Ein neuer Anlauf des Hochsommers
Nach einer Phase moderater Temperaturen steht Hessen vor einer erneuten Hitzewelle. Wie der hr-Meteorologe Martin Gudd berichtet, beginnt der Sommer pünktlich zum Start der sogenannten Hundstage am Donnerstag wieder an Fahrt zu gewinnen. Die Wetterlage stellt sich um, wobei die Temperaturen in den kommenden Tagen spürbar ansteigen werden.
Bereits am Freitag zeichnet sich eine deutliche Erwärmung ab. Während im Norden Hessens Höchstwerte von bis zu 24 Grad prognostiziert werden, können die Temperaturen im Süden des Bundeslandes auf bis zu 28 Grad klettern. Das Wetter präsentiert sich dabei weitgehend sonnig und trocken.
Das Wochenende als erster Hitzehöhepunkt
Der Samstag markiert den ersten Höhepunkt dieser Wetterphase. Die Werte steigen weiter an: In Nordhessen werden am Nachmittag zwischen 29 und 30 Grad erwartet, während das Thermometer im Süden sogar auf 32 bis 33 Grad klettern könnte. Diese Wetterbedingungen bieten ideale Voraussetzungen für Aktivitäten im Freien, insbesondere für den Besuch von Badeseen oder Freibädern.
Vorübergehende Abkühlung am Sonntag
Zum Ende des Wochenendes deutet sich eine kurzzeitige Veränderung der Großwetterlage an. Am Sonntag ziehen voraussichtlich vermehrt Wolken auf, die im Tagesverlauf Regenschauer mit sich bringen können. Besonders in der Nordhälfte Hessens besteht zudem die Möglichkeit für Gewitter. Diese Schauer bringen etwas kühlere Luftmassen mit sich, die die derzeitige Hitze vorübergehend nach Osten abdrängen. Die Temperaturen erreichen am Sonntag noch Werte zwischen 22 und 29 Grad, bevor sie zum Abend hin auf 17 bis 23 Grad sinken.
Anhaltende Trockenheit belastet die Region
Die angekündigten Niederschläge am Sonntag sind aus meteorologischer Sicht dringend erforderlich. Die bisherige Bilanz für den Monat Juli fällt äußerst trocken aus: Bislang sind in Hessen lediglich 12,9 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge eines gesamten Julis gemessen worden. Damit gehört Hessen gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen zu den Bundesländern mit dem geringsten Niederschlag im laufenden Monat.
Die regionale Verteilung zeigt deutliche Unterschiede. Während an den Stationen in Liebenau und Grebenstein (Landkreis Kassel) die vergleichsweise höchsten Regenmengen registriert wurden, verzeichnen Hungen und Lich im Landkreis Gießen die niedrigsten Werte. Selbst an den feuchteren Messstationen wurde das langjährige Monatsmittel bislang bei weitem nicht erreicht.
Ausblick: Drohende Rekordhitze ab Wochenmitte
Die durch die Schauer am Sonntag verursachte Abkühlung wird nach aktuellen Prognosen nur von kurzer Dauer sein. Bereits ab Dienstag zeichnet sich eine erneute Verschärfung der Wetterlage ab. Meteorologe Gudd warnt vor einer vierten Hitzewelle, die aus Südwesten kommend Hessen erreicht.
Ab der Wochenmitte sind Spitzenwerte von deutlich über 35 Grad möglich. Ob dabei neue Temperaturrekorde aufgestellt werden, lässt sich derzeit noch nicht mit Sicherheit sagen, doch die Wetterlage gilt als rekordverdächtig. Zum Vergleich: Die höchste jemals in Hessen gemessene Temperatur lag Ende Juni bei 41,3 Grad. Der aktuelle Trend lässt auf eine Fortsetzung der extrem trockenen und heißen Wetterbedingungen schließen, was die Situation für die Landwirtschaft und die Natur weiter verschärfen könnte.