News aus aller Welt
Start
Aufschlag von SpaceX-Raketenteil auf dem Mond dokumentiert
Politik · 06.08.2026 00:30

Aufschlag von SpaceX-Raketenteil auf dem Mond dokumentiert

Kurz: Wissenschaftler haben die Spuren eines unkontrollierten Einschlags einer SpaceX-Raketenstufe auf dem Mond mittels Teleskopdaten in Chile nachgewiesen.

Nachweis durch Teleskopdaten aus Chile

Ein unkontrollierter Einschlag eines Raketenteils des US-Unternehmens SpaceX auf der Mondoberfläche ist wissenschaftlich belegt worden. Wie aus Daten hervorgeht, die mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile gewonnen wurden, konnten Forscher die Auswirkungen des Aufpralls dokumentieren. Zwar konnte der Moment des Einschlags selbst nicht direkt beobachtet werden, doch die erhobenen Messdaten liefern laut Experten eindeutige Belege für das Ereignis.

Carl Schmidt von der Boston University äußerte sich gegenüber Medienvertretern mit hoher Sicherheit: Die Analyse der Daten seines Teams bestätige zweifelsfrei die Folgen des Aufschlags. Der Vorfall hat sowohl bei SpaceX als auch bei der US-Raumfahrtbehörde Nasa Aufmerksamkeit erregt.

Entstehung einer Trümmerwolke und chemische Emissionen

Die wissenschaftliche Auswertung der Teleskopaufnahmen zeigt, dass der Aufprall eine Trümmerwolke verursachte. Besonders aufschlussreich für die Forscher waren die chemischen Spuren, die bei dem Ereignis freigesetzt wurden. So konnten Emissionen von Lithium und Natrium nachgewiesen werden, die noch über einen Zeitraum von fünf bis zehn Minuten nach dem eigentlichen Aufprall mehrere Kilometer weit in den Weltraum geschleudert wurden.

Hintergründe des unkontrollierten Absturzes

Bei dem betroffenen Objekt handelt es sich um die etwa zwölf Meter lange Oberstufe einer „Falcon 9“-Rakete. Diese war ursprünglich im Januar 2025 gestartet, um zwei Landefahrzeuge in Richtung Mond zu befördern. Nach Abschluss dieser Mission verblieb die Oberstufe jedoch im All. Anstatt in der Erdatmosphäre zu verglühen, geriet das Bauteil vom Kurs ab.

SpaceX gab an, dass dieser Absturz nicht Teil der ursprünglichen Missionsplanung gewesen sei. Als ursächlich für die unkontrollierte Flugbahn werden komplexe physikalische Einflüsse genannt: Eine Kombination aus Gravitationskräften und der aktuellen Sonnenaktivität habe dazu geführt, dass das Raketenteil schließlich auf dem Mond einschlug.

Ausblick: Analyse der Absturzstelle

Der Vorfall markiert einen weiteren Punkt in der Debatte um Weltraummüll und die Kontrolle über ausgediente Raketenstufen. Um genauere Erkenntnisse über das Ausmaß des Einschlags zu gewinnen, steht eine weitere Untersuchung bevor. Die Nasa-Sonde „Lunar Reconnaissance Orbiter“ soll in naher Zukunft die Absturzstelle überfliegen. Es wird erwartet, dass die Sonde detaillierte Aufnahmen des entstandenen Kraters liefert, welche den Wissenschaftlern ein genaueres Bild der physikalischen Auswirkungen auf die Mondoberfläche geben werden.

Die Beobachtung unterstreicht die wachsende Bedeutung von Teleskopkapazitäten bei der Überwachung von Objekten im erdnahen Weltraum und auf anderen Himmelskörpern, insbesondere angesichts der zunehmenden Frequenz privater Raumfahrtmissionen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/scharfe-mondoberflache-vor-klarem-blauem-himmel-36054491/ · Foto: Regan Dsouza
Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/aufschlag-spacex-rakete-mond-teleskop-chile-100.html