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Theater - Protest gegen verfallende Infrastruktur: Temporäres Schwimmbad der Berliner Volksbühne eröffnet
Schlagzeilen · 07.08.2026 14:52

Theater - Protest gegen verfallende Infrastruktur: Temporäres Schwimmbad der Berliner Volksbühne eröffnet

Kurz: Die Berliner Volksbühne setzt ein Zeichen: Intendant Matthias Lilienthal eröffnet ein temporäres Schwimmbad als Protest gegen den städtischen Infrastrukturverfa

Ein ungewöhnliches Zeichen am Rosa-Luxemburg-Platz

Direkt vor der Kulisse der Berliner Volksbühne hat sich das Stadtbild gewandelt: Ein 25 Meter langes und 1,30 Meter tiefes Schwimmbecken steht nun als temporäre Installation zur Verfügung. Mit der Eröffnung dieses sogenannten „Volksbads“ setzt der neue Intendant Matthias Lilienthal einen markanten Auftakt für seine Amtszeit. Der symbolische Sprung ins kalte Wasser durch den Intendanten selbst unterstrich dabei den unkonventionellen Charakter des Projekts.

Protest gegen den Verfall

Das Projekt ist weit mehr als eine bloße Freizeitmöglichkeit für heiße Sommertage. Lilienthal verknüpft die Installation explizit mit einer gesellschaftspolitischen Botschaft. Das Schwimmbad fungiert als Protest gegen den wahrgenommenen Verfall der öffentlichen Infrastruktur in der deutschen Hauptstadt. Es ist ein bewusster Eingriff in den urbanen Raum, der die Frage nach der Qualität und Verfügbarkeit öffentlicher Einrichtungen in den Fokus rücken soll.

Der Intendant bezeichnete die Aktion als eine „liebevolle Umarmung“ seiner Heimatstadt. Gleichzeitig betonte er, dass er sich eine breite Debatte über den Zustand städtischer Strukturen wünsche. Die Installation soll somit als Katalysator für einen Diskurs dienen, der über den reinen Theaterbetrieb hinausgeht.

Rahmenbedingungen und Finanzierung

Das temporäre Bad ist für einen Zeitraum von acht Wochen in Betrieb. Um den Zugang zu regeln, setzt die Volksbühne auf ein System aus kostenlosen Zeitfenster-Tickets, die Interessierte online buchen können. Während das Becken im Außenbereich für Erfrischung sorgt, finden im Inneren des Theatergebäudes weiterhin Sanierungsarbeiten statt. Der offizielle Start der Spielzeit ist für den 1. Oktober geplant, bis zu diesem Zeitpunkt bleibt das „Volksbad“ für die Öffentlichkeit zugänglich.

Die Realisierung des Projekts erforderte ein Budget von rund 300.000 Euro. Die Kosten gliedern sich wie folgt auf:

* 90.000 Euro: Anschaffung und Errichtung des Schwimmbeckens.

* 210.000 Euro: Betriebskosten, die Personal, Sicherheitsvorkehrungen sowie die notwendige sanitäre Infrastruktur abdecken.

Kontext und Ausblick

Die Initiative von Matthias Lilienthal markiert einen deutlichen Richtungswechsel in der Außendarstellung der Volksbühne. Indem der Intendant den öffentlichen Raum vor dem Theater besetzt, verschwimmen die Grenzen zwischen künstlerischer Institution und städtischem Alltag. Ob die Aktion die erhoffte Debatte über den Infrastrukturverfall nachhaltig befeuern kann, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass die Volksbühne mit diesem Projekt bereits vor dem offiziellen Spielzeitbeginn im Oktober eine hohe mediale Aufmerksamkeit auf sich zieht und die Rolle des Theaters als aktiven Teil des gesellschaftlichen Lebens neu definiert.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-wahrzeichen-strasse-schild-16722367/ · Foto: Tony Wu
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/protest-gegen-verfallende-infrastruktur-temporaeres-schwimmbad-der-berliner-volksbuehne-eroeffnet-102.html