Ein kulturelles Highlight zum Ferienende
Wer die letzte Ferienwoche im Vordertaunus verbringt, darf sich auf ein abwechslungsreiches Programm freuen. Vom 5. bis zum 9. August öffnet das Taunus Filmfest, auch bekannt als „Taunale“, seine Pforten. Mit insgesamt rund 40 Kurz- und Langfilmen sowie Dokumentationen bietet das Festival ein breites Spektrum an filmischer Unterhaltung. Dabei setzen die Veranstalter bewusst auf ein breites emotionales Spektrum: Die Filme sollen nicht nur unterhalten, sondern das Publikum auch berühren, zum Nachdenken anregen oder gar provozieren.
Wachstum über Stadtgrenzen hinweg
Was vor 15 Jahren als lokales Projekt unter dem Namen „Filmfest Oberursel“ begann, hat sich zu einer regionalen Größe entwickelt. Erstmals erstreckt sich das Festival in diesem Jahr auf vier Kommunen: Neben dem Gründungsort Oberursel sind nun auch Bad Homburg, Bad Soden und Eschborn als Austragungsorte vertreten. Die Namensgebung „Taunale“ versteht sich dabei als bewusste Anspielung auf renommierte Veranstaltungen wie die Berlinale oder die Biennale.
Programm-Highlights und prominente Gäste
Ein besonderer Fokus liegt auf der Nähe zwischen Filmschaffenden und dem Publikum. Zu den Höhepunkten zählt die Deutschlandpremiere der Actionkomödie „Marsupilami“. Zudem wird die Verfilmung des Romans „Identitti“ von Mithu Sanyal präsentiert. Zu diesem Anlass werden die Autorin sowie die Frankfurter Rapperin Sabrina Setlur, die eine der Hauptrollen spielt, für ein Filmgespräch erwartet.
Die Festivalleitung, bestehend aus der Rechtsanwältin und Schauspielerin Eva Debrodt sowie dem Paartherapeuten Alexander Mereien, betont den Anspruch, Branchenprofis und Kinofans zusammenzubringen. Neben den Vorführungen umfasst das Angebot:
* Filmgespräche mit Regisseuren und Darstellern
* Workshops für Laien und Profis
* Networking-Events und Partys
* Preisverleihungen durch eine Fachjury unter der Leitung von Jerry Digby
Ungewöhnliche Spielorte im Fokus
Da Oberursel über kein festes Kino verfügt, zeichnet sich das Festival durch eine kreative Standortsuche aus. Neben klassischen Kinos und Hotels werden Leinwände an außergewöhnlichen Orten installiert. Ein besonderes Highlight ist in diesem Jahr die Christuskirche in Oberursel. Hier wird ein aktives Gotteshaus temporär zum Kinosaal umfunktioniert. Ergänzt wird das Angebot durch Open-Air-Vorführungen, etwa im angrenzenden Rushmoorpark.
Ehrenamtliches Engagement als Motor
Die Organisation der Taunale ist ein Gemeinschaftsprojekt. Sowohl die Festivalleitung als auch der Großteil der helfenden Hände agieren ehrenamtlich. Was anfangs von manchen Seiten skeptisch betrachtet wurde – die Idee, hochkarätige Gäste und ein Filmfestival in die Region zu holen –, hat sich laut den Organisatoren durch Beharrlichkeit und eine klare Vision etabliert. Das Festival versteht sich somit nicht nur als reine Filmvorführung, sondern als ein Ort der Begegnung, der durch das Mitwirken vieler Beteiligter gestaltet wird.