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Speicher fehlt: TSMC sitzt auf iPhone-Chips mit Milliardenwert
Technik · 07.08.2026 10:40

Speicher fehlt: TSMC sitzt auf iPhone-Chips mit Milliardenwert

Kurz: Apple steht vor einer Herausforderung bei der iPhone-Produktion: Fehlender LPDDR5X-Speicher blockiert die Fertigstellung von A20-Chips im Milliardenwert.

Produktionsstopp bei TSMC: Milliardenwerte blockiert

Kurz vor dem erwarteten Launch der neuen iPhone-Generation im September 2026 sieht sich Apple mit einer kritischen Lieferkettenproblematik konfrontiert. Berichten zufolge stockt die Serienfertigung der neuen A20-Pro-System-on-Chip (SoC) bei dem Auftragsfertiger TSMC. Der Grund hierfür ist ein akuter Mangel an LPDDR5X-Speicher, der für die Fertigstellung der Prozessoren zwingend erforderlich ist. Aktuell warten Halbleiter im Wert von geschätzt einer Milliarde US-Dollar auf ihre Komplettierung.

Gescheiterte Verhandlungen mit CXMT als Ursache

Hintergrund der Misere sind offenbar gescheiterte Preisverhandlungen zwischen Apple und dem chinesischen Speicherhersteller CXMT. Medienberichten zufolge versuchte Apple, den benötigten Speicher kostengünstiger bei dem chinesischen Unternehmen zu beziehen. Die Verhandlungen scheiterten jedoch, da CXMT Forderungen stellte, die preislich auf dem Niveau der etablierten Marktführer Samsung und SK Hynix lagen oder diese sogar übertrafen.

In der Folge musste Apple kurzfristig auf die etablierten Zulieferer Micron, Samsung und SK Hynix ausweichen. Diese sind jedoch bereits stark ausgelastet, nicht zuletzt durch die gestiegene Nachfrage von Unternehmen wie Nvidia, die ebenfalls LPDDR5X-Speicher in großen Mengen abnehmen. Die Kapazitäten der Hersteller reichen derzeit nicht aus, um den plötzlichen Mehrbedarf von Apple vollständig zu decken.

Technologische Hürde: Das neue Packaging-Verfahren

Die Verzögerung wird durch eine technologische Umstellung beim A20-Pro-Chip verschärft. Während Apple bei früheren Generationen auf das bewährte InFO-PoP-Verfahren (Integrated Fan-out, Package-on-Package) von TSMC setzte, kommt beim neuen A20 Pro das sogenannte Wafer-level Multi-Chip Module (WMCM) zum Einsatz.

Der entscheidende Unterschied liegt im Fertigungsablauf:

* **Altes Verfahren (InFO-PoP):** Der Logikchip konnte bereits vorab verarbeitet werden, während der Speicher erst in einem späteren Schritt aufgesetzt wurde.

* **Neues Verfahren (WMCM):** Hierbei werden mehrere Chips nebeneinander auf einem Wafer platziert und gemeinsam in Harz vergossen. Erst danach erfolgt das Aufbringen der Verbindungsschichten (Redistribution Layer).

Da bei diesem neuen Design alle Komponenten gleichzeitig vorhanden sein müssen, führt das Fehlen des Speichers dazu, dass der gesamte Packaging-Prozess bei TSMC zum Erliegen kommt. Ein zeitversetzter Zusammenbau ist technisch nicht möglich.

Mögliche Folgen für den Verkaufsstart

Die aktuelle Situation lässt auf eine angespannte Marktlage zum Verkaufsstart im September 2026 schließen. Analysten wie Tim Culpan gehen davon aus, dass Apple Schwierigkeiten haben könnte, die Nachfrage in der ersten Verkaufswoche zu bedienen. Insbesondere bei den neuen Modellen, zu denen auch das erste faltbare iPhone zählen soll, könnten Engpässe auftreten.

Für Apple ist dies kein isoliertes Ereignis. Das Unternehmen kämpft bereits seit einiger Zeit mit Speicherknappheit bei anderen Produktlinien. Sowohl beim MacBook Air als auch beim Mac Mini gab es in der Vergangenheit bereits Lieferprobleme, wobei Apple beim Mac Mini sogar gezwungen war, ein Modell komplett aus dem Portfolio zu streichen. Die aktuelle Entwicklung unterstreicht die Abhängigkeit von einer stabilen Versorgung mit hochspezialisierten Speicherkomponenten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/technologie-computer-innere-interior-28169154/ · Foto: Nic Wood
Quelle: https://www.golem.de/news/speicher-fehlt-tsmc-sitzt-auf-iphone-chips-mit-milliardenwert-2608-211699.html