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1,22 Milliarden für fossile Zukunft: USA erkaufen sich Aus für Offshore-Windkraft
Technik · 07.08.2026 13:46

1,22 Milliarden für fossile Zukunft: USA erkaufen sich Aus für Offshore-Windkraft

Kurz: Die US-Regierung zahlt RWE 1,22 Milliarden Dollar, um Offshore-Windprojekte zu stoppen. Das Kapital soll stattdessen fossile Energieträger wie Gas und Kohle för

Ein strategischer Kurswechsel in der US-Energiepolitik

Die US-Regierung hat eine Vereinbarung mit dem Energiekonzern RWE getroffen, die eine deutliche Abkehr von geplanten Offshore-Windkraftprojekten markiert. Im Rahmen eines Deals, der mit 1,22 Milliarden US-Dollar dotiert ist, gibt das Unternehmen seine Entwicklungsrechte für Windparks vor den US-Küsten auf. Statt den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben, sollen die freiwerdenden Mittel nun gezielt in die Förderung fossiler Infrastruktur fließen.

Details zur Vereinbarung mit RWE

Der Energiekonzern RWE hatte sich die entsprechenden Konzessionen in den vergangenen Jahren in einem wettbewerbsorientierten Umfeld gesichert. So stammte die New Yorker Lizenz aus einer Bundesauktion im Jahr 2022. Weitere Flächen in Louisiana und Kalifornien waren für rund 163 Millionen US-Dollar erworben worden. Mit der nun getroffenen Abfindungsregelung werden nicht nur die laufenden Projekte beendet, sondern auch bestehende Rechtsstreitigkeiten beigelegt. Für RWE bietet dieser Schritt die Möglichkeit, Liquidität für neue strategische Vorhaben zu generieren.

Die Mittelverwendung ist bereits konkret geplant:

* Etwa 900 Millionen US-Dollar fließen in eine Minderheitsbeteiligung an einem Flüssiggas-Terminal (LNG) in Louisiana.

* Weitere 300 Millionen US-Dollar sind für den Bau und Betrieb von Gaskraftwerken vorgesehen, die laut offizieller Begründung der Netzstabilisierung dienen sollen.

Ein Muster mit System: Fossile statt erneuerbare Energien

Beobachter der Branche ordnen diesen Vorgang in eine Reihe ähnlicher Maßnahmen ein. Berichten zufolge handelt es sich um die fünfte Abfindung dieser Art unter der aktuellen US-Administration. Die kumulierten Zahlungen an diverse Energieversorger belaufen sich mittlerweile auf nahezu vier Milliarden US-Dollar. Die offizielle Begründung der Verwaltung lautet, dass durch diese Transaktionen regulatorische Unsicherheiten beseitigt und der Einsatz fossiler Energieträger beschleunigt werden könne.

US-Innenminister Doug Burgum unterstrich in diesem Kontext die Bedeutung der nationalen Versorgungssicherheit. Eine verlässliche Grundlastversorgung habe für die Regierung oberste Priorität, um stabile Strompreise zu gewährleisten. Die Investitionen in inländische Brennstoffe werden daher als unverzichtbar für die Stabilität des Stromnetzes dargestellt.

Rechtliche und politische Kontroversen

Der Kurs der US-Regierung stößt jedoch auf erheblichen Widerstand. Bereits in der Vergangenheit hatten US-Bundesstaaten wie New York gegen ähnliche Abfindungen mit anderen Energiekonzernen Klage eingereicht. Staatsanwälte bewerten einige dieser Kaufverträge als rechtlich fragwürdig. Die Kritik richtet sich nicht nur gegen den Stopp der Windkraft, sondern auch gegen die massiven staatlichen Subventionen für Kohleprojekte.

Politikexperten warnen zudem vor den ökonomischen Folgen dieser Strategie. Es besteht die Sorge, dass die hohen Ausgaben für fossile Energieträger langfristig zu steigenden Energiekosten für die Verbraucher führen könnten. Während die Regierung die Förderung als notwendiges Instrument zur Sicherung der Netzstabilität verteidigt, bleibt die Debatte über die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen dieser Kehrtwende intensiv. Die nächsten Schritte der betroffenen Bundesstaaten und die weitere Entwicklung der Rechtsstreitigkeiten werden zeigen, ob dieser Weg der fossilen Renaissance politisch und rechtlich Bestand haben wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/vintage-seagate-festplattenspieler-auf-weissem-hintergrund-38412996/ · Foto: Nicolas Foster
Quelle: https://www.golem.de/news/1-22-milliarden-fuer-fossile-zukunft-usa-erkaufen-sich-aus-fuer-offshore-windkraft-2608-211692.html