Aufwärtstrend im deutschen Heizungsmarkt
Nach einer Phase der Zurückhaltung zeigt der deutsche Heizungsmarkt im ersten Halbjahr 2026 deutliche Anzeichen einer Erholung. Laut Daten des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) wurden von Januar bis Juni rund 352.000 Wärmeerzeuger verkauft. Dies entspricht einem Zuwachs von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dieser Anstieg wird von Branchenvertretern als positives Signal für die Modernisierung des Gebäudebestands gewertet.
Wärmepumpen als Wachstumstreiber
Besonders die Wärmepumpe hat sich als gefragteste Technologie etabliert. Mit 194.500 verkauften Einheiten führt sie die Statistik an und verzeichnete ein beeindruckendes Plus von 40 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Im Gegensatz dazu blieb die Nachfrage nach Gasheizungen mit 134.000 verkauften Geräten weitgehend stabil, was einem leichten Zuwachs von einem Prozent entspricht. Andere Energieträger spielen eine untergeordnete Rolle: Biomasse-Anlagen kamen auf 14.500 Einheiten, während der Absatz von Ölheizungen um elf Prozent auf 9.500 Geräte zurückging.
Einordnung: Vergleich mit früheren Jahren
Trotz der positiven Entwicklung im laufenden Jahr liegt das Marktvolumen noch immer unter den Werten vergangener Rekordjahre. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2023 wurden noch 667.500 Geräte abgesetzt, wobei der Anteil der Gasheizungen damals noch deutlich höher lag. Das Jahr 2025 markierte mit insgesamt 627.000 verkauften Anlagen den niedrigsten Stand seit 15 Jahren. Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert der BDH nun einen Absatz von rund 700.000 Heizungsanlagen.
Herausforderungen bei der Modernisierung
Der Verband betont, dass die aktuelle Dynamik lediglich ein erster Schritt ist. Der Bedarf an energetischen Sanierungen bleibt hoch. Nach Angaben des BDH sind in Deutschland etwa vier Millionen Heizungen älter als 30 Jahre. Zudem entsprechen rund 40 Prozent der insgesamt 21,5 Millionen in Betrieb befindlichen Heizsysteme nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik.
Forderung nach Planungssicherheit
Um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen, fordert die Industrie verlässliche Rahmenbedingungen. Die Branche warnt davor, die Leitplanken für einen klimaneutralen Gebäudebestand zu häufig zu verändern. Für Eigentümer sei langfristige Investitionssicherheit essenziell, um Vertrauen in die Modernisierung der Wärmeversorgung zu fassen.
Mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) sowie der angepassten Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sieht der Verband eine Basis für diese Sicherheit. Dennoch bleibt die staatliche Förderung ein zentraler Faktor: Zwar soll die Motivation zum Heizungstausch hochgehalten werden, gleichzeitig gibt es Bestrebungen, die Fördergelder effizienter einzusetzen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die nun geschaffenen Rahmenbedingungen ausreichen, um die Modernisierungsrate nachhaltig auf dem gewünschten Niveau zu halten.