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Vor 50 Jahren holte die DDR olympisches Fußball-Gold
Schlagzeilen · 31.07.2026 15:40

Vor 50 Jahren holte die DDR olympisches Fußball-Gold

Kurz: Vor 50 Jahren gelang der DDR-Auswahl in Montreal der größte Erfolg ihrer Fußballgeschichte. Ein Rückblick auf das einzige olympische Gold des deutschen Fußballs

Ein historischer Triumph in Vergessenheit

Während das 1:0 der DDR gegen die BR Deutschland bei der Weltmeisterschaft 1974 tief im kollektiven Gedächtnis verankert ist, verblasst die Erinnerung an einen anderen Meilenstein zunehmend: den olympischen Fußball-Sieg von 1976. Es markiert den bislang einzigen olympischen Goldmedaillengewinn einer deutschen Fußballmannschaft in der Geschichte.

Ein holpriger Start und der Druck der Funktionäre

Das Turnier in Kanada begann für die DDR-Auswahl keineswegs nach Wunsch. Ein torloses Unentschieden gegen Brasilien zum Auftakt löste beim mitgereisten Präsidenten des DDR-NOK, Manfred Ewald, heftige Reaktionen aus. Ewald, für den die Gesamtzahl der Medaillen das oberste Ziel darstellte, betrachtete das Remis gegen die junge brasilianische Mannschaft als Schmach. Zeitzeugen wie Hartmut Schade und Lothar Kurbjuweit berichten von massiven Drohungen seitens des Sportfunktionärs, der das Team am liebsten vorzeitig nach Hause geschickt hätte. Dass die Brasilianer, die auf ein riesiges Reservoir an Talenten zurückgreifen konnten, um Verträge kämpften, wurde in der DDR-Führungsebene kaum als mildernder Umstand gewertet.

Der Weg zum Finale

Trotz des enormen psychologischen Drucks bewies die Mannschaft ihre Qualität als Turniertruppe. Auf dem Weg ins Halbfinale wurden Spanien und Frankreich – letztere mit dem späteren Weltstar Michel Platini – souverän besiegt. In der Runde der letzten Vier wartete mit der Sowjetunion ein besonders schwerer Gegner. Die sowjetische Auswahl, trainiert von Walerij Lobanowskyi, bestand nahezu vollständig aus dem legendären Team von Dynamo Kiew, das kurz zuvor den UEFA-Supercup gegen den FC Bayern München gewonnen hatte. Die DDR-Mannschaft agierte jedoch überraschend offensiv und sicherte sich mit einem 2:1-Erfolg den Einzug ins Endspiel gegen Polen.

Ein Finale auf schwierigem Terrain

Das Finale gegen den WM-Dritten Polen fand unter kuriosen Bedingungen statt. Der Platz war durch vorangegangene Reiterwettbewerbe stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Um den Rasen optisch aufzuwerten, wurde kurzerhand grüne Farbe auf die umgewühlten Flächen gesprüht. Sportlich ließ sich die DDR davon nicht beirren: Bereits in der ersten Viertelstunde stellten Hartmut Schade und Martin Hoffmann die Weichen auf Sieg. Nach dem Anschlusstreffer durch Grzegorz Lato sorgte Reinhard Häfner kurz vor Schluss für den 3:1-Endstand.

Nachspiel und Anerkennung

Die Siegerehrung wurde von einem Eklat überschattet: Die sowjetische Mannschaft blieb dem Podest fern, was zu einem lautstarken Pfeifkonzert der Zuschauer führte. Medienberichten zufolge hatte Trainer Lobanowskyi aus Unmut über den dritten Platz den Spielern den Gang zur Medaillenübergabe untersagt.

Für die DDR-Spieler folgten auf den Triumph eher bescheidene materielle Belohnungen: 100 kanadische Dollar und eine Flasche Sekt. Zurück in der Heimat gab es einen Empfang bei Staatschef Erich Honecker, einen gravierten Siegelring sowie eine spätere Reise auf dem Kreuzfahrtschiff „Völkerfreundschaft“. Von Manfred Ewald, der den Erfolg maßgeblich an der Medaillenbilanz maß, ist bis heute kein offizieller Kommentar zu diesem historischen Sieg überliefert.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-person-baume-spielen-9552394/ · Foto: Omar Ramadan
Quelle: https://www.zdfheute.de/sport/olympia-fussball-ddr-gold-100.html