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Ukraine-Krieg: Moskau meldet 635 abgefangene Drohnen - zwei Tote
Technik · 02.08.2026 12:00

Ukraine-Krieg: Moskau meldet 635 abgefangene Drohnen - zwei Tote

Kurz: Russland meldet die Abwehr von über 600 ukrainischen Drohnen. Bei Angriffen auf eine Raffinerie und einen Militärflugplatz kamen laut Moskau zwei Menschen ums L

Eskalation durch Drohnenangriffe auf russischem Territorium

Die militärische Auseinandersetzung zwischen der Ukraine und Russland hat eine neue Intensität erreicht. Wie das russische Verteidigungsministerium am 2. August 2026 mitteilte, sah sich das Land in einer einzigen Nacht einer beispiellosen Welle von Drohnenangriffen gegenüber. Nach offiziellen Angaben aus Moskau wurden landesweit 635 ukrainische Fluggeräte durch die russische Luftabwehr abgefangen und zerstört. Die Angriffe erstreckten sich über mehr als ein Dutzend Regionen und schlossen auch die annektierte Halbinsel Krim ein.

Schwere Zwischenfälle in Saratow und Engels

Besonders betroffen war die Region Saratow, die mehr als 700 Kilometer von der ukrainischen Staatsgrenze entfernt liegt. Der dortige Gouverneur, Roman Bussargin, bestätigte, dass bei den Angriffen zwei Menschen ums Leben kamen. Zudem sei zivile Infrastruktur in Saratow sowie in der Stadt Engels in Mitleidenschaft gezogen worden.

Das ukrainische Militär bekannte sich zu den Operationen und erklärte, gezielt eine Ölraffinerie sowie einen Militärflugplatz angegriffen zu haben. In beiden Anlagen seien infolge der Treffer Brände ausgebrochen. Der Flugplatz in Engels ist von strategischer Bedeutung, da er als einer der größten Luftwaffenstützpunkte Russlands dient und regelmäßig als Ausgangspunkt für Bomberflüge gegen ukrainische Städte genutzt wird. Auch die Raffinerie in Saratow war bereits in der Vergangenheit mehrfach Ziel ähnlicher ukrainischer Gegenmaßnahmen.

Auswirkungen auf die Logistik und Infrastruktur

Neben den militärischen Zielen geriet auch die zivile Logistik unter Druck. In der Region Kaluga wurde nach ukrainischen Angaben ein Öldepot attackiert. Zudem meldete der russische Online-Versandhändler Wildberries, dass eines seiner Logistikzentren in der Region Samara von ukrainischen Drohnen getroffen wurde. Das Unternehmen bestätigte, dass auf dem Gelände ein Feuer ausbrach, betonte jedoch, dass keine Mitarbeiter verletzt wurden. In sozialen Netzwerken verbreitete Bild- und Videodokumente untermauerten die Berichte über die großflächigen Brände in den betroffenen Industrieanlagen.

Strategische Hintergründe und die Forderung nach Luftverteidigung

Die verstärkten Angriffe tief im russischen Hinterland sind Teil einer ukrainischen Strategie, den Druck auf Moskau zu erhöhen und die russische Führung zu Verhandlungen zu bewegen. Trotz dieser Gegenoffensive bleibt die Lage für die Ukraine prekär. Präsident Wolodymyr Selenskyj unterstrich in seiner abendlichen Ansprache erneut den dringenden Bedarf an westlicher Unterstützung, insbesondere bei der Flugabwehr.

Selenskyj richtete einen Appell an die internationalen Partner, zusätzliche „Patriot“-Systeme bereitzustellen. Er betonte, dass diese Raketen zur Abwehr ballistischer Bedrohungen dazu dienen sollten, Menschenleben zu schützen, anstatt ungenutzt in Lagern zu verbleiben. Jeder Tag ohne die notwendige Ausrüstung biete Russland weiteren Spielraum für Angriffe auf ukrainische Ziele.

Ausblick auf den Konfliktverlauf

Seit mehr als vier Jahren verteidigt sich die Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg. Aktuell zeichnet sich keine diplomatische Lösung ab; stattdessen ist eine gegenseitige Eskalation der Luftangriffe zu beobachten. Während die Ukraine versucht, durch Schläge gegen russische Logistik- und Militärstandorte die Schlagkraft der russischen Armee zu schwächen, bleibt die russische Luftabwehr gefordert, das riesige Staatsgebiet vor den zunehmend präziseren Drohnenangriffen zu schützen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die militärischen Gegenstöße Kiews die strategische Dynamik an den Fronten nachhaltig beeinflussen können.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/menschen-strasse-banner-menge-11421241/ · Foto: Mathias Reding
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-krieg-angriffe-russland-106.html