News aus aller Welt
Start
Van der Poel gewinnt Sprint-Krimi, Pogacar Gesamtsieger
Schlagzeilen · 26.07.2026 20:13

Van der Poel gewinnt Sprint-Krimi, Pogacar Gesamtsieger

Kurz: Mathieu van der Poel triumphiert beim Finale in Paris, während Tadej Pogacar zum fünften Mal den Gesamtsieg der Tour de France sichert.

Ein historischer Abschluss in Paris

Die 113. Ausgabe der Tour de France fand mit einem spektakulären Finale auf den Champs-Élysées ihren Abschluss. Der Niederländer Mathieu van der Poel sicherte sich in einem packenden Sprint den Sieg auf der 21. Etappe. Gemeinsam mit dem Gesamtführenden Tadej Pogacar hatte er sich am letzten Anstieg des Tages, dem Montmartre, vom Feld abgesetzt. Während das herannahende Hauptfeld Pogacar auf den letzten Metern noch einholte, mobilisierte van der Poel seine letzten Reserven und rettete einen hauchdünnen Vorsprung über die Ziellinie.

Das Podium der Tageswertung komplettierten van der Poels Teamkollege Jasper Philipsen sowie der Däne Mads Pedersen. Für den deutschen Radsport sorgte Max Kanter für ein Ausrufezeichen: Mit einem starken vierten Platz bestätigte er seine gute Form, nachdem er bereits während der gesamten Rundfahrt fünfmal unter die besten Zehn gefahren war.

Pogacar schreibt Radsportgeschichte

Mit dem Erreichen des Ziels in Paris krönte Tadej Pogacar seine dominante Vorstellung bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt. Der Slowene sicherte sich zum fünften Mal den Gesamtsieg und zog damit mit der Radsport-Legende Eddy Merckx gleich. Seine Überlegenheit unterstrich er unter anderem mit einem Rekord am legendären Alpe d’Huez, der 31 Jahre Bestand hatte.

Neben seiner eigenen Leistung fiel Pogacar durch seine Rolle als Teamkapitän auf. Er unterstützte seinen mexikanischen Teamkollegen Isaac Del Toro mehrfach durch Windschattenarbeit und taktische Hilfe an den Anstiegen. Del Toro zahlte das Vertrauen zurück und belegte bei seiner Tour-Premiere den dritten Platz in der Gesamtwertung, womit er sich zudem das Weiße Trikot des besten Jungprofis sicherte. Auf dem zweiten Rang landete der belgische Zeitfahrweltmeister Remco Evenepoel, der seine Kletterfähigkeiten im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gesteigert hat.

Rahmenbedingungen und sportliche Einordnung

Die diesjährige Tour war von extremen äußeren Bedingungen geprägt. Insbesondere die 21. Etappe musste aufgrund von Waldbränden von 133 auf 89 Kilometer verkürzt und zeitlich verschoben werden. Auch Hitze und schwere Stürze, die unter anderem zum Ausscheiden des Mitfavoriten Jonas Vingegaard führten, prägten den Verlauf der drei Wochen.

In der Sonderwertung der Bergfahrer setzte sich der Ecuadorianer Richard Carapaz durch, der nach drei Podestplätzen in den Alpen zum zweiten Mal das gepunktete Trikot gewann. Das Grüne Trikot für den besten Sprinter ging an Mads Pedersen, der durch seine Präsenz in Ausreißergruppen auf anspruchsvollem Terrain den entscheidenden Vorsprung gegenüber der Konkurrenz herausfuhr.

Deutsche Bilanz: Hoffnung und verpasste Chancen

Aus deutscher Sicht verlief die Tour de France 2026 durchwachsen. Der erhoffte Etappensieg blieb erneut aus. Besonders schwer wog der verletzungsbedingte Ausfall von Florian Lipowitz, der nach einem Schlüsselbeinbruch das Rennen vorzeitig beenden musste, obwohl er zu diesem Zeitpunkt auf einem aussichtsreichen fünften Gesamtrang lag. Experten trauen ihm für 2027 eine erneute Attacke auf das Klassement zu.

Nils Politt, der seit 2024 für das Team von Pogacar fährt, agierte erneut als Edelhelfer und trug maßgeblich zum dritten Gesamtsieg des Slowenen bei. Felix Engelhardt, der als kämpferischster Fahrer auf der zweiten Etappe ausgezeichnet wurde, zeigte ebenfalls Potenzial, während die Leistungen von Georg Steinhauser und Georg Zimmermann hinter den Erwartungen zurückblieben. Die sportliche Leitung blickt nun auf das kommende Jahr, in dem insbesondere Max Kanter nach seinen Top-Platzierungen als Hoffnungsträger für einen Etappensieg gilt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/manner-sport-stehen-suche-6831794/ · Foto: cottonbro studio
Quelle: https://www.zdfheute.de/sport/tour-de-france-van-der-poel-pogacar-100.html