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Börsenabsturz: SK Hynix rauscht trotz Rekordzahlen weiter ab
Technik · 29.07.2026 15:08

Börsenabsturz: SK Hynix rauscht trotz Rekordzahlen weiter ab

Kurz: Trotz beeindruckender Rekordzahlen bei Umsatz und Gewinn gerät die Aktie von SK Hynix unter massiven Druck. Ein Blick auf die komplexen Gründe des Börsenabsturz

Ein Paradoxon an der Börse

Der südkoreanische Speicherriese SK Hynix hat für das zweite Quartal 2026 beeindruckende Geschäftszahlen vorgelegt. Mit einem Umsatz von rund 48 Milliarden Euro und einem Betriebsgewinn von fast 37 Milliarden Euro verzeichnete das Unternehmen ein massives Wachstum. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kletterte der Betriebsgewinn sogar um 557 Prozent. Dennoch reagierten die Finanzmärkte mit deutlicher Ablehnung auf den Bericht. Die Aktie verlor an der Korea Stock Exchange (KRX) zeitweise fast zehn Prozent an Wert, was den Abwärtstrend der vergangenen Wochen weiter verschärft.

Warum die Zahlen trotz Rekorden enttäuschen

Obwohl die Bilanz auf den ersten Blick glänzt, blieb SK Hynix hinter den hohen Erwartungen der Analysten zurück. Diese hatten mit noch höheren Umsätzen und Betriebsgewinnen gerechnet. Als Hauptgrund für die Diskrepanz nennt das Unternehmen Lieferverzögerungen, die dazu führen, dass Einnahmen erst im kommenden Quartal verbucht werden können.

Zudem enthält der Nettogewinn von rund 57 Milliarden Euro eine Sondereffekte-Anomalie: Ein Großteil des Gewinns – etwa 38 Milliarden Euro – stammte aus dem Verkauf von Anlagevermögen. Hintergrund ist die Beteiligung an dem japanischen NAND-Flash-Hersteller Kioxia, deren Anteile durch die Investmentgesellschaft Bain Capital nahe dem historischen Höchststand veräußert wurden.

Die Rolle der Speicherkrise und Marktpreise

SK Hynix profitiert derzeit von einer angespannten Marktlage, die zu deutlichen Preissteigerungen geführt hat. Die durchschnittlichen Preise für DRAM-Bausteine, darunter DDR5, LPDDR5X sowie hochperformante HBM3e- und HBM4-Speicher, stiegen im letzten Quartal um etwa 30 Prozent. Bei NAND-Flash-Chips für SSDs lag der Preisanstieg sogar bei über 50 Prozent. Um diese Dynamik langfristig zu sichern, setzt das Unternehmen verstärkt auf langfristige Lieferabkommen (Long-Term Agreements, LTAs), die über fünf Jahre Laufzeit hinweg Mengen und Preisspannen festlegen.

Marktdynamik und der Domino-Effekt in Südkorea

Der Kursverfall bei SK Hynix ist eingebettet in eine größere Krise am südkoreanischen Aktienmarkt. Der Leitindex Kospi ist seit Juni um 38 Prozent eingebrochen. Da SK Hynix und Samsung als Schwergewichte den Index maßgeblich beeinflussen, ziehen sie den gesamten Markt mit nach unten.

Ein wesentlicher Verstärker dieser Abwärtsbewegung ist die hohe Verbreitung von Hebelprodukten. Viele Anleger in Südkorea investieren auf Pump oder nutzen zweifach gehebelte Exchange Traded Funds (ETFs) auf Einzelaktien. Als die Kurse zu fallen begannen, löste dies eine Kettenreaktion aus:

* **Margin Calls:** Fallende Kurse führten zu Nachschussaufforderungen bei Anlegern, die auf Kredit investiert hatten.

* **Liquidation:** Um diese Forderungen zu bedienen, mussten Positionen zwangsweise aufgelöst werden.

* **Verstärkung:** Der daraus resultierende Verkaufsdruck drückte die Kurse weiter nach unten, was wiederum weitere Nachschussaufforderungen auslöste.

Versuche der Regierung, die Volatilität durch strengere Regulierungen – etwa höhere Mindesteinzahlungen – zu dämpfen, führten laut Berichten eher dazu, dass das Handelsvolumen einbrach und die Liquidität im Markt weiter abnahm, was den Abwärtstrend zusätzlich verschärfte.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/person-die-arbeitet-2582930/ · Foto: Athena Sandrini
Quelle: https://www.heise.de/news/Boersenabsturz-SK-Hynix-rauscht-trotz-Rekordzahlen-weiter-ab-11382658.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag