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Brasilien: Abholzung im Amazonas auf Zehnjahrestief
Schlagzeilen · 09.08.2026 10:13

Brasilien: Abholzung im Amazonas auf Zehnjahrestief

Kurz: Die Entwaldung im brasilianischen Amazonasgebiet erreicht einen historischen Tiefstand. Präsident Lula verfolgt das Ziel einer vollständigen Stoppung bis 2030.

Ein historischer Rückgang der Entwaldung

Im brasilianischen Amazonasgebiet zeichnet sich eine signifikante ökologische Trendwende ab. Aktuellen Daten des Nationalen Instituts für Weltraumforschung zufolge ist die Zerstörung des Regenwaldes auf den niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt gesunken. Im Zeitraum zwischen August 2025 und Juli 2026 wurden rund 2.874 Quadratkilometer Waldfläche abgeholzt. Dies entspricht einem Rückgang von etwa 36 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Beobachtungszeitraum.

Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bewertete diese Entwicklung in einer ersten Stellungnahme als äußerst positiv und bezeichnete das Ergebnis als „fantastisch“. Die Zahlen unterstreichen den Erfolg der umweltpolitischen Neuausrichtung, die seit seinem Amtsantritt Anfang 2023 forciert wird.

Rückgang bei Waldbränden

Neben der verringerten Abholzung zeigt sich eine ebenso deutliche Entspannung bei der Häufigkeit von Waldbränden. Die Initiative MapBiomas meldete für das vergangene Jahr eine betroffene Fläche von etwa 3,1 Millionen Hektar. Dies markiert eine Reduktion um rund 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Historisch betrachtet handelt es sich hierbei um den geringsten Wert seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen im Jahr 1983.

Politischer Kontext und Strategie

Der aktuelle Rückgang der Zerstörung steht in direktem Kontrast zur Politik der vorangegangenen Regierung unter Jair Bolsonaro. Während dessen Amtszeit waren Abholzung und Brandrodung massiv angestiegen. Bolsonaro hatte den Fokus seiner Politik auf die wirtschaftliche Erschließung der Region gelegt und in diesem Zuge die staatlichen Umweltkontrollen systematisch geschwächt.

Die Regierung Lula hat den Umwelt- und Klimaschutz hingegen wieder in das Zentrum ihres politischen Handelns gerückt. Die nun veröffentlichten Daten dienen als Beleg für die Wirksamkeit der verschärften Schutzmaßnahmen. Dennoch bleibt die Herausforderung groß, da die Regierung an ihrem ambitionierten Ziel festhält, die Entwaldung im Amazonasgebiet bis zum Jahr 2030 vollständig zu beenden.

Ausblick auf die kommenden Jahre

Die aktuelle Entwicklung gilt als wichtiger Meilenstein für den Erhalt des Amazonas-Regenwaldes, der eine zentrale Rolle für das globale Klima spielt. Ob das Ziel der „Null-Abholzung“ bis 2030 erreicht werden kann, wird maßgeblich von der weiteren Durchsetzungskraft der Umweltbehörden und der internationalen Unterstützung abhängen. Die jüngsten Erfolge bei der Eindämmung von Waldbränden und illegalen Rodungen zeigen jedoch, dass politische Prioritätensetzung messbare Auswirkungen auf den Zustand des Ökosystems haben kann.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/zwei-protokolle-liegen-zusammen-20442681/ · Foto: Mahoney Fotos
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/brasilien-amazonas-abholzung-zehnjahrestief-100.html