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Argentiniens Paredes zehn Spiele gesperrt
Sport · 21.08.2026 17:09

Argentiniens Paredes zehn Spiele gesperrt

Kurz: Nach dem WM-Finale gegen Spanien belegt die FIFA Leandro Paredes und weitere Akteure Argentiniens mit drastischen Sperren und Geldstrafen.

Ein folgenschwerer Abschluss der Weltmeisterschaft

Das WM-Finale 2026 zwischen Argentinien und Spanien, das am 19. Juli in East Rutherford ausgetragen wurde, hat ein juristisches Nachspiel von beachtlichem Ausmaß gefunden. Wie der Fußball-Weltverband FIFA am 21. August 2026 offiziell bekannt gab, wurde der argentinische Nationalspieler Leandro Paredes für zehn internationale Pflichtspiele gesperrt. Diese drastische Entscheidung der Disziplinarkommission ist die direkte Folge einer Tätlichkeit, die sich unmittelbar nach dem Schlusspfiff der Partie ereignete. Neben der sportlichen Sperre muss der Spieler eine Geldstrafe in Höhe von 90.000 US-Dollar entrichten, was umgerechnet etwa 77.000 Euro entspricht. Die Ereignisse nach dem Finale, die von heftigen Auseinandersetzungen auf dem Spielfeld geprägt waren, haben damit eine weitreichende disziplinarische Aufarbeitung erfahren. Die FIFA reagierte damit auf das Verhalten der argentinischen Akteure, das nach Ansicht des Weltverbandes die Grenzen des sportlich Akzeptablen deutlich überschritten hat. Die Sanktionen gegen Paredes gelten als eines der härtesten Urteile im Rahmen der jüngsten Weltmeisterschaft und unterstreichen den Ernst, mit dem der Verband gegen Disziplinlosigkeiten auf der großen Bühne vorgeht.

Umfangreiche Sanktionen gegen das gesamte Team

Nicht nur Leandro Paredes wurde von der FIFA zur Verantwortung gezogen. Die Disziplinarkommission verhängte ein ganzes Bündel an Strafen, die sich über mehrere Spieler und Funktionäre erstrecken. Nahuel Molina wurde mit einer Sperre von sieben Spielen belegt und muss ebenfalls 90.000 US-Dollar zahlen. Thiago Almada erhielt eine Sperre für ein Spiel sowie eine Geldstrafe von 30.000 US-Dollar. Auch auf der Seite der Betreuer gab es Konsequenzen: Der Co-Trainer Roberto Ayala wurde für drei Partien gesperrt und zu einer Zahlung von 30.000 US-Dollar verurteilt. Auf der Gegenseite wurde der spanische Spieler Gavi für eine Partie gesperrt und mit einer Geldstrafe von 30.000 US-Dollar belegt. Die Ermittlungen konzentrierten sich dabei auf die Vorfälle am 19. Juli, bei denen es nach Spielende zu tumultartigen Szenen kam. Während Gavi der einzige spanische Akteur ist, gegen den die FIFA ermittelte, stammte die Mehrheit der Sanktionen gegen die argentinische Delegation. Die Vorwürfe wiegen schwer und spiegeln die aufgeheizte Stimmung wider, die das Endspiel in East Rutherford begleitete und schließlich in den genannten Handgreiflichkeiten gipfelte.

Der argentinische Verband unter Druck

Über die individuellen Strafen hinaus wurde auch der argentinische Fußball-Verband AFA massiv sanktioniert. Die FIFA verhängte eine Geldstrafe von insgesamt 321.000 US-Dollar gegen den Verband. Diese Summe begründet sich durch eine Vielzahl von Verstößen, die während des Turniers auftraten. Ein Teilbetrag von 100.000 US-Dollar ist zweckgebunden und muss in einen Plan zur Bekämpfung von Diskriminierung investiert werden. Zudem ordnete der Weltverband an, dass bei den nächsten beiden Heimspielen Argentiniens nur die Hälfte der maximalen Stadionkapazität genutzt werden darf. Die Begründung für diese harten Maßnahmen ist umfassend: Der Verband wurde für das Fehlverhalten des Teams, rassistische Beleidigungen, Diskriminierung sowie die Nutzung einer Sportveranstaltung für sportfremde Kundgebungen verantwortlich gemacht. Auch Verstöße gegen die allgemeine Ordnung und Sicherheit bei den Spielen flossen in das Urteil ein. Ein Teil der Sanktionen wurde unter Bewährungsauflagen ausgesetzt, was den Druck auf den Verband für die Zukunft weiter erhöht. Die Grundlage für diese Entscheidung bildet der Bericht des eingesetzten Disziplinar- und Ethikanklägers, der die Vorfälle akribisch dokumentiert hat.

