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Werner Enke: Schauspieler ist tot
Schlagzeilen · 24.07.2026 11:23

Werner Enke: Schauspieler ist tot

Kurz: Der Schauspieler und Autor Werner Enke ist im Alter von 85 Jahren in München verstorben. Er wurde durch Kultfilme wie »Zur Sache, Schätzchen« bekannt.

Ein prägendes Gesicht des deutschen Films

Der deutsche Schauspieler, Autor und Regisseur Werner Enke ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Wie aus Berichten hervorgeht, verstarb Enke bereits am 20. Juli nach einer schweren Erkrankung in München. Die Nachricht über seinen Tod wurde durch einen engen Freund unter Berufung auf seine langjährige Lebensgefährtin, die Regisseurin May Spils, bestätigt.

Enke, der 1941 in Berlin geboren wurde und seine Kindheit in Göttingen verbrachte, war weit mehr als nur ein Darsteller. Sein kreatives Schaffen umfasste das Schreiben von Theaterstücken, Regiearbeiten sowie die Malerei. Dennoch bleibt er dem Publikum vor allem durch seine Rollen in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren in Erinnerung.

Durchbruch mit Kultstatus

Besonders zwei Produktionen festigten seinen Ruf in der deutschen Filmgeschichte: „Zur Sache, Schätzchen“ aus dem Jahr 1968 und „Nicht fummeln, Liebling!“ von 1970. In beiden Werken fungierte Enke nicht nur als Hauptdarsteller, sondern zeichnete auch für die Drehbücher verantwortlich. Die Regie führte bei diesen Projekten seine Lebensgefährtin May Spils.

Die Komödie „Zur Sache, Schätzchen“ gilt bis heute als Meilenstein. May Spils war damals erst 26 Jahre alt und die erste deutsche Regisseurin der Nachkriegszeit, die einen solchen Erfolg verbuchen konnte. Enke verkörperte in dem Film den lebensfrohen Nichtstuer Martin, der mit pseudophilosophischen Ansichten durch den Alltag driftet, bis ihn die Begegnung mit der gutbürgerlichen Barbara – gespielt von Uschi Glas – aus seinem gewohnten Trott reißt.

Erinnerungen an eine Ära des Aufbruchs

Der Erfolg von „Zur Sache, Schätzchen“ kam für die Beteiligten damals überraschend. Uschi Glas beschrieb die Premiere in München einmal als eine „Walze des Vergnügens“, die durch den Kinosaal gegangen sei. Der Film entwickelte sich zu einem Dauerbrenner und lief über zwei Jahre hinweg in den deutschen Kinos. Anekdoten zufolge war Enke während der Premiere sogar kurzzeitig irritiert, da das Publikum so laut lachte, dass seine Pointen in den Dialogen kaum zu verstehen waren.

Anlässlich seines Todes äußerte sich Uschi Glas bewegt gegenüber der „Abendzeitung“. Sie erinnerte an die gemeinsame Zeit vor der Kamera und betonte, dass die Zusammenarbeit trotz gelegentlicher Reibereien eine große Freude gewesen sei. „Lieber Werner, eigentlich wollten wir doch noch zusammen feiern“, schrieb die Schauspielerin in ihrem Abschiedsgruß.

Ein Blick auf das Erbe

Mit Werner Enke verliert die deutsche Kulturlandschaft einen Künstler, der das Lebensgefühl einer ganzen Generation in seinen Filmen einfing. Sein Wirken als Autor und Darsteller in den Produktionen von May Spils hat das deutsche Kino der 60er Jahre maßgeblich mitgeprägt. Während die Filmwelt nun Abschied nimmt, bleiben seine Werke als Zeitzeugnisse einer Ära bestehen, in der das deutsche Kino neue, humorvolle und unkonventionelle Wege einschlug.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/person-brillen-senior-bart-12908947/ · Foto: Efrem Efre
Quelle: https://www.spiegel.de/kultur/tv/werner-enke-schauspieler-ist-tot-a-873fde77-9521-4cb4-80c6-d96865338dbe#ref=rss