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Verweigerter Dopingtest - NADA schlägt Vier-Jahres-Sperre gegen Ansah vor
Sport · 07.08.2026 12:06

Verweigerter Dopingtest - NADA schlägt Vier-Jahres-Sperre gegen Ansah vor

Kurz: Die NADA fordert eine vierjährige Sperre gegen den deutschen Rekordsprinter Owen Ansah. Der Vorwurf: Verweigerung einer Dopingkontrolle kurz vor der EM.

Schwere Vorwürfe gegen deutschen Rekordsprinter

Kurz vor dem Beginn der Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham erschüttert eine Meldung die deutsche Sportwelt: Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) hat einen Sanktionsvorschlag gegen den deutschen Rekordsprinter Owen Ansah vorgelegt. Die Behörde fordert eine vierjährige Sperre für den Athleten des HSV. Hintergrund ist der Vorwurf, der 25-Jährige habe sich geweigert oder unterlassen, eine Dopingprobe abzugeben.

Der Vorfall im Juli

Der Konflikt nahm seinen Anfang Anfang Juli. Nach Angaben des Athleten ereignete sich der Vorfall, als er kurzfristig als Nachrücker für ein Diamond-League-Rennen in Monaco nominiert wurde. Der Sprinter befand sich nach eigenen Aussagen auf dem Weg zum Flughafen, als ein NADA-Kontrolleur außerhalb des vereinbarten Zeitfensters eine Probe forderte. Ansah gab an, unter erheblichem Zeitdruck gestanden zu haben und aufgrund eines kurz zuvor erfolgten Toilettengangs nicht in der Lage gewesen zu sein, die Probe unmittelbar zu liefern.

Mögliche Konsequenzen für die Titelsammlung

Sollte der Sanktionsvorschlag der NADA Bestand haben, hätte dies weitreichende sportliche Folgen für den Sprinter. Der Bescheid sieht vor, dass alle Wettkampfergebnisse ab dem 9. Juli 2026 annulliert werden. Dies würde den Verlust der deutschen Meistertitel über 100 und 200 Meter bedeuten, die Ansah Ende Juli in Bochum-Wattenscheid errungen hatte.

Status vor der Europameisterschaft

Trotz des laufenden Verfahrens ist Owen Ansah derzeit nicht suspendiert. Da die geforderte Sperre noch nicht rechtskräftig ist, bleibt ein Start bei den Europameisterschaften in Birmingham (10. bis 16. August) theoretisch möglich. Die Sperre würde erst mit einer finalen Entscheidung oder durch eine freiwillige Akzeptanz des Sanktionsbescheids in Kraft treten.

Der Athlet hat nun eine Frist von 20 Tagen, um auf den Vorschlag der NADA zu reagieren. Er kann die Strafe akzeptieren – was die Dauer bei einer Zustimmung auf drei Jahre reduzieren würde – oder die Einleitung eines Disziplinarverfahrens vor dem Deutschen Sportschiedsgericht verlangen.

Ungewissheit im DLV-Kader

Für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) stellt die Situation eine Herausforderung dar. Ansah gilt als einer der Medaillenkandidaten über die Sprintdistanzen und ist zudem als feste Größe für die 4x100-Meter-Staffel eingeplant, die zum erweiterten Favoritenkreis zählt. Ob der Verband den Athleten unter diesen Umständen tatsächlich für die Wettbewerbe in Birmingham aufstellt, bleibt abzuwarten. Die sportliche Vorbereitung auf die Titelkämpfe wird durch die juristische Auseinandersetzung im Hintergrund erheblich belastet.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/coup-de-tete-dans-un-match-de-foot-32108866/ · Foto: Bechir Lachiheb
Quelle: https://www.sportschau.de/leichtathletik/em/nada-schlaegt-vier-jahres-sperre-gegen-sprinter-ansah-vor,la-em-2026-birmingham-ansah-100.html