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US-Cyberbehörde: Iranische Hacker stecken wohl hinter Angriffen auf US-Wasserwerke
Technik · 02.08.2026 14:20

US-Cyberbehörde: Iranische Hacker stecken wohl hinter Angriffen auf US-Wasserwerke

Kurz: Die US-Cyberbehörde Cisa warnt nach koordinierten Angriffen auf Wasserversorger vor Sicherheitslücken in der Steuerungstechnik und verdächtigt iranische Akteure

Bedrohungslage für kommunale Wasserversorger

Die Cybersicherheit kritischer Infrastrukturen in den USA steht erneut im Fokus. Die US-Cybersicherheitsbehörde Cisa hat eine dringende Warnung an Betreiber von Wasser- und Abwasseranlagen herausgegeben. Hintergrund ist eine Serie koordinierter Cyberangriffe, die Ende Juli 2026 für erhebliche Unruhe sorgte. Allein im Bundesstaat Minnesota waren mehr als 30 kommunale Wasserversorger innerhalb von nur zwei Tagen von den Vorfällen betroffen.

Die Behörden stufen die Angriffe als gezielte Kampagne ein, nicht als isolierte Testversuche. Die FBI-Ermittlungen bestätigen zudem, dass mittlerweile Versorger aus mindestens sieben verschiedenen Bundesstaaten entsprechende Sicherheitsvorfälle gemeldet haben.

Funktionsweise der Angriffe und Auswirkungen

Die Angreifer nahmen gezielt Technik ins Visier, die für die Fernüberwachung und Steuerung der Anlagen essenziell ist. Im Zentrum stehen dabei speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) sowie die zugehörigen Bedienpanels. Die Vorgehensweise der Täter war dabei direkt auf die Handlungsfähigkeit der Betreiber gerichtet:

* **Manipulation von Zugangsdaten:** In einigen Fällen änderten die Angreifer Passwörter und sperrten das Personal so effektiv von den eigenen Leitständen aus.

* **Netztrennung:** Geräte wurden gezielt vom Netzwerk getrennt.

* **Betriebsunterbrechungen:** Die Folge waren längere Phasen, in denen Anlagen manuell gesteuert werden mussten.

Obwohl offizielle Stellen in Minnesota betonten, dass die Sicherheit des Trinkwassers zu keinem Zeitpunkt gefährdet war, blieben die Auswirkungen spürbar. Berichte über notwendige Abkochgebote für Trinkwasser kursierten, und vereinzelt wurde von Druckverlusten oder Überflutungen berichtet. Diese schwerwiegenderen Vorfälle werden derzeit noch von den Ermittlungsbehörden geprüft und sind bisher nicht unabhängig bestätigt.

Verdacht auf iranische Urheberschaft

Die US-Ermittlungsbehörden ordnen die Vorfälle in einen größeren, nationalen Kontext ein. Medienberichten zufolge deuten die bisherigen Erkenntnisse darauf hin, dass Hacker mit Verbindungen zum Iran für die Angriffe verantwortlich sein könnten. Diese Einschätzung stützt sich auf ein bekanntes Muster, das bereits in früheren Kampagnen beobachtet wurde.

Das Interesse iranischer Akteure an der US-Infrastruktur ist kein neues Phänomen. In der Vergangenheit wurden verschiedene Gruppen mit Angriffen auf unterschiedliche Sektoren in Verbindung gebracht, darunter der Medizintechnikhersteller Stryker sowie die Verkehrsbehörde des Los Angeles County. Experten wie Cynthia Kaiser, eine ehemalige FBI-Cybersicherheitsexpertin, ordnen die aktuelle Kampagne in Minnesota als Fortsetzung früherer, auf SPS-Systeme ausgerichteter Angriffe ein, vor denen die Bundesbehörden bereits im April gewarnt hatten.

Empfehlungen der Behörden und operative Konsequenzen

Die Cisa hat eine klare Empfehlung für die Betreiber kritischer Anlagen: Die Steuerungstechnik müsse umgehend aus dem öffentlichen Internet entfernt werden. Um die Integrität der Systeme wiederherzustellen, griffen die Betreiber in den betroffenen Kommunen auf manuelle Notfallmaßnahmen zurück. Die Anlagen wurden abgeschaltet und erst nach einer gründlichen Überprüfung durch Techniker wieder in Betrieb genommen.

Die IT-Sicherheitsverantwortlichen der betroffenen Bundesstaaten arbeiten eng mit den Bundesbehörden zusammen, um die Vorfälle aufzuarbeiten. Während die Ermittlungen zur Identifizierung der Täter und zur genauen Analyse der Angriffspfade andauern, bleibt die Absicherung der industriellen Steuerungstechnik die vordringliche Aufgabe für die Betreiber, um künftige Ausfälle und Manipulationen zu verhindern.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/luftaufnahme-der-stadtlandschaft-teherans-in-der-abenddammerung-31468386/ · Foto: Mehdi Salehi
Quelle: https://www.golem.de/news/us-cyberbehoerde-iranische-hacker-stecken-wohl-hinter-angiffen-auf-us-wasserwerke-2608-211519.html