Ein Abschied von einer Ikone des italienischen Fußballs
Die Fußballwelt blickt mit Trauer nach Italien. Wie der AC Mailand offiziell bekannt gab, ist Franco Baresi im Alter von 66 Jahren verstorben. Der ehemalige Verteidiger, der als einer der besten Akteure auf seiner Position in die Geschichte der Squadra Azzurra einging, erlag einer schweren Erkrankung. Sein Tod markiert das Ende einer Ära für einen der traditionsreichsten Vereine Europas.
Hintergründe zum Gesundheitszustand
Bereits in den Tagen vor der offiziellen Bestätigung gab es zahlreiche Spekulationen um den Gesundheitszustand des Sportlers. Nachdem am Mittwoch erste, fälschliche Berichte über sein Ableben kursierten – auf die sogar der italienische Vize-Regierungschef Matteo Salvini öffentlich reagierte –, sah sich der AC Mailand zu einem Dementi gezwungen. Der Verein räumte jedoch ein, dass sich Baresi in einer „schwierigen und heiklen Phase“ befinde. Laut Informationen der „Gazzetta dello Sport“ war bei dem ehemaligen Profi im vergangenen Jahr ein Knoten an der Lunge operativ entfernt worden.
Eine Karriere im Zeichen der Rossoneri
Franco Baresi war das, was man heute als „One-Club-Man“ bezeichnet. Zwischen 1978 und 1997 trug er ausschließlich das Trikot des AC Mailand. In fast zwei Jahrzehnten prägte er das Spiel der Rossoneri maßgeblich und wurde zu einer Identifikationsfigur des Vereins. Seine Bilanz ist beeindruckend: Sechsmal führte er den Club zur italienischen Meisterschaft und dreimal zum Gewinn des Europacups der Landesmeister beziehungsweise der Champions League.
Die sportliche Bedeutung Baresis für den italienischen Fußball lässt sich auch an individuellen Auszeichnungen ablesen. Im Jahr 1990 wurde er zum Fußballer des Jahres in Italien gewählt. Sein letzter öffentlicher Auftritt fand Anfang Februar statt, als er bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Mailand im San Siro zu sehen war.
Erfolge und bittere Momente im Nationaltrikot
Auch auf internationaler Ebene war Baresi ein fester Bestandteil der italienischen Nationalmannschaft. Sein wohl größter Erfolg mit der Squadra Azzurra war der Weltmeistertitel 1982. Kurioserweise blieb ihm in diesem Turnier ein aktiver Einsatz auf dem Platz verwehrt. Ein Jahrzehnt später, bei der Weltmeisterschaft 1994 in den USA, stand er als Leistungsträger im Finale gegen Brasilien auf dem Feld. Die Partie endete jedoch mit einer schmerzhaften Niederlage im Elfmeterschießen.
Das Erbe einer Legende
Der AC Mailand würdigte Baresi in einer ersten Stellungnahme als jemanden, der „das Herz und die Seele“ des Clubs verkörpert habe. Der Verlust wiegt schwer, da Baresi nicht nur für seine sportliche Klasse, sondern auch für seine Vereinstreue geschätzt wurde. Die Anteilnahme in Italien und weit darüber hinaus ist groß, da mit ihm einer der prägendsten Verteidiger des 20. Jahrhunderts von der Bühne abgetreten ist. In den kommenden Tagen ist mit zahlreichen weiteren Würdigungen durch Weggefährten und offizielle Stellen zu rechnen, die das Lebenswerk dieses Ausnahmesportlers ehren werden.