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Trump würdigt gestorbenen Senator Graham
Schlagzeilen · 29.07.2026 01:59

Trump würdigt gestorbenen Senator Graham

Kurz: US-Präsident Trump würdigt den verstorbenen Senator Lindsey Graham als politisches Original. Die Trauerfeier in Washington vereinte internationale Staatsgäste.

Ein Abschied von einem politischen Schwergewicht

Der US-Senat und die politische Landschaft Washingtons nehmen Abschied von Lindsey Graham. Der prominente republikanische Senator aus South Carolina verstarb im Alter von 71 Jahren überraschend an den Folgen einer Herzerkrankung, nach vorläufigen Erkenntnissen wahrscheinlich infolge eines Aortenrisses. Mit seinem Tod verliert die US-Politik einen Akteur, der über drei Jahrzehnte hinweg maßgeblich an den Entscheidungsprozessen im Kapitol beteiligt war.

US-Präsident Donald Trump würdigte Graham im Rahmen der zweitägigen Trauerfeierlichkeiten in Washington als „wahres amerikanisches Original“. In einer Rede in der Washington National Cathedral bezeichnete Trump den Verstorbenen als einen „Giganten des US-Senats“. Er betonte, dass über 30 Jahre lang kaum ein bedeutendes politisches Ereignis in der Hauptstadt stattgefunden habe, ohne dass Graham involviert war.

Vom Rivalen zum „Trump-Flüsterer“

Die Beziehung zwischen Trump und Graham war von einer bemerkenswerten Wandlung geprägt. Während Graham den heutigen Präsidenten im Wahlkampf 2016 noch als ungeeignet für das höchste Staatsamt kritisierte, entwickelte er sich im Laufe der Jahre zu einem seiner engsten Verbündeten. Innerhalb der politischen Kreise Washingtons erwarb er sich den Ruf eines „Trump-Flüsterers“. Diese Rolle zeichnete sich dadurch aus, dass er als Vermittler fungierte, der selbst ausländischen Staatschefs als Ansprechpartner diente, um die Positionen des Präsidenten besser einordnen zu können.

Trump erinnerte in seiner Trauerrede an die wechselhafte Dynamik ihrer Beziehung, einschließlich einer Episode, in der er einst Grahams private Handynummer öffentlich verbreitet hatte. Mit einem humorvollen Unterton merkte Trump an, dass Graham trotz dieser Spannungen den „letzten Lacher“ gehabt habe, da er ihn in den darauffolgenden zehn Jahren unaufhörlich kontaktiert habe.

Internationale Präsenz bei der Trauerfeier

Die Bedeutung Grahams über die nationalen Grenzen hinaus zeigte sich an der hochkarätigen Gästeliste der Trauerfeier. Sowohl der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nahmen an der Zeremonie teil. Ihre Anwesenheit unterstrich Grahams langjähriges Engagement für eine aktive US-Außenpolitik, die ein militärisches Eingreifen bei globalen Krisen befürwortete.

Vizepräsident JD Vance würdigte den Verstorbenen als eine Persönlichkeit mit „draufgängerischem“ Format. Er erinnerte an das Auftreten Grahams im Senat, den man aufgrund seiner energischen Art kaum habe ignorieren können.

Politische Hintergründe und das Erbe der „drei Amigos“

Lindsey Grahams Karriere begann 1994 mit seinem Einzug in den Kongress. Bekanntheit erlangte er zunächst als republikanischer Vertreter im Amtsenthebungsverfahren gegen Bill Clinton, bevor er 2002 in den Senat wechselte. Dort bildete er gemeinsam mit John McCain und Joe Lieberman das Bündnis der sogenannten „drei Amigos“. Diese Gruppe fokussierte sich intensiv auf Fragen der nationalen Sicherheit.

Kurz vor seinem Tod gelang es Graham noch, Trumps Unterstützung für ein parteiübergreifendes Sanktionspaket gegen Russland im Kontext des Ukraine-Krieges zu sichern. Als Zeichen der Anerkennung plant der Senat, eine erste Verfahrensabstimmung über dieses Paket zu seinen Ehren durchzuführen.

Nächste Schritte und Gedenken

Die Trauerfeierlichkeiten in Washington markierten den Auftakt einer zweitägigen Zeremonie. Die Beisetzung des Senators ist für den Mittwoch in seinem Heimatstaat South Carolina vorgesehen. Als besondere Ehrung kündigte ein Vertreter der Luftwaffe an, dass der Militärstützpunkt Joint Base Charleston in Gedenken an den Senator umbenannt werden soll.

Während in Washington der Abschied von einem langjährigen Weggefährten im Vordergrund steht, bleibt die politische Lage in den USA dynamisch. Experten beobachten derzeit, wie sich die Außenpolitik des Weißen Hauses auf die Stimmung innerhalb des MAGA-Lagers auswirkt, insbesondere im Hinblick auf die anstehenden Midterms im November.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-anzug-sitzung-sitzen-10284321/ · Foto: Ron Lach
Quelle: https://www.zdfheute.de/politik/ausland/usa-trump-senator-graham-100.html