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Teurer B42-Radweg bei Rüdesheim: ADFC sorgt sich um Sicherheit
Regional · 07.08.2026 11:57

Teurer B42-Radweg bei Rüdesheim: ADFC sorgt sich um Sicherheit

Kurz: Nach 20 Jahren Bauzeit ist die Lücke im Rhein-Radweg bei Rüdesheim geschlossen. Trotz der Fertigstellung äußert der ADFC Sicherheitsbedenken für Radfahrer.

Ein Meilenstein mit langem Vorlauf

Nach zwei Jahrzehnten Bauzeit und einer Investitionssumme von rund 140 Millionen Euro – inklusive der Sanierung der Bundesstraße 42 – gilt der Rhein-Radweg als eines der kostspieligsten Infrastrukturprojekte dieser Art in Deutschland. Lange Zeit war das Projekt durch eine abrupte Unterbrechung kurz vor Rüdesheim gekennzeichnet: Radfahrende wurden 300 Meter vor dem Ortseingang auf die vielbefahrene Bundesstraße geleitet, während für Fußgänger gar keine sichere Weiterführung bestand. Nun hat die zuständige Behörde Hessen Mobil den Lückenschluss offiziell für vollzogen erklärt. Damit ist eine durchgängige Verbindung bis zur Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz geschaffen.

Herausforderung bei der Umsetzung

Die Realisierung des letzten Teilstücks erforderte laut Hessen Mobil eine komplexe Planung auf engstem Raum. Zwischen dem Rheinufer, der Bahnstrecke, der Bundesstraße sowie dem Bahnhof und dem Fähranleger war der Platz extrem begrenzt. Die Lösung fand sich in der Umnutzung eines stillgelegten Gleisabschnitts, der nun als Rampe auf den Bahndamm dient. Diese bauliche Maßnahme ermöglicht es, den Radverkehr parallel zur B42 zu führen. Die Behörde verweist zudem auf die Vielzahl an beteiligten Behörden und Ebenen, die den langwierigen Prozess maßgeblich beeinflusst hätten.

Kritikpunkte des ADFC

Obwohl der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) die Fertigstellung grundsätzlich begrüßt, weist der Verband auf verbleibende Sicherheitsrisiken hin. Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die Überquerung der B42 an einer Ampelanlage. Dort sind die Bordsteine aktuell nicht abgesenkt, was die Barrierefreiheit einschränkt. Hessen Mobil begründet dies mit einer geplanten Erneuerung der Ampelanlagen, die jedoch erst nach Abschluss der Generalsanierung der rechtsrheinischen Bahnstrecke durch die Deutsche Bahn im Jahr 2027 erfolgen soll. Man habe sich bewusst für diese zweistufige Umsetzung entschieden, um den Lückenschluss nicht weiter zu verzögern.

Sicherheitsbedenken im Ortsgebiet

Ein weiteres Problem sieht der ADFC-Vorstand in der Verkehrsführung innerhalb von Rüdesheim. Nach dem Ende des neuen Radwegs müssen Radfahrende weiterhin die B42 nutzen, auf der innerhalb der Ortschaft eine Geschwindigkeit von 50 km/h zulässig ist. Aus Sicht des Fahrradclubs stellt dies eine Gefahrenquelle dar. Als kurzfristige Lösung fordert der ADFC ein Überholverbot für Autos gegenüber Radfahrern sowie eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h bis zum Jahr 2029.

Ausblick: Die Rolle des Leinpfads

Die aktuelle Streckenführung ist als Zwischenlösung zu verstehen. Die Stadt Rüdesheim plant, den bestehenden, aktuell noch schmalen und unebenen Leinpfad am Rheinufer bis zur Bundesgartenschau 2029 zu einem komfortablen Radweg auszubauen. Für dieses Vorhaben hat das Land Hessen bereits Fördermittel in Höhe von 2,3 Millionen Euro zugesagt. Dieser ausgebaute Pfad soll langfristig die Hauptroute für den Radverkehr durch den Ort bilden und die Bundesstraße entlasten. Trotz der anhaltenden Debatten über die Sicherheit zeigen sich viele Radtouristen vor Ort erleichtert, dass die jahrelange Lücke im Streckennetz endlich geschlossen wurde.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/charmante-strassenszene-im-zentrum-von-zurich-schweiz-33357601/ · Foto: Kemal Kartal
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-teurer-b42-radweg-bei-ruedesheim-adfc-sorgt-sich-um-sicherheit-100.html