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Sparmaßnahmen bei VW-Töchtern Audi und Porsche
Schlagzeilen · 27.07.2026 14:58

Sparmaßnahmen bei VW-Töchtern Audi und Porsche

Kurz: Die VW-Töchter Audi und Porsche reagieren auf die anhaltende Branchenkrise mit massiven Sparprogrammen, Stellenabbau und gesenkten Prognosen.

Verschärfter Sparkurs bei Porsche

Beim Sportwagenbauer Porsche steht ein umfassendes „Zukunftspaket“ im Fokus, das tiefgreifende Einschnitte vorsieht. Nachdem bereits im vergangenen Jahr ein Stellenabbau eingeleitet wurde, plant das Unternehmen nun den Wegfall von weiteren rund 5.000 Arbeitsplätzen. Insgesamt müssen damit etwa 8.900 Beschäftigte das Unternehmen verlassen. Die Umsetzung soll laut Unternehmensangaben sozialverträglich über Instrumente wie Altersteilzeit, Aufhebungsverträge und natürliche Fluktuation erfolgen.

Neben dem Personalabbau umfasst das Maßnahmenpaket weitreichende Anpassungen bei der Vergütung. So sollen Tariferhöhungen bis zum Jahr 2035 teilweise einbehalten werden, das Weihnachtsgeld wird reduziert und der Mitarbeiterbonus stärker an den Erfolg des Unternehmens gekoppelt. Auch das Management leistet einen Beitrag: Für die Jahre 2027 und 2028 ist ein Verzicht auf Erhöhungen der Grundvergütung vorgesehen. Zudem wird die Flexibilität beim Homeoffice eingeschränkt; die Präsenzpflicht wird erhöht, indem die erlaubten Tage pro Monat von zwölf auf acht reduziert werden.

Im Gegenzug sicherte das Unternehmen den Erhalt der Standorte bis 2035 zu und schließt betriebsbedingte Kündigungen für diesen Zeitraum aus. Zudem sind Investitionen in Höhe von 2,1 Milliarden Euro für das Stammwerk in Zuffenhausen sowie das Entwicklungszentrum in Weissach geplant.

Audi kämpft mit sinkender Rendite

Auch bei Audi ist der Druck zur Effizienzsteigerung deutlich gestiegen. Finanzchef Jürgen Rittersberger betonte bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen, dass die bisherigen Sparbemühungen nicht ausreichen, um in einem schwierigen Marktumfeld wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Ingolstädter korrigierten ihre Prognose für das laufende Geschäftsjahr nach unten: Die erwarteten Erlöse wurden um fünf Milliarden Euro auf 58 bis 63 Milliarden Euro gesenkt. Auch die Renditeerwartung liegt mit fünf bis sieben Prozent nun einen Prozentpunkt niedriger als zuvor, wobei das Unternehmen im ersten Halbjahr mit 3,8 Prozent noch deutlich unter diesem Ziel blieb.

Der Gewinn im zweiten Quartal sank um 21 Prozent auf 563 Millionen Euro. Als wesentliche Ursache für die schwache Performance nennt Audi das schwierige Marktumfeld in China sowie geopolitische Spannungen im Nahen Osten. Besonders das Chinageschäft, das maßgeblich zum Finanzergebnis beiträgt, verzeichnete einen deutlichen Ergebnisrückgang.

Kapazitätsanpassungen an den Standorten

Die Zukunft der Audi-Werke, insbesondere in Neckarsulm, bleibt ein zentrales Thema. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, werden die Kapazitäten kontinuierlich an die Marktlage angepasst. In Neckarsulm wurde bereits die Streichung der Nachtschicht beschlossen. Dennoch betont das Management, dass keine Werksschließungen geplant seien. Konzernchef Oliver Blume unterstrich, dass Schließungen stets das letzte Mittel darstellten und man stattdessen auf intelligentere Lösungen setze, um die Effizienz an beiden deutschen Standorten zu steigern.

Hintergrund und Ausblick

Die Automobilindustrie befindet sich derzeit in einer der tiefsten Krisen ihrer Geschichte. Die VW-Konzernmutter kämpft mit schwachen Verkaufszahlen, insbesondere auf dem wichtigen chinesischen Markt, und einem hohen Preisdruck. Konzernweit besteht laut Blume ein Überkapazitätsbedarf von etwa 500.000 Fahrzeugen in Europa, was den Druck auf die Tochtergesellschaften erhöht, ihre Kostenstrukturen zu optimieren und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen.

Während Porsche mit dem neuen Zukunftspaket den Fokus auf eine langfristige Absicherung der Arbeitsplätze bis 2035 legt, setzt Audi auf eine Kombination aus laufendem Stellenabbau und einer strikten Kostenkontrolle, um die anhaltende Schwächephase zu überwinden. Die kommenden Jahre werden zeigen, inwieweit diese Maßnahmen ausreichen, um die Profitabilität der Unternehmen wieder auf das angestrebte Niveau zu heben.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/rennwagenteile-in-schwach-beleuchteter-garage-33169325/ · Foto: Quentin Martinez
Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/porsche-betriebsversammlung-einsparungen-audi-prognose-100.html