News aus aller Welt
Start
Sport · 27.09.2026 09:23

Berlin-Marathon läuft - Äthiopierin Assefa peilt Weltrekord an

Kurz: Der 52. Berlin-Marathon hat begonnen: Über 84.000 Teilnehmende aus 162 Nationen sind in der Hauptstadt aktiv. Tigst Assefa nimmt den Weltrekord ins Visier.

Der Startschuss für ein sportliches Großereignis

Der 52. Berlin-Marathon hat am heutigen Sonntag offiziell begonnen und verwandelt die deutsche Hauptstadt erneut in eine riesige Laufstrecke. Pünktlich um 8:45 Uhr gab Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) das Startsignal für die erste Welle der Läuferinnen und Läufer. Zuvor hatten bereits die Handbiker und Rollstuhlfahrer den Kurs auf der Straße des 17. Juni in Angriff genommen. Insgesamt sind an diesem Wochenende rund 84.000 Teilnehmende aus 162 Nationen gemeldet, was die enorme internationale Bedeutung des Events unterstreicht. Während die Elite-Athleten bereits auf der Strecke um Bestzeiten kämpfen, machen sich in den kommenden Stunden weitere Startwellen auf den Weg, um die klassische Distanz von 42,195 Kilometern zu bewältigen. Die letzten Hobbyläuferinnen und -läufer werden erst gegen 10:27 Uhr die Startlinie passieren. Die Stimmung in der Stadt ist bei strahlendem Sonnenschein und klaren Bedingungen bereits am frühen Morgen hervorragend, was ideale Voraussetzungen für sowohl ambitionierte Rekordversuche als auch für die breite Masse der Breitensportler bietet.

Die sportlichen Ambitionen im Fokus

Im Zentrum des sportlichen Interesses steht bei den Frauen die Äthiopierin Tigst Assefa. Die 29-Jährige, die bereits 2023 in Berlin mit einer Zeit von 2:11:53 Stunden einen Weltrekord aufstellte, hat sich für den heutigen Tag ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Sie möchte den aktuellen Weltrekord von 2:09:56 Stunden unterbieten, den die Kenianerin Ruth Chepngetich ein Jahr später in Chicago erzielte. Bereits auf dem ersten Kilometer zeigte Assefa mit einer Zeit von 3:03 Minuten ihre Entschlossenheit. Nach fünf Kilometern lag sie bei 15:30 Minuten und hatte damit einen Vorsprung von 25 Sekunden auf ihre erste Verfolgerin, die Kenianerin Rosemary Wanjiru. Auch aus deutscher Sicht gibt es Grund zur Hoffnung: Die Läuferin Esther Pfeiffer hat sich das Ziel gesetzt, den seit 2008 bestehenden deutschen Rekord von Irina Mikitenko (2:19:19 Stunden) zu brechen. Nach den ersten zehn Kilometern liegt sie gut im Rennen und steuert bei gleichbleibendem Tempo auf eine Zielzeit von knapp unter 2:19 Stunden zu. Bei den Männern hingegen ist nach der verletzungsbedingten Absage von Weltrekordhalter Sebastian Sawe kein neuer Weltrekord zu erwarten.

Ein Blick auf die bisherigen Entwicklungen

Der Marathon-Sonntag ist der Höhepunkt eines ereignisreichen Wochenendes, das bereits am Donnerstag mit der Eröffnung der Marathon-Expo im Flughafen Tempelhof begann. Dort konnten sich die Teilnehmenden mit Ausrüstung versorgen und ihre Startunterlagen abholen. Die Tage vor dem Rennen standen für viele Athleten ganz im Zeichen des sogenannten „Carbloadings“, um die Energiespeicher optimal zu füllen. Bereits am Samstag fanden zahlreiche Rahmenveranstaltungen statt, darunter der „Generali 5K“-Lauf und der „mini-Marathon“ für den Nachwuchs, bei dem rund 10.000 junge Läuferinnen und Läufer an den Start gingen. Auch die Inlineskater absolvierten bereits am Samstag ihr Rennen. Hier konnte der Belgier Bart Swings seinen zehnten Sieg in der Hauptstadt feiern, während bei den Frauen Keily Delgado aus Kolumbien im Zielsprint triumphierte. Die Vorbereitungen für das gesamte Wochenende waren logistisch komplex, da weite Teile des Stadtgebiets für den Verkehr gesperrt werden mussten, um den Läuferinnen und Läufern eine sichere Strecke zu gewährleisten.

