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Urselbach-Renaturierung in Frankfurt: 3.000 Tonnen belastete Erde entdeckt
Regional · 23.07.2026 20:07

Urselbach-Renaturierung in Frankfurt: 3.000 Tonnen belastete Erde entdeckt

Kurz: Bei der Renaturierung des Urselbachs in Frankfurt wurden 3.000 Tonnen mit Schwermetallen belastete Erde entdeckt. Das sorgt für Verzögerungen und Kritik der Anw

Unerwartete Altlasten am Urselbach

Im Frankfurter Norden sollte die Renaturierung des Urselbachs eigentlich für einen besseren Hochwasserschutz und eine ökologische Aufwertung sorgen. Doch das Bauvorhaben, das den Bachlauf zwischen dem Eschersheimer Freibad und dem Mertonviertel umfasst, stößt auf massive Hindernisse. Bei den Erdarbeiten stießen die Verantwortlichen auf rund 3.000 Tonnen kontaminiertes Erdreich. Die Belastungen umfassen Schwermetalle sowie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die als potenziell krebserregend eingestuft werden.

Ursprung in der Industriegeschichte

Dass der Boden in diesem Bereich nicht unbelastet sein würde, war den Planern – der Stadt Frankfurt und der Deutschen Bahn – grundsätzlich bekannt. Das Ausmaß der Verunreinigung kam jedoch überraschend. Der Standort ist historisch geprägt: In der Umgebung waren einst die Vereinigten Deutschen Metallwerke (VDM) sowie die Heddernheimer Kupferwerke ansässig. Experten und lokale Vertreter gehen davon aus, dass die Altlasten auf historische Abwassereinleitungen dieser Betriebe zurückzuführen sind, deren Tätigkeit teilweise bereits vor dem Zweiten Weltkrieg endete.

Kritik an Informationspolitik und Baufortschritt

Besonders in der Anwohnerschaft wächst der Unmut. Stephanie Mohr-Hauke, Mitglied des Ortsbeirats (SPD), bemängelt, dass die Bevölkerung über die Kontaminationen nicht proaktiv informiert wurde. Erst durch Gespräche mit Bauarbeitern hätten Anwohner von den Belastungen erfahren. Auch die Ortsbeiratsvorsitzende Katja Klenner (CDU) kritisiert die mangelnde Kommunikation seitens der Behörden. Der Ortsbeirat hat daher einen Antrag an den Magistrat gestellt, um detaillierte Informationen über den Sachverhalt zu erhalten.

Unterstützung für mehr Transparenz kommt auch vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Hessen. Die Biologin Claudia von Eisenhart Rothe warnt davor, Funde dieser Art zu verschweigen. Aus Sicht des Verbandes sei eine sofortige und vollständige Veröffentlichung aller Messdaten unerlässlich, um das Vertrauen der Bevölkerung zu wahren und potenzielle Gefahren auszuschließen.

Kosten und Entsorgungskonzept

Die Entsorgung der 3.000 Tonnen Erde stellt eine logistische und finanzielle Herausforderung dar. Die Deutsche Bahn beziffert die Kosten für die fachgerechte Beseitigung auf einen Betrag im sechsstelligen Bereich. Eine Aufteilung dieser Kosten zwischen der Stadt Frankfurt und der Bahn ist im Gespräch. Ob die Verursacher der historischen Verschmutzungen noch in Regress genommen werden können, wird derzeit von der Stadt geprüft.

Die Deutsche Bahn betont, dass von den Altlasten derzeit keine Gefahr für Mensch oder Umwelt ausgehe, da die betroffenen Bereiche mit Folien abgedeckt und gesichert seien. Ein Teil der belasteten Erde wird bereits seit Ende Mai auf einer Deponie im Großraum Frankfurt entsorgt. Für die restlichen Mengen wird derzeit ein Entsorgungskonzept erarbeitet, das auf weiteren Bodenproben und Analysen basiert.

Zeitplan bleibt bestehen

Trotz der Schwierigkeiten hält die Deutsche Bahn an ihrem Zeitplan fest. Das Projekt, das als Ausgleichsmaßnahme für den Ausbau der S6 dient, soll wie geplant bis Ende 2026 fertiggestellt werden. Die Anwohner hoffen nun, dass die Arbeiten zügig voranschreiten und die Renaturierung des Urselbachs nach über 20 Jahren Planung ohne weitere Verzögerungen zum Abschluss gebracht wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-wasser-skyline-gebaude-10169393/ · Foto: Volker Meyer
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-urselbach-renaturierung-in-frankfurt-3-000-tonnen-belastete-erde-entdeckt-100.html