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Ungewöhnlich viele Kinder an Keuchhusten in Wiesbaden erkrankt - Impfung gecheckt?
Technik · 06.08.2026 08:48

Ungewöhnlich viele Kinder an Keuchhusten in Wiesbaden erkrankt - Impfung gecheckt?

Kurz: In Wiesbaden steigen die Keuchhusten-Fälle bei Kindern. Das Gesundheitsamt ruft zur Impfkontrolle auf, um besonders gefährdete Gruppen zu schützen.

Anstieg der Infektionszahlen in Wiesbaden

In den vergangenen Wochen hat das Gesundheitsamt in Wiesbaden einen bemerkenswerten Anstieg an Keuchhusten-Fällen registriert. Nach Angaben der Stadtverwaltung sind insbesondere Kinder bis zum Alter von neun Jahren von der bakteriellen Atemwegserkrankung betroffen. Obwohl die Fallzahlen zwischenzeitlich kurzzeitig rückläufig waren, bewegen sie sich weiterhin auf einem Niveau, das über dem Durchschnitt vergleichbarer Zeiträume liegt.

Interessanterweise stellt Wiesbaden in dieser Hinsicht eine Ausnahme dar. Wie Daten des hessischen Gesundheitsministeriums belegen, ist die Landeshauptstadt die einzige Kommune in Hessen, in der eine solche Häufung der Infektionen derzeit beobachtet wird. Die genauen Ursachen für diesen lokalen Anstieg konnten bisher nicht abschließend geklärt werden. Den Behörden liegen derzeit keine Hinweise darauf vor, dass die Infektionen ihren Ursprung in spezifischen Gemeinschaftseinrichtungen haben.

Warum Keuchhusten in Wellen auftritt

Fachleute ordnen das aktuelle Geschehen in einen größeren Kontext ein. Keuchhusten, medizinisch als Pertussis bekannt, tritt erfahrungsgemäß in regelmäßigen Wellen auf. Typischerweise folgen diese Ausbrüche einem Rhythmus von vier bis sechs Jahren. Lokale Häufungen sind daher kein unbekanntes Phänomen für die Gesundheitsämter.

Zudem spielt der Faktor der Aufmerksamkeit eine Rolle bei der statistischen Erfassung. Sobald ein erhöhtes Bewusstsein für die Krankheit in der Bevölkerung und bei Ärzten herrscht, werden Kontaktpersonen intensiver untersucht. Dies führt dazu, dass auch Infektionen, die lediglich mit milden Symptomen einhergehen oder sogar symptomlos verlaufen, häufiger erkannt und in die Statistik aufgenommen werden.

Symptome und Ansteckungsrisiken

Keuchhusten wird durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen übertragen. Die Erkrankung beginnt oft schleichend und ähnelt in der Anfangsphase einer gewöhnlichen Erkältung. Betroffene leiden unter Schnupfen, leichtem Husten und allgemeiner Abgeschlagenheit. Problematisch ist, dass gerade in diesem frühen Stadium die Ansteckungsgefahr besonders hoch ist.

Im weiteren Verlauf der Krankheit können sich die Symptome deutlich verschlimmern. Charakteristisch sind dann krampfartige Hustenanfälle, die über mehrere Wochen anhalten können. Diese Attacken gehen häufig mit Atemnot, einem keuchenden Einatmen oder sogar Erbrechen einher.

Schutz durch Impfung: Wer ist besonders gefährdet?

Obwohl die bisherigen Krankheitsverläufe in Wiesbaden laut Gesundheitsamt überwiegend mild waren, mahnt die Behörde zur Vorsicht. Der wichtigste Schutz gegen schwere Verläufe ist die Impfung. Ein hoher Impfgrad in der Bevölkerung dient zudem als indirekter Schutz für vulnerable Gruppen, die sich selbst noch nicht oder nicht ausreichend schützen können.

Besonders gefährdet sind Neugeborene und Säuglinge, bei denen Keuchhusten lebensbedrohliche Atemstillstände auslösen kann. Da Säuglinge erst ab einem Alter von zwei Monaten geimpft werden können, sind sie auf den sogenannten Nestschutz durch geimpfte Personen in ihrem Umfeld angewiesen. Auch ältere Menschen sowie Personen mit chronischen Herz-, Lungen- oder anderen Grunderkrankungen tragen ein erhöhtes Risiko für Komplikationen.

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko)

Die Stiko empfiehlt klare Impfschemata, um die Ausbreitung von Pertussis einzudämmen:

* **Säuglinge:** Drei Teilimpfungen im Alter von zwei, vier und elf Monaten.

* **Kinder und Jugendliche:** Auffrischimpfungen im Alter von fünf bis sechs Jahren sowie erneut zwischen neun und 16 Jahren.

* **Erwachsene:** Eine einmalige Auffrischung, die idealerweise mit der nächsten fälligen Tetanus- und Diphtherie-Impfung kombiniert werden sollte.

* **Schwangere:** Die Impfung wird in jeder Schwangerschaft ab der 28. Woche empfohlen, um den Säugling direkt nach der Geburt zu schützen. Bei einem erhöhten Risiko für Frühgeburten kann die Impfung bereits im zweiten Trimester erfolgen.

* **Kontaktpersonen:** Personen, die engen Kontakt zu Neugeborenen haben, sollten ihren Impfschutz prüfen lassen, sofern die letzte Impfung mehr als zehn Jahre zurückliegt.

Das Gesundheitsamt Wiesbaden rät dazu, bei anhaltendem Husten frühzeitig einen Arzt aufzusuchen und den eigenen Impfstatus sowie den der Kinder kritisch zu überprüfen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/frau-im-weissen-langarmhemd-das-auf-schwarzem-sofa-sitzt-6437620/ · Foto: Marta Wave
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-ungewoehnlich-viele-faelle-von-keuchhusten-in-wiesbaden-100.html