Neue Wege der Wissenschaftskommunikation
Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit, besser bekannt als Cyberagentur, geht ungewöhnliche Wege in der Öffentlichkeitsarbeit. In einer aktuellen Stellenausschreibung sucht die in Halle ansässige Einrichtung einen externen Autor, der die internen Forschungsszenarien in ein belletristisches Werk übersetzt. Ziel dieses Projekts ist es, hochkomplexe und disruptive Themen der Cybersicherheit in eine Science-Fiction-Erzählung zu verpacken, um sie für ein technikaffines Publikum greifbarer zu gestalten.
Fokus auf die Zukunft der Sicherheit
Die inhaltliche Basis für den geplanten Roman bilden die sogenannten Foresight-Projekte der Agentur. Dabei handelt es sich um Zukunftsszenarien, die einen Zeithorizont von zehn bis 15 Jahren abdecken. Durch die literarische Aufarbeitung sollen aktuelle sicherheitspolitische Herausforderungen in einen erzählerischen Kontext gesetzt werden. Der beauftragte Autor wird dabei eng mit dem Kommunikationsteam der Cyberagentur zusammenarbeiten. Über das reine Schreiben hinaus ist auch die aktive Teilnahme an Begleitveranstaltungen, etwa in Form von Lesungen, Teil des Aufgabenprofils.
Anforderungsprofil für Bewerber
Die Cyberagentur stellt klare Anforderungen an potenzielle Kandidaten. Bewerber müssen ein abgeschlossenes Studium in einem geistes- oder sozialwissenschaftlichen Fach vorweisen können. Zudem wird eine nachgewiesene literarische Erfahrung vorausgesetzt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Expertise im Bereich Science-Fiction oder spekulativer Zukunftsliteratur; idealerweise können Bewerber bereits eigene Veröffentlichungen in diesen Genres vorweisen. Die Vergütung der Stelle orientiert sich an den Standards des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD).
Hintergrund: Die Rolle der Cyberagentur
Die Cyberagentur wurde 2020 als bundeseigene GmbH gegründet und untersteht gemeinsam dem Bundesministerium der Verteidigung sowie dem Bundesministerium des Innern. Ihr Hauptsitz befindet sich in Halle an der Saale. Die Einrichtung fungiert nicht als klassische Forschungsinstitution, die eigene Laborarbeit betreibt. Stattdessen agiert sie als Auftraggeber, der Forschungsprojekte mit hohem Risiko, aber signifikantem disruptiven Potenzial finanziert. Das übergeordnete Ziel ist die Stärkung der digitalen Souveränität in Deutschland, sowohl für staatliche Stellen als auch für die Wirtschaft und Wissenschaft.
Arbeitsmodell und Rahmenbedingungen
Für die Beschäftigten der Cyberagentur gelten flexible Arbeitsmodelle, die sich von vielen anderen Stellen im öffentlichen Dienst unterscheiden. Die Präsenzpflicht in Halle ist auf acht Tage pro Monat begrenzt, während die übrige Arbeitszeit mobil oder remote geleistet werden kann. Eine Ausnahme bildet lediglich die Einarbeitungsphase: In den ersten sechs Wochen nach Arbeitsbeginn ist eine vollständige Anwesenheit vor Ort in Halle erforderlich. Diese Flexibilität unterstreicht den modernen Ansatz der Agentur, die sich als Innovationstreiber innerhalb der staatlichen Strukturen versteht.