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Speedweeek: Polizei startet deutschlandweiten Blitzermarathon
Schlagzeilen · 03.08.2026 08:25

Speedweeek: Polizei startet deutschlandweiten Blitzermarathon

Kurz: Die Polizei startet eine neue Speedweek: Mit verstärkten Kontrollen soll das Tempo auf deutschen Straßen gedrosselt und die Unfallgefahr gesenkt werden.

Fokus auf Sicherheit: Die neue Speedweek beginnt

Ab dem kommenden Montag rückt die Sicherheit im Straßenverkehr wieder stärker in den Fokus der Behörden. Mit dem Start des sogenannten Blitzermarathons, der auch als Speedweek bekannt ist, intensiviert die Polizei ihre Geschwindigkeitsüberwachungen. Ziel der Aktion, die bis zum darauffolgenden Sonntag andauert, ist es, die Anzahl schwerer Verkehrsunfälle durch konsequente Tempokontrollen zu senken.

Die Maßnahme ist Teil einer europaweit abgestimmten Initiative des Polizeinetzwerks Roadpol. Diese Kontrollwochen finden jährlich in zwei Phasen – jeweils im April und im August – statt. Während sich zahlreiche Bundesländer an der aktuellen Aktion beteiligen, gibt es laut Angaben des ADAC keine bundesweite Einheitlichkeit; nicht alle Länder nehmen an der Speedweek teil.

Hintergrund: Hohe Unfallzahlen als Motivation

Die Notwendigkeit für solche Aktionen unterstreicht der Blick auf die aktuelle Unfallstatistik. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts kamen im Jahr 2025 mehr als 2.800 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Dies entspricht einem Anstieg um 44 Todesopfer im Vergleich zum Vorjahr. Auch wenn diese Zahlen deutlich unter dem Niveau von 1995 liegen – damals waren noch 9.500 Verkehrstote zu beklagen –, bleibt überhöhte Geschwindigkeit eine der häufigsten Unfallursachen.

Experten betonen, dass gerade an bekannten Unfallschwerpunkten ein erhöhtes Risiko besteht. Die Polizei reagiert darauf, indem sie ihre Messgeräte gezielt dort positioniert, wo das Gefahrenpotenzial am höchsten ist. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf den Bundesautobahnen. Wie Peggy Baier, Leiterin der Verkehrspolizei in der Brandenburger Polizeidirektion West, erläutert, werden verstärkt ländliche Bereiche und insbesondere Alleen in den Kontrollplan einbezogen.

Strategie der Behörden und Kritik der Verbände

Im Gegensatz zu früheren Aktionen, bei denen es oft einen zentralen Hauptkontrolltag gab, setzen die Behörden bei der aktuellen Speedweek auf eine kontinuierliche Überwachung über die gesamte Woche hinweg. Wie die Innenministerien von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen mitteilten, werden die Standorte der mobilen und stationären Blitzer nicht vorab veröffentlicht. Dies soll sicherstellen, dass die Verkehrsteilnehmer ihr Tempo auf der gesamten Strecke anpassen und nicht nur punktuell an bekannten Messstellen abbremsen.

Die Automobilclubs bewerten die Kontrollen unterschiedlich. Der ADAC Nordrhein spricht sich grundsätzlich für eine dauerhafte und gezielte Überwachung an Unfallschwerpunkten aus. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) äußert sich kritischer, insbesondere in Bezug auf den Zeitpunkt der Aktion. Da die Speedweek mitten in die Hauptreisezeit fällt, besteht aus Sicht des AvD die Gefahr, dass die Kontrollen primär als Instrument zur Einnahmeerzielung wahrgenommen werden könnten. Der Verband fordert daher eine stetige Präsenz an gefährlichen Stellen statt zeitlich begrenzter, groß angelegter Aktionen.

Ausblick auf die kommenden Tage

Die Erfahrungen aus dem Frühjahr zeigen, wie intensiv die Kontrollen ausfallen können. Allein in Baden-Württemberg wurden während der Roadpol-Aktionswoche im April mehr als 58.000 Geschwindigkeitsverstöße registriert. Autofahrer, die in den kommenden Tagen auf deutschen Straßen unterwegs sind, sollten sich daher auf eine erhöhte Polizeipräsenz einstellen. Die Behörden hoffen, dass durch die verstärkte Überwachung ein Lerneffekt eintritt und die Verkehrsteilnehmer ihr Fahrverhalten dauerhaft an die geltenden Tempolimits anpassen, um die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/fahrzeugblaues-notlicht-eingeschaltet-532001/ · Foto: Pixabay
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/blitzermarathon-speedweek-geschwindigkeitskontrolle-unfallpraevention-100.html