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Vierjährige Sperre? Ansah will NADA-Vorschlag nicht akzeptieren
Sport · 07.08.2026 14:56

Vierjährige Sperre? Ansah will NADA-Vorschlag nicht akzeptieren

Kurz: Die NADA fordert eine vierjährige Sperre für Sprinter Owen Ansah wegen einer angeblichen Doping-Verweigerung. Der Athlet wehrt sich und startet bei der EM.

Schwere Vorwürfe gegen deutschen Rekordsprinter

Kurz vor Beginn der Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham sieht sich Owen Ansah mit einer massiven sportrechtlichen Herausforderung konfrontiert. Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) hat gegen den deutschen Rekordhalter über 100 Meter einen Sanktionsbescheid erlassen, der eine Sperre von vier Jahren vorsieht. Der Vorwurf der Agentur wiegt schwer: Ansah soll sich geweigert oder unterlassen haben, eine Dopingprobe abzugeben.

Sollte der Athlet das Angebot der NADA akzeptieren, würde sich die Sperrdauer auf drei Jahre reduzieren. Doch für den 25-jährigen Sprinter kommt ein solches Schuldeingeständnis nicht infrage. Sein Rechtsbeistand, Rainer Tarek Cherkeh, stellte klar, dass der Vorschlag nicht akzeptiert werde. Der Fokus des Sportlers liege nun voll und ganz auf den anstehenden Wettkämpfen in Großbritannien.

Streitpunkt: Die Ereignisse vom 9. Juli

Der Konflikt entzündet sich an einem Vorfall vom 9. Juli. Nach Angaben von Ansah befand er sich auf dem Weg zum Flughafen, um an einem Diamond-League-Rennen in Monaco teilzunehmen, als ihn ein Kontrolleur außerhalb des vereinbarten Zeitfensters zur Abgabe einer Probe aufforderte. Der Sprinter gab an, aufgrund des Zeitdrucks und eines kurz zuvor erfolgten Toilettengangs nicht in der Lage gewesen zu sein, der Aufforderung unmittelbar nachzukommen. Er betonte, dies mit dem Kontrolleur besprochen zu haben, ohne dass ihm Konsequenzen aufgezeigt wurden.

Die NADA widerspricht dieser Darstellung und gibt an, der Athlet sei über die Konsequenzen aufgeklärt worden. Die Verteidigung weist den Vorwurf der Verweigerung jedoch entschieden zurück. Laut Anwalt Cherkeh habe Ansah zu keinem Zeitpunkt den Eindruck erweckt, die Kontrolle verweigern zu wollen oder die Abgabe abgelehnt zu haben.

Auswirkungen auf die EM und sportrechtliche Folgen

Der Sanktionsbescheid der NADA sieht zudem vor, dass sämtliche Ergebnisse des Athleten seit dem 9. Juli annulliert werden. Dies würde den Verlust der deutschen Meistertitel über 100 und 200 Meter bedeuten, die Ansah Ende Juli in Bochum-Wattenscheid errang.

Da der Sprinter bislang nicht vorläufig suspendiert wurde, darf er an der Europameisterschaft in Birmingham teilnehmen. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) bestätigte, dass Ansah über 100 und 200 Meter an den Start gehen wird, jedoch auf eine Teilnahme an den Staffel-Wettbewerben verzichtet. Jörg Bügner, Vorstand Leistungssport beim DLV, erklärte, dass man die Durchführung von Dopingkontrollen an die NADA delegiert habe, den Athleten aber weiterhin unterstütze.

Der weitere Prozessverlauf

Für Ansah beginnt nun eine Phase der rechtlichen Auseinandersetzung. Er hat eine Frist von 20 Tagen, um auf den Sanktionsbescheid zu reagieren. Entscheidet er sich gegen eine Akzeptanz, wird der Fall vor das Deutsche Sportschiedsgericht gehen. Eine finale Sperre würde erst mit einer rechtskräftigen Entscheidung oder einer entsprechenden Einigung in Kraft treten.

Experten wie der ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt weisen darauf hin, dass die NADA in der Ausübung der vorläufigen Suspendierung einen Ermessensspielraum hat. Eine vorsichtige Haltung der Agentur könnte auch darin begründet sein, mögliche Schadenersatzforderungen zu vermeiden, falls ein späteres Urteil die Suspendierung als unrechtmäßig einstufen sollte. Sollten sich die Vorwürfe der NADA jedoch vor dem Schiedsgericht bestätigen, dürften die Erfolgsaussichten für den Sprinter nach Einschätzung von Beobachtern als schwierig einzustufen sein.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/luftaufnahme-des-hamburger-fc-st-pauli-stadions-bei-sonnenuntergang-32416399/ · Foto: Niklas Jeromin
Quelle: https://www.sportschau.de/leichtathletik/em/vierjaehrige-sperre-ansah-will-nada-vorschlag-nicht-akzeptieren,la-em-2026-birmingham-ansah-100.html