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Vor den "Midterms" - US-Regierung stellt in Briefwahl-Streit Eilantrag beim Supreme Court
Schlagzeilen · 28.07.2026 01:58

Vor den "Midterms" - US-Regierung stellt in Briefwahl-Streit Eilantrag beim Supreme Court

Kurz: Kurz vor den Midterms eskaliert der Streit um Wahlregeln: Die US-Regierung will per Eilantrag beim Supreme Court die Briefwahl-Vorgaben von Präsident Trump durc

Rechtlicher Streit um die Briefwahl vor den Midterms

Kurz vor den anstehenden Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten hat die US-Regierung den Obersten Gerichtshof (Supreme Court) eingeschaltet. Ziel des Eilantrags ist es, weitreichende Änderungen bei der Briefwahl noch vor dem Urnengang im November rechtlich abzusichern. Das US-Justizministerium drängt darauf, die entsprechenden Maßnahmen vorläufig in Kraft zu setzen.

Der Kern der Auseinandersetzung

Ausgangspunkt der juristischen Kontroverse ist ein Dekret von Präsident Trump aus dem März. Darin wurde verfügt, dass US-Behörden in jedem Bundesstaat eine Liste aller wahlberechtigten Bürger erstellen sollen. Die Vorgabe sieht vor, dass Briefwahlunterlagen künftig ausschließlich an Personen versandt werden dürfen, die explizit auf dieser zentral erstellten Liste geführt werden.

Die Umsetzung dieses Dekrets ist jedoch hochumstritten. Insgesamt 23 Bundesstaaten sowie der Hauptstadtbezirk Washington haben gegen die Anordnung geklagt. Die Kläger führen ins Feld, dass die Befugnis zur Festlegung von Wahlregeln allein bei den Bundesstaaten beziehungsweise dem Kongress liege. In zwei vorangegangenen Instanzen erhielten die Kläger bereits Recht, was die Regierung nun dazu veranlasste, den Supreme Court als letzte Instanz anzurufen.

Politische Hintergründe und Vorwürfe

Präsident Trump begründet seinen Vorstoß wiederholt mit der Behauptung, das System der Briefwahl sei anfällig für Fälschungen. Konkrete Belege für diese Anschuldigungen blieb die Regierung bisher schuldig. Da es in den USA keine allgemeine Ausweispflicht gibt, stellt die Identitätsprüfung bei Wahlen ein wiederkehrendes politisches Streitthema dar.

Kritiker der Maßnahme bewerten das Vorgehen der Regierung als einen gezielten Versuch der Wählerunterdrückung. Die Befürchtung ist, dass durch die neuen Hürden bei der Briefwahl bestimmte Wählergruppen, die statistisch eher dazu neigen, für die Demokraten zu stimmen, von der Wahlbeteiligung ausgeschlossen werden könnten.

Ausblick auf die nächsten Schritte

Die Entscheidung des Supreme Court wird mit Spannung erwartet, da sie die Rahmenbedingungen für die Midterms maßgeblich beeinflussen könnte. Sollte das Gericht dem Eilantrag der Regierung stattgeben, müssten die Bundesstaaten kurzfristig ihre administrativen Prozesse anpassen, um die neuen Vorgaben zur Briefwahl umzusetzen. Die juristische Auseinandersetzung verdeutlicht die tiefen Gräben innerhalb des US-Wahlsystems und die Bedeutung der Kompetenzverteilung zwischen Bundesebene und Einzelstaaten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/tabellen-flagge-stuhle-text-7103106/ · Foto: Edmond Dantès
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/us-regierung-stellt-in-briefwahl-streit-eilantrag-beim-supreme-court-100.html