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"Unbeständig, liebenswert, verrückt": Frankfurt Galaxy mogelt sich in die Playoffs
Regional · 11.08.2026 07:36

"Unbeständig, liebenswert, verrückt": Frankfurt Galaxy mogelt sich in die Playoffs

Kurz: Frankfurt Galaxy hat trotz einer durchwachsenen Saison den Einzug in die EFA-Playoffs geschafft. Im Halbfinale wartet nun der Favorit aus München.

Ein hart erkämpftes Ticket für die Post Season

Die Frankfurt Galaxy hat ihr primäres Saisonziel erreicht: Nach einer Spielzeit, die von vielen Höhen und Tiefen geprägt war, steht das Team in der neu gegründeten European Football Alliance (EFA) in den Playoffs. Der Weg dorthin gestaltete sich jedoch deutlich schwieriger, als es sich die Verantwortlichen vor Saisonbeginn erhofft hatten. Am vergangenen Sonntag sicherte sich die Mannschaft den entscheidenden vierten Sieg im zehnten Spiel der regulären Saison. Dieser Erfolg, ein knapper 37:34-Auswärtssieg beim Tabellenletzten in Prag, war zwar spielerisch keine Glanzleistung, reichte aber aus, um den dritten Tabellenplatz zu festigen und das Ticket für die Post Season zu lösen. Damit zieht Frankfurt erstmals in der Geschichte der EFA in die entscheidende Phase der Meisterschaft ein. Für die Anhänger der sogenannten „Men in Purple“ ist dies ein Erfolg, der jedoch durch die schwierigen Begleitumstände der Saison und die nun anstehende, äußerst schwere Aufgabe im Halbfinale gegen die Munich Ravens mit einer gewissen Skepsis betrachtet wird. Dennoch bleibt das Erreichen der Playoffs ein Meilenstein für das Frankfurter Franchise, das nun die Chance erhält, sich gegen die Top-Teams der Liga zu beweisen.

Die sportliche Bilanz und die Akteure auf dem Feld

Die sportliche Bilanz der regulären Saison fällt bei genauerer Betrachtung durchwachsen aus. Mit großen Ambitionen und einem Kader, der auf dem Papier als einer der stärksten der Liga galt, blieb das Team hinter den hohen Erwartungen zurück. Quarterback Ethan Garbers konnte die erhofften Impulse in der Offensive nicht wie geplant setzen, was dazu führte, dass er spät in der Saison durch Zach Calzara ersetzt wurde. Auch der Tight End Adria Botella Moreno, der als hochkarätige Verstärkung verpflichtet wurde, konnte bisher nicht die Rolle des absoluten Unterschiedsspielers ausfüllen, die man sich von ihm versprochen hatte. Die Defensive, die zu Saisonbeginn noch mit einer starken Leistung aufhorchen ließ, baute im Verlauf der Spielzeit deutlich ab, was die Unbeständigkeit der gesamten Mannschaft unterstreicht. Dass der Sieg gegen Prag am Ende den Ausschlag gab, zeigt, wie eng es in der Tabelle zuging. Die statistische Bilanz von vier Siegen aus zehn Partien spiegelt wider, dass das Team in vielen Momenten eher durch Kampfgeist als durch spielerische Dominanz überzeugen konnte. Die Spieler stehen nun vor der Herausforderung, diese individuellen und kollektiven Schwächen für die kommenden K.o.-Spiele abzustellen.

Der lange Weg zur EFA-Playoff-Teilnahme

Die Entstehung dieser Playoff-Teilnahme ist eng mit den hohen Erwartungen verknüpft, die vor Saisonbeginn in der EFA herrschten. Frankfurt Galaxy ging mit viel Optimismus in die erste Saison der neu gegründeten Liga. Man sah sich gut aufgestellt, nicht nur durch die Verpflichtung vermeintlich erstklassiger Spieler auf Schlüsselpositionen, sondern auch durch ein taktisches Konzept, das auf eine wiedererstarkte Defensive und eine schlagkräftige Offensive setzen sollte. Doch im Laufe der regulären Saison zeigte sich, dass die Realität weit von diesen theoretischen Annahmen entfernt war. Die Mannschaft musste sich mit einer neuen Liga-Struktur und einer hohen Leistungsdichte auseinandersetzen. Die Entwicklung verlief holprig, und die erhoffte Konstanz blieb über die gesamte Spielzeit hinweg aus. Dass man sich nun „irgendwie in die Playoffs gemogelt“ hat, wie es in der Berichterstattung treffend heißt, ist das Resultat einer Saison, in der das Team zwar nie völlig einbrach, aber eben auch nie die Souveränität ausstrahlte, die man von einem Titelanwärter erwarten würde. Der Sieg in Prag war dabei der notwendige Schlusspunkt unter eine Phase des Suchens und Findens, die nun in die entscheidende Phase mündet.