Die Akteure und ihre Rollen

Das Teilnehmerfeld ist so vielfältig wie die Stadt selbst. Mit 21.532 Startern stellen die Deutschen das größte Kontingent, gefolgt von Läuferinnen und Läufern aus den USA (7.691), Großbritannien (3.264) und Brasilien (1.888). Neben den Profis, die um Preisgelder und Rekorde laufen, sind es vor allem die tausenden Hobbysportler, die das Bild des Berlin-Marathons prägen. Die Organisation liegt in den Händen zahlreicher Helfer und Institutionen, die auch für die Sicherheit und Versorgung entlang der 42,195 Kilometer langen Strecke sorgen. Ein prominenter Akteur ist der Regierende Bürgermeister Kai Wegner, der mit dem Startbuzzer das Signal für die Elite gab. Auch die Unterstützung durch die Zuschauer ist ein wesentlicher Faktor: Orte wie der „Platz am Wilden Eber“ oder die Bülowstraße sind als „Cheering Spots“ bekannt, an denen die Läuferinnen und Läufer durch die Anfeuerungsrufe der Berliner Bevölkerung zusätzlich motiviert werden. Die Kommunikation mit den Teilnehmenden erfolgt dabei auch über digitale Kanäle, wie etwa den offiziellen Instagram-Account des Marathons.

Einordnung der sportlichen und logistischen Lage

Einzuordnen ist das diesjährige Rennen als eine Demonstration der ungebrochenen Popularität des Laufsports in Berlin. Die Tatsache, dass trotz technischer Probleme bei der Ausgabe der Einlassarmbänder – dem sogenannten „Armband-Gate“ im Flughafen Tempelhof – ein reibungsloser Ablauf gewährleistet werden konnte, spricht für die Professionalität der Organisation. Den Berichten zufolge war die technische Panne am Freitagabend zwar ärgerlich, konnte aber durch eine pragmatische Lösung seitens der Veranstalter, die den Start auch ohne Bändchen nur mit Startnummer erlaubten, schnell entkräftet werden. Sportlich gesehen ist die Ambition von Tigst Assefa als sehr hoch einzuschätzen, da der Weltrekord von 2:09:56 Stunden eine absolute Ausnahmeleistung darstellt. Dass Esther Pfeiffer den deutschen Rekord angreift, wird von Experten als mutiges, aber realistisches Unterfangen gewertet, sofern sie ihr hohes Anfangstempo über die gesamte Distanz halten kann. Die Stadt Berlin präsentiert sich dabei erneut als idealer Gastgeber für internationale Sportgroßereignisse.

Offene Fragen zum Rennverlauf

Obwohl der Live-Ticker viele Details liefert, bleiben einige Aspekte für den weiteren Verlauf des Tages offen. So ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar, wie sich die Wetterbedingungen im Laufe des Tages auf die Leistung der Athleten auswirken werden, auch wenn die Prognosen bisher positiv sind. Unklar ist zudem, ob die angepeilten Rekordzeiten tatsächlich erreicht werden können, da ein Marathon über 42,195 Kilometer immer das Risiko eines Leistungseinbruchs birgt, insbesondere bei dem hohen Tempo, das die Spitzenläuferinnen vorlegen. Auch die genauen Auswirkungen der großflächigen Straßensperrungen auf den Berliner Nahverkehr im Laufe des Sonntags lassen sich erst nach Abschluss aller Rennen abschließend bewerten. Die Frage, ob die logistischen Herausforderungen bei der Verpflegung und medizinischen Betreuung der 56.000 Läuferinnen und Läufer ohne größere Zwischenfälle bewältigt werden, wird erst am späten Abend beantwortet sein. Ebenso bleibt abzuwarten, welche weiteren persönlichen Bestzeiten im breiten Teilnehmerfeld erzielt werden.

Der weitere Zeitplan und Ausblick

Der Marathon-Tag ist noch lange nicht beendet. Während die Elite-Läufer bereits auf der Strecke sind, werden die letzten Startwellen erst kurz vor 10:30 Uhr auf die Reise geschickt. Die Sperrungen im Stadtgebiet, die bereits seit Mittwoch bzw. Donnerstag sukzessive ausgeweitet wurden, bleiben bis Montagmittag um etwa 12 Uhr bestehen, um den Abbau der Infrastruktur zu ermöglichen. Für alle, die den Renntag verfolgen möchten, bietet der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) eine ausführliche Zusammenfassung an. Ab 18:05 Uhr sendet das rbb Fernsehen, auch abrufbar im Livestream auf rbb24.de, eine Sendung mit den sportlichen Höhepunkten, emotionalen Momenten und spannenden Geschichten rund um die Strecke. Damit endet das Marathon-Wochenende offiziell, wobei die Nachbereitung für die Veranstalter und die Stadt Berlin noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Die Läuferinnen und Läufer selbst werden nach dem Zieleinlauf wohl vor allem eines suchen: Erholung nach einer körperlichen Höchstleistung.

Quelle: https://www.sportschau.de/regional/rbb/rbb-liveticker-zum-52-berlin-marathon--56-000-laeufer-sind-unterwegs-100.html