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US-Politiker zitiert Infantino vor Ausschuss - "Rote Karte für Korruption"
Sport · 28.07.2026 10:15

US-Politiker zitiert Infantino vor Ausschuss - "Rote Karte für Korruption"

Kurz: Der US-Abgeordnete Jamie Raskin fordert FIFA-Boss Gianni Infantino zur Aufklärung über dessen enge Kontakte zu Donald Trump und mögliche Korruption auf.

Politische Untersuchung der FIFA-Strukturen

Ein hochrangiger US-Politiker hat das Verhältnis zwischen dem Fußball-Weltverband FIFA und dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump in den Fokus einer offiziellen Untersuchung gerückt. Jamie Raskin, der ranghöchste Demokrat im Justizausschuss des Repräsentantenhauses, hat FIFA-Präsident Gianni Infantino dazu aufgefordert, umfassende Informationen über seine Kontakte zur US-Regierung offenzulegen. Raskin, der bei einem Machtwechsel nach den Parlamentswahlen im November gute Chancen auf den Vorsitz des Ausschusses hat, sieht in den bisherigen Verflechtungen Anzeichen für korrupte Machenschaften.

Vorwurf der politischen Gefälligkeiten

Im Zentrum der Kritik steht der Verdacht, dass Infantino durch gezielte Gefälligkeiten das Wohlwollen Trumps gesucht habe. Als besonders umstritten gilt die Verleihung eines neu geschaffenen Friedenspreises der FIFA an den Republikaner. Laut Raskin sei dieser Preis als Ersatz für den ausbleibenden Friedensnobelpreis inszeniert worden, was er als „lächerlich gefälscht“ bezeichnete.

Ein weiterer konkreter Vorwurf betrifft die sportliche Ebene: Während der Weltmeisterschaft wurde eine Rotsperre des US-Stürmers Folarin Balogun nach einem Telefonat zwischen Trump und Infantino in eine Bewährungsstrafe umgewandelt. Dies ermöglichte dem Spieler den Einsatz im Achtelfinale gegen Belgien. Die FIFA betont hierzu, dass die Entscheidung bei der formal unabhängigen Disziplinarkommission gelegen habe. Infantino selbst wies sämtliche Vorwürfe über seine Social-Media-Kanäle zurück und sprach von „Hass und Kritik“, ohne jedoch auf die inhaltlichen Punkte einzugehen.

Finanzielle Transaktionen und Ticketpreise

Neben den persönlichen Kontakten rücken auch finanzielle Aspekte in den Fokus der Untersuchung. Raskin weist in seinem Schreiben auf ein FIFA-Büro im New Yorker Trump Tower hin, dessen Mietkosten auf jährlich rund 600.000 US-Dollar geschätzt werden. Der Abgeordnete fordert nun eine detaillierte Auflistung aller Geldtransfers sowie Geschenke an Trump, dessen Regierung und Familienmitglieder.

Ein weiterer Streitpunkt sind die Ticketpreise der jüngsten Weltmeisterschaft. Laut Raskin habe die FIFA in ihrer Bewerbung versprochen, das teuerste Finalticket für 1.550 US-Dollar anzubieten. Tatsächlich seien Preise von bis zu 33.000 US-Dollar verlangt worden. Raskin verlangt in diesem Zusammenhang die Offenlegung der gesamten Kommunikation zwischen dem Weltverband und der US-Regierung.

Nächste Schritte und politische Tragweite

Bis zum 9. August soll die FIFA die angeforderten Unterlagen vorlegen. Zudem hat Raskin den FIFA-Präsidenten dazu aufgefordert, bei einem Aufenthalt in den USA persönlich vor dem Justizausschuss zu erscheinen. Sollten die Demokraten bei den Wahlen im November die Mehrheit im Repräsentantenhaus erlangen, könnten die Ermittlungen eine neue, förmliche Qualität annehmen. Die Forderung nach einer „Roten Karte für Korruption“ unterstreicht die Entschlossenheit der politischen Akteure, die Transparenz des Weltverbandes und dessen Verflechtungen mit der US-Spitzenpolitik kritisch zu hinterfragen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/gebaude-stadion-football-london-9251066/ · Foto: Tony Wu
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/us-politiker-zitiert-infantino-vor-ausschuss-rote-karte-fuer-korruption,raskin-100.html