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Äpfel, Birnen und Kirschen: Kreis Bergstraße verkauft heimische Obstbäume zum Einkaufspreis
Technik · 04.08.2026 11:57

Äpfel, Birnen und Kirschen: Kreis Bergstraße verkauft heimische Obstbäume zum Einkaufspreis

Kurz: Der Kreis Bergstraße fördert den Erhalt alter Obstsorten und bietet Hobbygärtnern heimische Bäume zum Einkaufspreis an. Eine Aktion für Biodiversität und Genuss

Ein Beitrag zum Erhalt der Sortenvielfalt

Im Kreis Bergstraße ist eine Initiative gestartet, die den heimischen Obstbau in den Fokus rückt. Seit Anfang August haben Gartenbesitzer und Interessierte die Möglichkeit, Obstbäume zu einem Festpreis von 31 Euro zu erwerben. Der Landkreis fungiert dabei lediglich als Vermittler und gibt die Pflanzen zum reinen Einkaufspreis weiter. Durch die Abnahme größerer Mengen erzielt der Kreis diesen günstigen Konditionen, ohne selbst einen finanziellen Gewinn aus der Aktion zu ziehen.

Das Angebot umfasst eine beeindruckende Auswahl von 94 verschiedenen Sorten. Darunter finden sich Namen wie die „Schneiders späte Knorpelkirsche“ oder der „Große französische Katzenkopf“. Viele dieser Gewächse sind im regulären Handel kaum noch präsent, was den Kern der Initiative unterstreicht: Den Erhalt von Obstsorten, die über Generationen hinweg kultiviert wurden, aber zunehmend aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verschwinden.

Bedeutung für die Region und die Umwelt

Die Abteilung „Ländlicher Raum“ des Kreises Bergstraße verfolgt mit diesem Projekt, das bereits seit 2015 besteht, ökologische Ziele. Neben der Bewahrung des genetischen Erbes geht es um die Stärkung der Streuobstwiesen. Diese Biotope gelten als wichtige Rückzugsorte für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Das Pflanzen der Bäume leistet somit einen direkten Beitrag zur Biodiversität und zum Artenschutz in der Region.

Die angebotenen Bäume zeichnen sich durch eine Stammlänge von mindestens 1,60 Metern aus. Sie sind damit prädestiniert für den Einsatz auf Streuobstwiesen oder in weitläufigen Gartenanlagen. Um auch weniger erfahrenen Gärtnern den Einstieg zu erleichtern, bietet das Bestellformular eine Einteilung in „klassische“ und „anspruchslose“ Sorten. Letztere erweisen sich als besonders klimaresistent und kommen mit Herausforderungen wie Trockenheit, Hitze oder schwierigen Bodenverhältnissen besser zurecht.

Ablauf der Aktion und Ausblick

Das Interesse an der Aktion ist über die Jahre stetig gewachsen. Im vergangenen Jahr konnten fast 700 Bäume vermittelt werden, und auch für die aktuelle Saison zeigt sich die Projektleitung optimistisch. Interessierte können ihre Bestellungen noch bis zum 21. September aufgeben. Ein besonderer Aspekt der Initiative ist ihre Offenheit: Das Angebot ist nicht auf die Einwohner des Kreises Bergstraße begrenzt, sondern steht allen Interessierten offen. Zudem unterstützen einige Kommunen die Aktion durch die Organisation von Sammelbestellungen.

Nach der Bestellung erfolgt die Ausgabe der Bäume im November. Dieser Zeitpunkt ist ideal, um die Pflanzen in die herbstliche Erde zu setzen und ihnen einen guten Start für das kommende Jahr zu ermöglichen. Wer sich für einen der Bäume entscheidet, leistet nicht nur einen Dienst an der Natur, sondern kann mit etwas Glück bereits in der nächsten Saison die ersten Früchte aus eigenem Anbau ernten.

Die Fortführung dieses Projekts unterstreicht das Engagement des Kreises für eine nachhaltige Landschaftspflege. Indem der Zugang zu regionalen und traditionellen Obstsorten erleichtert wird, schafft die Verwaltung einen Anreiz, der weit über die bloße Gartengestaltung hinausgeht und den Wert alter Kultursorten für die heutige Zeit neu definiert.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/frische-reife-birnen-und-apfel-auf-dem-markt-36991620/ · Foto: FERA
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-baeume-zum-einkaufspreis-wie-die-bergstrasse-alte-obstsorten-vor-dem-vergessen-rettet-100.html