine sportliche Zukunft mehr besteht. Der Keeper hat sich in seiner persönlichen Planung für diesen Sommer somit ein Stück weit verzockt. Für Eintracht Frankfurt könnte sich hier jedoch eine Gelegenheit bieten, die vakante Stelle im Tor zu besetzen. Ein Transfer ist jedoch mit erheblichen finanziellen Hürden verbunden. Obwohl der SC Freiburg den Torhüter nicht mehr benötigt, sind die Verantwortlichen im Breisgau auf die Transfereinnahmen angewiesen und werden den Spieler keinesfalls ablösefrei ziehen lassen. Mit einem aktuellen Marktwert von rund 25 Millionen Euro stellt Atubolu eine teure Investition dar. Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche steht nun vor der schwierigen Aufgabe, diesen hohen Preis in Verhandlungen massiv nach unten zu drücken, um den Transfer für die Hessen wirtschaftlich darstellbar zu machen.

Hintergrund der Kaderplanung und die Rolle von Adi Hütter

Die aktuelle Situation bei Eintracht Frankfurt ist das Ergebnis einer längeren Entwicklung in der laufenden Transferperiode. Zwar hatte sich der neue Eintracht-Trainer Adi Hütter in der Öffentlichkeit zuletzt noch so geäußert, als könne er sich mit einer Lösung arrangieren, die auf dem bestehenden Personal wie Kaua Santos und Michael Zetterer basiert. Doch hinter den Kulissen soll Hütter bereits seit seinem ersten Arbeitstag eine externe Lösung für die Torwartposition favorisiert haben. Diese interne Haltung hat sich durch das 0:7-Debakel gegen Brentford nun auch bei den Frankfurter Bossen durchgesetzt. Die Suche nach einem neuen Schlussmann ist jedoch nur eine von mehreren Baustellen, die der Trainer derzeit bearbeiten muss. Hütter hat nach der deutlichen Niederlage unmissverständlich klargestellt, dass der aktuelle Kader in seinen Augen noch nicht konkurrenzfähig ist. Er betonte, dass jeder Beobachter der Partie gesehen habe, an welchen Stellen der Mannschaft es noch an Qualität mangele. Die Eintracht arbeitet nun mit Hochdruck daran, den Kader bis zum Schließen des Transferfensters am 1. September so aufzustellen, dass das Team den Anforderungen der Bundesliga gewachsen ist. Dabei spielt auch die Zeit eine entscheidende Rolle, da die Saisonvorbereitung bereits weit fortgeschritten ist.

Die weiteren Baustellen im Kader der Eintracht

Neben der Torwartfrage gibt es bei Eintracht Frankfurt zwei weitere zentrale Problemzonen, die dringend angegangen werden müssen. Zum einen sucht der Verein nach einer Verstärkung für die Innenverteidigung. Der Neuzugang Otávio, der als Hoffnungsträger für die Abwehr verpflichtet wurde, benötigt laut aktuellen Berichten noch Zeit für die Eingewöhnung und weist zudem konditionelle Defizite auf. Dies zwingt den Verein dazu, auf dem Transfermarkt nach einer sofortigen Hilfestellung für das Abwehrzentrum zu suchen. Zum anderen besteht akuter Handlungsbedarf im Sturm. Aktuell kristallisiert sich kein Spieler im Kader heraus, der als idealer Partner für den gesetzten Torjäger Jonathan Burkardt fungieren könnte. Als Wunschkandidat für diese Position gilt weiterhin Arnaud Kalimuendo. Der Angreifer konnte in der vergangenen Saison bereits als Leihspieler bei der Eintracht überzeugen, doch eine dauerhafte Verpflichtung von Nottingham Forest wäre mit hohen Kosten verbunden. Die finanzielle Situation der Eintracht ist jedoch angespannt, da die Mittel für Neuzugänge begrenzt sind. Um die gewünschten Transfers von Atubolu, einem Innenverteidiger und einem Stürmer zu finanzieren, ist der Verein auf frisches Kapital angewiesen, das durch Spielerverkäufe generiert werden müsste.

Einordnung der finanziellen und sportlichen Gesamtlage

Einzuordnen ist die aktuelle Situation bei Eintracht Frankfurt als eine Phase des Umbruchs unter erheblichem Erfolgsdruck. Die sportliche Führung befindet sich in einem schwierigen Spagat: Einerseits muss die Mannschaft kurzfristig verstärkt werden, um in der Bundesliga bestehen zu können, andererseits begrenzen die finanziellen Möglichkeiten den Handlungsspielraum. Dass Namen wie Lukas Hradecky, der bei der AS Monaco verbleiben möchte, bereits als Alternativen gehandelt wurden, unterstreicht die Dringlichkeit der Suche nach einem erfahrenen Schlussmann. Den Berichten zufolge ist die Abhängigkeit von Spielerverkäufen das größte Hindernis. Kandidaten für einen Abgang gibt es zwar, darunter Elye Wahi, Farès Chaibi, Micky Batshuayi oder Ellyes Skhiri, doch wann und zu welchen Konditionen diese Spieler den Verein verlassen könnten, bleibt unklar. Die Eintracht ist somit in einer abwartenden Haltung gefangen, während die Zeit bis zum Ende der Transferperiode unaufhaltsam abläuft. Die öffentliche Kritik von Trainer Hütter nach dem Testspiel zeigt zudem, dass der interne Druck auf die Verantwortlichen, endlich Vollzug bei den Neuverpflichtungen zu melden, massiv zugenommen hat. Die sportliche Konkurrenzfähigkeit ist das oberste Ziel, doch der Weg dorthin ist durch die hohen Ablöseforderungen für Spieler wie Atubolu oder Kalimuendo stark erschwert.

Offene Fragen und der weitere Ausblick

Viele Fragen bleiben zum jetzigen Zeitpunkt unbeantwortet. So ist vollkommen unklar, ob Markus Krösche die Ablöseforderungen für Noah Atubolu tatsächlich in einen für die Eintracht bezahlbaren Bereich drücken kann. Ebenso offen ist, ob der SC Freiburg bereit ist, bei einem Transfer deutliche finanzielle Abstriche zu machen, nur um den Spieler von der Gehaltsliste zu bekommen. Auch bei den potenziellen Abgängen wie Skhiri oder Batshuayi gibt es keine konkreten Anzeichen für einen zeitnahen Abschluss, was die Finanzierung weiterer Neuzugänge in der Schwebe lässt. Wie es nun weitergeht, ist zumindest terminlich definiert: Das Transferfenster schließt am 1. September. Bis dahin müssen die Frankfurter Lösungen finden. Kurzfristig steht jedoch erst einmal der sportliche Alltag im Vordergrund. Am kommenden Freitag muss die Eintracht in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Oberligisten FC St. Tönis in Krefeld antreten. Trotz des unfertigen Kaders und der internen Unruhe nach dem Testspiel-Debakel ist ein Weiterkommen Pflicht. Eine weitere Blamage gegen einen unterklassigen Gegner würde den Druck auf die sportliche Führung und den Trainer weiter eskalieren lassen. Die Partie in Krefeld wird somit zu einer ersten Bewährungsprobe für die aktuelle Mannschaft, bevor die letzten Tage der Transferphase über das Gesicht des Kaders für den Rest der Saison entscheiden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/malerischer-flussblick-auf-frankfurt-mit-dem-dom-38425029/ · Foto: Arlind D
Quelle: https://www.sportschau.de/regional/hr/hr-eintracht-frankfurt-loest-noah-atubolu-eines-der-sge-probleme-100.html