News aus aller Welt
Start
Windows 11: Microsoft kassiert eigene RAM-Empfehlung stillschweigend ein
Technik · 05.08.2026 08:55

Windows 11: Microsoft kassiert eigene RAM-Empfehlung stillschweigend ein

Kurz: Microsoft hat überraschend seine RAM-Empfehlungen für Windows 11 Gaming gelöscht. Gleichzeitig setzt das Unternehmen bei neuer Hardware wieder auf 8 Gigabyte.

Wandel in der Speicherstrategie

Lange Zeit galt für Windows-11-Nutzer, insbesondere im Gaming-Bereich, eine klare Faustregel: 16 Gigabyte Arbeitsspeicher sollten es mindestens sein, während 32 Gigabyte als ideal für anspruchsvolle Titel empfohlen wurden. Diese Vorgaben sind nun aus dem offiziellen Windows Learning Center verschwunden. Ein entsprechender Support-Artikel mit dem Titel „So optimieren Sie Ihr Gaming-PC-Setup“, der erst Ende 2025 veröffentlicht wurde, ist nicht mehr abrufbar. Wer den ursprünglichen Link aufruft, landet lediglich auf der Startseite des Portals.

Dies ist kein isolierter Vorgang. Auch ein weiteres Dokument, das 32 Gigabyte RAM als sorgenfreie Ausstattung für Spieler definierte, wurde ersatzlos gestrichen. Diese Entwicklung wirft Fragen zur offiziellen Positionierung des Betriebssystems auf, da sich die technischen Anforderungen des Systems selbst nicht verändert haben.

Hardware-Angebot widerspricht bisherigen Standards

Die Löschung der Empfehlungen korreliert mit einer neuen Ausrichtung bei der Hardware-Vermarktung. Microsoft hat im Juni die Modelle Surface Pro 12 und Surface Laptop 13 vorgestellt, die in Basisversionen mit lediglich 8 Gigabyte Arbeitsspeicher angeboten werden. Diese Konfigurationen liegen unterhalb der Schwelle, die für die „Copilot-Plus-PC“-Zertifizierung erforderlich ist – ein Standard, für den Microsoft selbst seit etwa zwei Jahren 16 Gigabyte als Minimum ansetzt.

In den Marketingtexten für diese neuen Geräte wird nun explizit betont, dass 8 Gigabyte RAM für Aufgaben wie Surfen, Streaming, schulische Arbeiten und allgemeine Produktivität ausreichen. Damit rückt Microsoft von der bisherigen Kommunikation ab, die einen deutlich höheren Speicherbedarf nahelegte.

Hintergründe und wirtschaftliche Faktoren

Die Entscheidung, den Fokus wieder auf 8 Gigabyte zu lenken, dürfte eng mit der aktuellen Marktsituation verknüpft sein. Die Preise für Arbeitsspeicher sind hoch, und eine Anhebung der Hardware-Preise, um mehr RAM zu finanzieren, könnte die Nachfrage nach den neuen Surface-Modellen negativ beeinflussen. Durch die Anpassung der Empfehlungen schafft Microsoft einen Spielraum, um günstigere Einstiegsmodelle attraktiv zu halten, ohne das Image der Geräte durch den Vergleich mit den eigenen, hohen RAM-Vorgaben zu belasten.

Ausblick: Optimierungen für schmale Hardware

Obwohl die Empfehlungen gestrichen wurden, ist sich Microsoft des hohen Speicherbedarfs von Windows 11 bewusst. In einer Mitteilung vom 31. Juli kündigte der Konzern an, den Ressourcenhunger des Betriebssystems aktiv reduzieren zu wollen. Der Fokus liegt hierbei gezielt auf Systemen, die mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher ausgestattet sind.

Die Nutzer können in den kommenden Monaten mit entsprechenden Software-Anpassungen rechnen. Microsoft hat in Aussicht gestellt, diese Optimierungen noch vor Ende 2026 auszuliefern. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Performance-Unterschiede zwischen 8 und 16 Gigabyte im Alltag spürbar zu verringern, bleibt abzuwarten. Für Anwender bedeutet dies, dass die Hardware-Anforderungen zwar offiziell heruntergespielt werden, die technische Realität jedoch weiterhin von den geplanten Software-Verbesserungen abhängt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/retro-floppy-diskettenlaufwerk-mit-microsoft-diskette-38117130/ · Foto: Nicolas Foster
Quelle: https://www.golem.de/news/windows-11-microsoft-kassiert-eigene-ram-empfehlung-stillschweigend-ein-2608-211607.html