News aus aller Welt
Start
Sport · 27.09.2026 10:19

Berlin-Marathon läuft - Pfeiffer steigt überraschend aus

Kurz: Der 52. Berlin-Marathon läuft. Während Tigst Assefa auf Weltrekordkurs ist, endete das Rennen für die deutsche Hoffnung Esther Pfeiffer überraschend früh.

Ein sportlicher Auftakt mit Schattenseiten

Der 52. Berlin-Marathon hat am heutigen Sonntag bei idealen Bedingungen begonnen und zieht erneut zehntausende Sportlerinnen und Sportler in seinen Bann. Die Veranstaltung, die als eines der bedeutendsten Laufevents der Welt gilt, startete bereits in den frühen Morgenstunden mit den Handbikern und Rollstuhlfahrern, bevor um 8:45 Uhr das Hauptfeld der Läuferinnen und Läufer auf die Strecke geschickt wurde. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner gab den offiziellen Startschuss, indem er den Startbuzzer betätigte und damit die erste Welle der Elite-Athleten auf den 42,195 Kilometer langen Kurs durch die Hauptstadt schickte. Während die Stimmung entlang der Strecke, insbesondere an bekannten Anfeuerungspunkten wie dem Platz am Wilden Eber, gewohnt ausgelassen ist, gab es aus deutscher Sicht bereits eine herbe Enttäuschung. Die große Hoffnung auf einen neuen nationalen Rekord zerschlug sich bereits nach weniger als einer Stunde Laufzeit, als die Düsseldorferin Esther Pfeiffer das Rennen vorzeitig beenden musste. Dennoch bleibt der Fokus der internationalen Sportwelt auf der äthiopischen Favoritin Tigst Assefa, die mit dem Ziel angetreten ist, die aktuelle Weltbestmarke erneut zu unterbieten und damit ein weiteres Kapitel in der Berliner Marathon-Geschichte zu schreiben.

Die Ereignisse im Detail

Die sportliche Dramaturgie entwickelte sich bereits kurz nach dem Start rasant. Während die Männer-Elite die ersten fünf Kilometer in 14:30 Minuten absolvierte, legte Tigst Assefa ein Tempo vor, das sie bereits nach wenigen Kilometern mit einem Vorsprung von 25 Sekunden vor ihrer ärgsten Verfolgerin, der Kenianerin Rosemary Wanjiru, sah. Die 10-Kilometer-Marke passierte Assefa in 30:48 Minuten. Ein herber Rückschlag ereignete sich jedoch für Esther Pfeiffer: Die 29-Jährige, die mit der festen Absicht angetreten war, den seit 2008 bestehenden deutschen Rekord von Irina Mikitenko (2:19:19 Stunden) zu brechen, lag zunächst gut im Rennen. Nach zehn Kilometern sah es noch so aus, als könne sie ihr Ziel erreichen. Doch kurz vor der 15-Kilometer-Marke musste sie das Rennen überraschend abbrechen. Bei den Männern zeichnete sich nach 30 Kilometern ein spannender Dreikampf ab: Die Äthiopier Guye Adola, Selemon Barega und Gemechu Dida Dirida setzten sich leicht ab. Guye Adola, der bereits 2021 in Berlin siegte, konnte sich nach 35 Kilometern sogar einen kleinen Vorsprung erarbeiten. Die letzte der insgesamt sechs Startwellen begab sich um 10:27 Uhr auf den Kurs, womit nun alle rund 84.000 angemeldeten Teilnehmer aus 162 Nationen auf der Strecke sind. Der offizielle Zielschluss ist für 17:00 Uhr angesetzt.

Der Weg zum 52. Berlin-Marathon

Die Vorbereitungen auf das Großereignis begannen bereits Tage zuvor. Der Flughafen Tempelhof diente als zentraler Knotenpunkt, an dem seit Donnerstag die Marathon Expo stattfand. Über 100 Aussteller präsentierten sich dort den internationalen Gästen. Ein technisches Problem beim sogenannten "Armband-Gate", bei dem viele Läufer am Freitagabend keine Einlassbänder erhielten, konnte durch eine offizielle Bestätigung der Veranstalter gelöst werden; die Startnummer allein reicht für den Zugang aus. Die Stadt selbst verwandelte sich in eine riesige Laufbühne, wobei bereits am Vortag die Inlineskater ihre Wettbewerbe austrugen. Der Belgier Bart Swings sicherte sich dabei seinen zehnten Sieg in der Hauptstadt, während bei den Frauen Keily Delgado aus Kolumbien triumphierte. Auch für den Nachwuchs war mit dem "mini-Marathon" über 4,2195 Kilometer und einem Bambini-Lauf auf dem Tempelhofer Feld gesorgt. Die Teilnehmerzahl von 84.000 Menschen unterstreicht die enorme Bedeutung des Events, wobei die deutsche Läufergruppe mit 21.532 Startern das größte Kontingent stellt, gefolgt von Läufern aus den USA, Großbritannien und Brasilien.

