News aus aller Welt
Start
Auszeichung - Ehrenamtspreis für jüdisches Leben geht nach Berlin und Köln
Schlagzeilen · 30.08.2026 18:41

Auszeichung - Ehrenamtspreis für jüdisches Leben geht nach Berlin und Köln

Kurz: Der Ehrenamtspreis für jüdisches Leben 2026 geht an Projekte aus Köln und Berlin. Die Auszeichnung würdigt besonderes Engagement gegen Antisemitismus.

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung hat die diesjährigen Preisträger des Ehrenamtspreises für jüdisches Leben in Deutschland bekannt gegeben. Die Auszeichnung, die im Jahr 2026 vergeben wurde, würdigt herausragendes ehrenamtliches Engagement, das dazu beiträgt, jüdische Kultur und Geschichte in der Mitte der Gesellschaft zu verankern. In der Kategorie ohne Altersbeschränkung konnte sich das Kölner Forum für Kultur im Dialog mit seinem Projekt „Shalom-Musik.Koeln“ durchsetzen. In der Kategorie für junge Menschen unter 27 Jahren ging der Preis an eine Berliner Initiative, die durch innovative Stadtspaziergänge auf sich aufmerksam gemacht hat. Die Bekanntgabe erfolgte Ende August 2026 und unterstreicht die Bedeutung zivilgesellschaftlicher Arbeit im Kampf gegen Antisemitismus sowie bei der Förderung eines lebendigen, sichtbaren jüdischen Alltags in Deutschland. Die Wahl der Jury fiel dabei auf zwei Projekte, die auf sehr unterschiedliche, aber gleichermaßen wirkungsvolle Weise Brücken bauen und Vorurteile abbauen.

Die Einzelheiten der ausgezeichneten Projekte

Das Kölner Projekt „Shalom-Musik.Koeln“ fungiert als ein breit angelegtes Festival für jüdische Musik. Hinter der Initiative steht das Kölner Forum für Kultur im Dialog e.V., dessen Vorstandsvorsitzende und Gründungsmitglied Claudia Hessel ist. Das Festival verfolgt das Ziel, kulturelle Teilhabe zu ermöglichen und demokratische Werte durch musikalische Begegnungen zu festigen. Es zeichnet sich durch ein vielfältiges Programm aus, das in enger Zusammenarbeit mit jüdischen Institutionen realisiert wird und so eine nachhaltige Wirkung im Kölner Raum entfaltet. Auf der anderen Seite steht die Berliner Initiative mit dem Titel „Jüdisches Leben erleben statt urteilen - Ein verbindender Stadtspaziergang mit Eis“. Dieses Projekt wird von drei 18-jährigen Frauen getragen. Ihr Ansatz ist es, durch niederschwellige und sympathische Stadtrundgänge durch die Hauptstadt über das frühere und heutige jüdische Leben aufzuklären. Die Kombination aus historischer Wissensvermittlung und einem entspannten Rahmen macht das Thema für ein breites Publikum zugänglich und nahbar.

Hintergrund und bisheriger Verlauf

Der Ehrenamtspreis für jüdisches Leben wird seit dem Jahr 2022 vom Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung ausgelobt. Ziel der Auszeichnung ist es, Projekte sichtbar zu machen, die jüdisches Leben in Deutschland fördern und die Auseinandersetzung mit Antisemitismus aktiv vorantreiben. Die diesjährige Auswahl war ein intensiver Prozess: Eine sechsköpfige Jury, die unter der Leitung des Antisemitismusbeauftragten stand, sichtete fast 70 Bewerbungen. Die Entscheidung für die beiden Gewinnerteams fiel dabei einstimmig. Die Vergabe des Preises in diesem Jahr markiert die Fortsetzung einer Reihe von Bemühungen, das ehrenamtliche Engagement in diesem gesellschaftspolitisch sensiblen Bereich zu honorieren und zu stärken. Die Projekte spiegeln dabei die Vielfalt der Ansätze wider – von der groß angelegten kulturellen Festivalarbeit bis hin zu kleinen, persönlichen Bildungsinitiativen, die direkt bei den Menschen ansetzen.

Die Beteiligten und ihre Würdigung

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, der die Federführung bei der Auswahl innehatte, äußerte sich lobend über beide Preisträger. Er betonte, dass es dem Kölner Projekt gelinge, jüdisches Leben für alle Menschen in der Region erfahrbar zu machen und durch das kulturelle Angebot ein breites Publikum zu erreichen. In Bezug auf die Berliner Initiative hob er hervor, dass diese als bundesweites Vorbild dienen könne, da sie das Thema auf eine sehr niedrigschwellige und sympathische Art und Weise sichtbar mache. Claudia Hessel, die als Intendantin von „Shalom-Musik.Koeln“ fungiert, repräsentiert dabei die institutionelle Ebene des Engagements, während die drei Berliner Jugendlichen die Kraft des jugendlichen Aktivismus verkörpern. Alle Beteiligten eint das Ziel, durch ihre Arbeit einen Beitrag zu einem toleranten und informierten Miteinander zu leisten, wobei sie auf die Unterstützung und Anerkennung durch die Bundesregierung zählen können.

Einordnung und Bedeutung der Auszeichnung

Einzuordnen ist diese Preisverleihung als ein wichtiges Signal der staatlichen Anerkennung für zivilgesellschaftliche Akteure. Den Berichten zufolge ist die Dotierung von jeweils 5.000 Euro pro Kategorie nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern auch eine symbolische Aufwertung der geleisteten Arbeit. Durch die Auszeichnung wird die Sichtbarkeit der Projekte massiv erhöht, was wiederum andere Initiativen zur Nachahmung anregen soll. Die Entscheidung der Jury, sowohl ein etabliertes Festival als auch eine junge, informelle Gruppe zu prämieren, zeigt den Wunsch, ein breites Spektrum an Engagement abzubilden. Die Förderung jüdischen Lebens wird hierbei explizit als ein Prozess verstanden, der nicht nur in Museen oder Gedenkstätten stattfindet, sondern durch Musik, Stadtrundgänge und den direkten Austausch im Alltag lebendig gehalten werden muss. Es ist ein bewusster Schritt, um jüdische Kultur als integralen und selbstverständlichen Bestandteil der deutschen Gesellschaft zu betonen.

Offene Fragen und wie es weitergeht

Der vorliegende Quelltext beantwortet nicht, welche anderen Projekte sich beworben haben oder welche spezifischen Kriterien neben der „niedrigschwelligen Vermittlung“ für die Jury ausschlaggebend waren. Auch bleibt offen, wie genau die 5.000 Euro Preisgeld in den jeweiligen Projekten investiert werden sollen oder ob es eine offizielle Preisverleihungszeremonie gibt, bei der die Preisträger ihre Konzepte weiter präsentieren können. Was die Zukunft betrifft, so ist davon auszugehen, dass der Ehrenamtspreis auch in den kommenden Jahren fortgeführt wird, um das Engagement gegen Antisemitismus kontinuierlich zu unterstützen. Die Berliner Initiative und das Kölner Festival haben durch die Auszeichnung nun eine erhöhte mediale Aufmerksamkeit, die sie für ihre zukünftige Arbeit und die Akquise weiterer Unterstützer nutzen können. Konkrete Termine für Folgeveranstaltungen oder eine erneute Ausschreibungsphase für das Jahr 2027 wurden im vorliegenden Text nicht genannt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/himmel-wahrzeichen-museum-friedhof-12996478/ · Foto: Ann Buht
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/ehrenamtspreis-fuer-juedisches-leben-geht-nach-berlin-und-koeln-104.html