Ein Duell der Traditionsvereine zum Saisonstart
Am ersten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga trafen mit dem FC St. Pauli und der SpVgg Greuther Fürth zwei Schwergewichte der „Ewigen Tabelle“ aufeinander. Die Partie am ausverkauften Millerntor bot den Zuschauern bei sommerlichen Temperaturen ein intensives und offensiv geführtes Spiel, das letztlich mit einem leistungsgerechten Unentschieden endete.
Für Marcel Rapp, den neuen Cheftrainer der Hamburger, war es das erste Pflichtspiel an der Seitenlinie. Er übernahm das Amt von Alexander Blessin und sah sich gegen die Gäste aus Franken einer erfahrenen Mannschaft gegenüber, die in der ewigen Zweitliga-Rangliste weiterhin einen Vorsprung von 144 Punkten gegenüber St. Pauli hält.
Chancenplus ohne zählbaren Erfolg vor der Pause
Schon in der ersten Halbzeit deutete sich an, dass beide Teams mit einer hohen Intensität in die Partie gehen würden. Die Statistik verzeichnete bereits vor dem Seitenwechsel 15 Torschüsse, davon fünf direkt auf das Gehäuse. Dennoch blieb ein Torerfolg aus. Besonders St. Paulis Martijn Kaars vergab eine hochkarätige Gelegenheit, als er nach einem Zuspiel von Branimir Hrgota frei vor dem gegnerischen Tor auftauchte, jedoch an Fürths Schlussmann Florian Hellstern scheiterte.
Auf der Gegenseite zeigte sich Felix Klaus als Aktivposten der Gäste. Obwohl er mehrfach gefährlich zum Abschluss kam, fehlte ihm in der ersten Hälfte das nötige Glück im Abschluss. Die Defensivreihen beider Teams, aber vor allem die Torhüter, verhinderten einen Treffer in einer unterhaltsamen ersten Spielhälfte.
Schlagabtausch nach dem Seitenwechsel
Direkt nach Wiederanpfiff änderte sich das Bild. Marcus Mathisen, der im Sommer vom 1. FC Magdeburg nach Hamburg gewechselt war, köpfte in der 46. Minute nach einer Ecke von Hrgota zur Führung für den FC St. Pauli ein. Die Freude am Millerntor währte jedoch nur kurz: Nur fünf Minuten später glich Felix Klaus für die SpVgg Greuther Fürth aus. Dabei profitierte Klaus von einer unglücklichen Aktion des Torschützen Mathisen, der den Schuss des Fürthers unhaltbar abfälschte.
Im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit erhöhte St. Pauli den Druck und erspielte sich eine Serie an Möglichkeiten. Die mangelnde Chancenverwertung und starke Paraden von Florian Hellstern sorgten jedoch dafür, dass kein weiterer Treffer mehr fiel.
Kontroverse Schlussphase und Ausblick
Kurz vor dem Abpfiff sorgte eine Szene im Strafraum der Gäste für Aufregung. Nach einem Zusammenprall zwischen Jannis Heuer und St. Paulis Ricky Jade-Jones, bei dem der Hamburger einen Kopftreffer erlitt, forderten die Gastgeber einen Elfmeter. Schiedsrichter Harm Osmers bewertete die Situation jedoch als unabsichtlichen Zusammenprall und ließ weiterspielen.
Für beide Trainer war das Ergebnis ein Spiegelbild der gezeigten Leistung. Während Fürths Coach Heiko Vogel betonte, dass man aufgrund der Wucht des Millerntors mit dem Punkt gut leben könne, äußerte sich Marcel Rapp zwiegespalten. Er zeigte sich zwar mit dem dominanten Auftritt seiner Mannschaft zufrieden, haderte jedoch mit den fehlenden Kleinigkeiten, die letztlich über den Sieg entschieden hätten.
Die nächste Herausforderung wartet bereits: Der FC St. Pauli tritt am Freitagabend zum Nordduell bei Holstein Kiel an. Die SpVgg Greuther Fürth empfängt am Samstag im brisanten Frankenderby den 1. FC Nürnberg.