Politische Provokationen als Auslöser

Die Ermittlungen der FIFA beschränkten sich nicht nur auf die Tätlichkeiten nach dem Finale. Ein wesentlicher Punkt war das Auftreten argentinischer Spieler nach dem Halbfinalsieg gegen England. Auf dem Spielfeld präsentierten Akteure ein Banner mit der Aufschrift „Las Malvinas son Argentinas“, was übersetzt „Die Falkland-Inseln sind argentinisch“ bedeutet. Damit spielten die Spieler auf den bewaffneten Konflikt zwischen Großbritannien und Argentinien aus dem Jahr 1982 an. Die FIFA wertete dies als verbotene politische Botschaft bei einem Sportereignis. Diese Aktion hatte bereits unmittelbar nach dem Spiel für erhebliche Diskussionen und Ärger gesorgt. Die Kombination aus politischer Instrumentalisierung des Sports und dem späteren Fehlverhalten im Finale gegen Spanien führte zu der nun verhängten Strafe gegen den Verband. Es zeigt sich, dass der Weltverband bei der Vermischung von nationalen Konflikten und sportlichen Wettkämpfen eine klare Linie verfolgt und Verstöße gegen die Neutralitätsgebote konsequent ahndet.

Einordnung der Vorfälle und Sanktionen

Einzuordnen ist das Vorgehen der FIFA als deutliches Signal gegen die zunehmende Eskalation auf dem Platz. Den Berichten zufolge waren die Auseinandersetzungen nach dem Finale vor allem von argentinischer Seite initiiert worden. Besonders die Tätlichkeit von Paredes, der Gavi am Leibchen griff, ihn im Gesicht traf und zu Boden stieß, wird als schwerwiegender Verstoß gewertet. Zuvor hatte Paredes bereits Eric Garcia geschubst. Auch das Verhalten von Co-Trainer Ayala, der Dani Olmo heftig anging, sorgte für große Empörung; Olmo lehnte eine spätere Entschuldigung Ayalas ab. Die FIFA wertet diese Vorfälle als einen klaren Bruch mit den Werten des Fußballs. Die Geldstrafen und die Kapazitätsbeschränkungen für die Heimspiele sind als erzieherische Maßnahmen zu verstehen, die den argentinischen Verband dazu zwingen sollen, die Kontrolle über seine Spieler und das Umfeld der Nationalmannschaft zu verbessern. Die Schwere der Strafen unterstreicht, dass der Weltverband nicht gewillt ist, rassistische Beleidigungen oder die Nutzung des Fußballs für politische Zwecke ungestraft hinzunehmen.

Offene Fragen und der weitere Prozess

Trotz der detaillierten Mitteilung der FIFA bleiben einige Aspekte unklar. Der Quelltext beantwortet nicht, welche spezifischen rassistischen Beleidigungen im Detail gefallen sind oder welche konkreten Akteure diese geäußert haben. Auch bleibt offen, wie genau die Bewährungsfrist für den argentinischen Verband ausgestaltet ist und welche weiteren Konsequenzen bei einem erneuten Verstoß drohen würden. Ebenso ist unklar, ob die betroffenen Spieler gegen die Sperren Berufung einlegen werden, obwohl das Verfahren für eine Begründung bereits skizziert wurde. Die Parteien haben nun zehn Tage Zeit, eine Begründung für die Urteile zu beantragen. Sollte diesem Antrag stattgegeben werden, würde die FIFA die Begründung veröffentlichen, was für mehr Transparenz sorgen könnte. Ob die Spieler oder der Verband diesen Weg gehen werden, ist derzeit noch nicht absehbar. Ebenso bleibt die Frage offen, wie sich die Kapazitätsbeschränkung auf die Stimmung bei den kommenden Heimspielen auswirken wird und ob der Verband die geforderten Maßnahmen zur Diskriminierungsbekämpfung zeitnah und effektiv umsetzen kann.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-menschen-feld-rasen-15644449/ · Foto: Franco Monsalvo
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/argentiniens-paredes-zehn-spiele-gesperrt,paredes-sperre-100.html