Akteure und Verantwortliche in der Analyse

Im Zentrum des Geschehens steht Cheftrainer Thomas Kösling, der die sportliche Ausrichtung der Galaxy maßgeblich verantwortet. Kösling zeigt sich trotz der Kritik am spielerischen Niveau seiner Mannschaft gelassen und betont, dass das Erreichen der Playoffs das einzige Ziel war, das zählte. Er bewertet die Art und Weise, wie die Qualifikation zustande kam, als zweitrangig. In seiner Einschätzung charakterisiert er sein Team als „unbeständig, liebenswert und verrückt“ – eine Beschreibung, die auch die Stimmungslage im Umfeld des Vereins gut einfängt. Die Spieler, von denen einige wie Calzara erst spät in den Fokus rückten, stehen nun unter besonderer Beobachtung. Auch die Fans am Bornheimer Hang spielen eine zentrale Rolle; trotz der sportlichen Achterbahnfahrt der vergangenen Jahre ist der Support für die „Men in Purple“ ungebrochen. Diese Loyalität der Anhängerschaft ist ein wesentlicher Faktor, der den Verein auch in schwierigen Phasen stabilisiert hat. Kösling setzt auf diesen Rückhalt und hofft, dass die Unterstützung der Fans im Halbfinale gegen die Munich Ravens als zusätzlicher Motivator fungieren kann, um die Außenseiterrolle erfolgreich auszufüllen.

Einordnung der aktuellen Situation

Einzuordnen ist die aktuelle Situation der Frankfurt Galaxy als eine Mischung aus Erleichterung und Respekt vor der kommenden Herausforderung. Dass die Freude über den Playoff-Einzug durch die Paarung gegen die Munich Ravens, das bislang beste Team der Liga, gedämpft wurde, ist ein deutliches Zeichen für den Realismus im Umfeld. Den Berichten zufolge ist die Mannschaft im Halbfinale der klare Außenseiter. Die bisherige Saison hat gezeigt, dass Frankfurt zwar das Potenzial hat, in der EFA mitzuhalten, aber gegen absolute Top-Teams wie München bisher nicht die nötige Konstanz auf das Feld bringen konnte. Die Bezeichnung „große Underdog“ wird von Kösling bewusst angenommen, um den Druck von der Mannschaft zu nehmen. Dennoch ist die Ausgangslage objektiv betrachtet schwierig. Die sportliche Qualität, die München in dieser Saison gezeigt hat, übersteigt die bisherigen Leistungen der Frankfurter deutlich. Die Einordnung der Experten deutet darauf hin, dass Frankfurt nur dann eine Chance hat, wenn sie ihr bestes Saisonspiel abrufen und das Team die Unbeständigkeit, die Kösling selbst ansprach, vollständig ablegt.

Offene Fragen und der Blick nach vorne

Es bleiben einige Fragen offen, die der Quelltext nicht beantworten kann. So bleibt unklar, wie genau die taktische Umstellung für das Halbfinale aussehen wird, um die Defizite in der Defensive und der Offensive zu beheben. Auch die Frage, ob die personellen Wechsel, wie der Tausch auf der Quarterback-Position, langfristig die gewünschte Stabilität bringen, ist noch nicht abschließend geklärt. Ebenso wenig ist bekannt, ob es verletzungsbedingte Ausfälle gibt, die die Vorbereitung auf das Spiel am Samstag beeinträchtigen könnten. Wie es weitergeht, ist hingegen klar definiert: Am kommenden Samstag um 18 Uhr findet das Halbfinale gegen die Munich Ravens statt. Frankfurt Galaxy genießt dabei Heimrecht, was als wichtiger Faktor für das Spiel gilt. Das Spiel wird live im Stream auf hessenschau.de übertragen. Die Mannschaft hat das Versprechen abgegeben, zu kämpfen und ihr Bestes zu geben, um den Favoriten zu ärgern. Ob dies für den Einzug in das Finale um die Meisterschaft reicht, wird sich in den kommenden Tagen entscheiden, wenn der Fokus voll und ganz auf der Vorbereitung für das Duell gegen die „Raben“ aus München liegt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/frankfurter-skyline-entlang-des-mains-38499494/ · Foto: Arlind D
Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/football/unbestaendig-liebenswert-verrueckt-frankfurt-galaxy-mogelt-sich-in-die-playoffs-v1,galaxy-nach-prag-102.html