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Trump stellt Staatsanwältin an den Pranger
Schlagzeilen · 02.08.2026 21:46

Trump stellt Staatsanwältin an den Pranger

Kurz: US-Präsident Trump kritisiert scharf die Einstellung eines Vandalismus-Verfahrens rund um den Reflecting Pool und attackiert die zuständige Staatsanwältin.

Ein Herzensprojekt unter Druck

Der "Lincoln Memorial Reflecting Pool" in Washington, D.C., ist nicht nur ein Wahrzeichen der US-Hauptstadt, sondern stand zuletzt im Zentrum einer kontroversen politischen Auseinandersetzung. US-Präsident Donald Trump hatte das rund 600 Meter lange Becken zwischen dem Lincoln Memorial und dem Washington Monument zu einem seiner persönlichen Prestigeprojekte erklärt. Ziel der aufwendigen Sanierungsarbeiten war es, dem Wasser einen besonderen blauen Schimmer zu verleihen. Trump kritisierte dabei wiederholt den Zustand des Beckens unter seinen Vorgängern und trieb die Renovierung massiv voran.

Die Freude über den Abschluss der Arbeiten währte jedoch nur kurz. Bereits wenige Tage nach der Fertigstellung färbte sich das Wasser des Reflecting Pools grün. Für Trump war die Ursache schnell gefunden: Er sprach von Vandalismus und einer gezielten Sabotage seines Projekts.

Ermittlungen gegen ehemaligen Olympiasportler

Die Vorwürfe des Präsidenten führten dazu, dass die Justiz aktiv wurde. In den Fokus der Ermittlungen geriet der ehemalige Kanuslalom-Olympiasportler David Hearn. Die zuständige Bezirksstaatsanwältin Jeanine Pirro, eine langjährige Vertraute Trumps, hatte den Fall zunächst mit Nachdruck verfolgt. Sie stützte sich dabei auf Aufnahmen von Überwachungskameras, die zeigen sollen, wie der Angeklagte einen Teil der neuen Grundierung aus dem Becken entfernte und in das Wasser griff.

Zu Beginn des Verfahrens hatte Pirro noch betont, dass die Denkmäler der Nation geschützt werden müssten und Täter zur Rechenschaft gezogen würden. Kritiker äußerten jedoch bereits zu diesem Zeitpunkt Zweifel an der Stichhaltigkeit der Vorwürfe. Sie vermuteten, dass die juristische Verfolgung eher dem persönlichen Unmut des Präsidenten geschuldet war als einer tatsächlich strafbaren Handlung.

Wende durch neue Untersuchungsergebnisse

Nachdem eine Jury in Washington die Klage gegen Hearn zunächst zugelassen hatte, kam es nun zu einer überraschenden Kehrtwende. Die Staatsanwaltschaft beantragte am Freitagnachmittag die Einstellung des Verfahrens. Eine nachträgliche Untersuchung der Schäden an der Beckenauskleidung lieferte ein Ergebnis, das der ursprünglichen Darstellung des Präsidenten widerspricht: Nicht Vandalismus, sondern gravierende Baumängel sind für den Zustand des Pools verantwortlich. Die Verantwortung dafür liegt nach Angaben der Behörden bei dem beauftragten Bauunternehmen.

Öffentliche Kritik des Präsidenten

Die Entscheidung, das Verfahren einzustellen, stieß bei Donald Trump auf scharfe Ablehnung. Über seine Plattform Truth Social äußerte er sein Unverständnis gegenüber der Staatsanwältin Jeanine Pirro. Er distanzierte sich öffentlich von ihrem Vorgehen und erklärte, er stimme ihr "zu 100 Prozent nicht zu".

Die öffentliche Zurechtweisung einer langjährigen Vertrauten unterstreicht die hohe emotionale Bedeutung, die der Präsident diesem Bauprojekt beimisst. Während die juristische Aufarbeitung des Vandalismus-Vorwurfs damit beendet ist, bleibt die Frage offen, welche Konsequenzen die nun festgestellten Baumängel für das Bauunternehmen haben werden und wie sich das Verhältnis zwischen dem Weißen Haus und der Justizbehörde in Washington weiterentwickeln wird. Die Debatte um Trumps Umbaupläne in der Hauptstadt, die bereits in der Vergangenheit für Diskussionen sorgten, dürfte durch diesen Vorfall neue Nahrung erhalten haben.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-strasse-menschen-frau-13824575/ · Foto: Efrem Efre
Quelle: https://www.zdfheute.de/politik/ausland/usa-trump-reflecting-pool-ermittlungen-pirro-100.html