Die Akteure und Entscheidungsträger

Im Zentrum des sportlichen Geschehens stehen die Elite-Athleten, allen voran Tigst Assefa, die bereits 2023 in Berlin einen Weltrekord aufstellte und nun die Marke von 2:09:56 Stunden angreift, die derzeit von Ruth Chepngetich gehalten wird. Auf der männlichen Seite prägen Guye Adola, Selemon Barega und Gemechu Dida Dirida das Bild an der Spitze. Die deutsche Läuferin Esther Pfeiffer stand vor dem Start besonders im Fokus, unterstützt von ihrem Ehemann und Tempomacher Hendrik Pfeiffer. Auf organisatorischer Ebene ist die Berliner Polizei mit 1.800 Kräften im Einsatz, um die Sicherheit zu gewährleisten und den Verkehr zu lenken. Diese hohe Präsenz ist auch eine Reaktion auf die Sicherheitslage nach dem Terroranschlag auf den Christopher Street Day. Politisch begleitet wurde der Start durch den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner, der die erste Welle offiziell auf die Strecke schickte. Die internationale Vielfalt der Teilnehmer, die aus 162 Nationen anreisen, macht den Berlin-Marathon zu einem der global am stärksten vernetzten Sportereignisse des Jahres.

Einordnung des Geschehens

Einzuordnen ist der vorzeitige Ausstieg von Esther Pfeiffer als herber Rückschlag für den deutschen Laufsport, da sie als eine der wenigen Läuferinnen galt, die in der Lage schienen, den fast zwei Jahrzehnte alten Rekord von Irina Mikitenko anzugreifen. Den Berichten zufolge war Pfeiffer selbstbewusst in das Rennen gegangen und hatte sich intensiv auf die schnelle Strecke vorbereitet. Dass sie nach nur 15 Kilometern aussteigen musste, wirft Fragen zu ihrer körperlichen Verfassung auf, die jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantwortet sind. Die Dominanz der äthiopischen Läufer, sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern, bestätigt erneut den Status Berlins als eine der schnellsten Marathon-Strecken der Welt. Die Tatsache, dass der Weltrekord bei den Männern laut Expertenmeinungen in diesem Jahr nicht in Gefahr ist, während bei den Frauen eine neue Bestmarke möglich erscheint, verdeutlicht die unterschiedliche sportliche Dynamik der Geschlechterfelder. Die Sicherheitsmaßnahmen in der Stadt sind angesichts der aktuellen Bedrohungslage als notwendig und angemessen einzustufen, um einen reibungslosen Ablauf für die 84.000 Teilnehmer zu garantieren.

Offene Fragen zum Rennverlauf

Obwohl der Live-Ticker viele Informationen liefert, bleiben einige Aspekte ungeklärt. So ist der exakte Grund für den Ausstieg von Esther Pfeiffer nach 15 Kilometern nicht bekannt; ob es sich um eine Verletzung, gesundheitliche Probleme oder eine andere Ursache handelte, wird im Quelltext nicht spezifiziert. Zudem ist die Frage offen, wie sich die Wetterbedingungen im weiteren Tagesverlauf auf die Weltrekordambitionen von Tigst Assefa auswirken werden, da sie nach 15 Kilometern bereits eine minimal geringere Pace verzeichnete. Auch die genauen Auswirkungen der weitläufigen Straßensperrungen auf den Berliner Individualverkehr im Laufe des Sonntags sind nur grob umrissen, da der Fokus des Berichts primär auf dem sportlichen Geschehen liegt. Ebenso bleibt abzuwarten, wie sich die äthiopische Führungsgruppe bei den Männern in der Schlussphase des Rennens verhalten wird, insbesondere ob Guye Adola seine Führungsposition bis zum Ziel an der Straße des 17. Juni verteidigen kann oder ob seine Landsleute Barega und Dirida noch einmal angreifen werden.

Der weitere Zeitplan des Tages

Der Marathon-Tag ist straff durchgetaktet. Während die Spitzenläufer bereits die zweite Rennhälfte absolviert haben, befinden sich tausende Hobbyläufer noch auf dem Kurs. Die Sperrungen im Stadtgebiet bleiben bis etwa 18:00 Uhr bestehen, um allen Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, die Strecke innerhalb des Zeitlimits zu bewältigen. Der offizielle Zielschluss ist für 17:00 Uhr festgelegt; danach ist eine Überquerung der Ziellinie nicht mehr möglich. Für die Läufer, die das Ziel erreichen, schließt sich eine logistische Herausforderung an, um die Massen an Menschen sicher aus dem Zielbereich zu leiten. Die Veranstalter haben zudem für die kommenden Stunden eine kontinuierliche Berichterstattung über die Ankunft der Spitzenathleten und die Ergebnisse der verschiedenen Altersklassen angekündigt. Nach dem Ende des Rennens wird die Stadt Berlin schrittweise für den Verkehr freigegeben, wobei die Aufräumarbeiten entlang der 42,195 Kilometer langen Strecke unmittelbar nach dem letzten Läufer beginnen werden, um den normalen Betrieb in der Hauptstadt schnellstmöglich wiederherzustellen.

Quelle: https://www.sportschau.de/regional/rbb/rbb-liveticker-zum-52-berlin-marathon--assefa-zur-halbzeit-auf-weltrekordkurs-100.html