News aus aller Welt
Start
SpaceX-Raketenstufe auf dem Mond zerschellt: Südkoreanische Sonde liefert Fotos eines neuen Kraters
Politik · 07.08.2026 15:00

SpaceX-Raketenstufe auf dem Mond zerschellt: Südkoreanische Sonde liefert Fotos eines neuen Kraters

Kurz: Eine SpaceX-Raketenstufe ist auf dem Mond eingeschlagen. Die südkoreanische Sonde Danuri liefert nun detaillierte Aufnahmen des neuen Kraters.

Ein ungeplanter Einschlag mit wissenschaftlichem Mehrwert

Am 5. August 2026 ereignete sich auf dem Mond ein spektakuläres, wenn auch ungeplantes Ereignis: Die etwa vier Tonnen schwere Oberstufe einer Falcon-9-Rakete des Unternehmens SpaceX schlug nahe des Einstein-Kraters auf der Mondoberfläche ein. Mit einer Geschwindigkeit von rund 8.700 Kilometern pro Stunde hinterließ das Modul einen deutlich sichtbaren neuen Krater sowie aufgewirbeltes Gestein, das die Umgebung des Einschlags optisch verdunkelte.

Die Dokumentation dieses Vorfalls gelang der südkoreanischen Raumsonde Danuri, die den Mond umkreist. Die von der südkoreanischen Raumfahrtbehörde Kari veröffentlichten Vorher-Nachher-Aufnahmen bieten präzise Einblicke in die topografischen Veränderungen. Eine ironische Randnotiz der Geschichte: Die Sonde Danuri selbst wurde im Jahr 2022 von einer SpaceX-Rakete ins All befördert.

Ursprung des Weltraumschrotts

Bei dem abgestürzten Objekt handelt es sich um Überreste einer kommerziellen Mission aus dem Januar 2025. Damals hatte SpaceX zwei private Mondlander transportiert, darunter die erfolgreiche Sonde Blue Ghost von Firefly Aerospace. Nach dem Aussetzen der Nutzlast verblieb die Oberstufe im All. Laut offiziellen Angaben von SpaceX führten ein komplexes Zusammenspiel aus Sonnenaktivität und gravitativen Einflüssen dazu, dass das Bauteil auf einen unbeabsichtigten Kollisionskurs mit dem Mond geriet. Eine kontrollierte Entsorgung durch einen Einschwenk in eine Sonnenumlaufbahn unterblieb, sodass die Anziehungskraft des Mondes das Objekt schließlich einfing.

Neue Erkenntnisse für die Forschung

Für die Wissenschaft bietet der Einschlag eine seltene Gelegenheit, die Dynamik von aufgewirbeltem Mondstaub unter realen Bedingungen zu untersuchen. Benjamin Fernando vom Los Alamos National Laboratory betont, dass solche Beobachtungen essenziell sind, um die Risiken künftiger Trümmereinschläge besser einschätzen zu können. In Kürze wird zudem der Lunar Reconnaissance Orbiter der Nasa die Absturzstelle überfliegen, um weitere Daten zu sammeln. Laut Nasa-Sprecher Jimi Russell sind diese Informationen für das Artemis-Programm und die Planung künftiger bemannter Mondmissionen von entscheidender Bedeutung.

Die wachsende Problematik des Weltraumschrotts

Der Vorfall lenkt den Blick auf die zunehmende Menge an künstlichen Objekten in der Nähe des Mondes. Während die Nasa bereits in den 1970er-Jahren während des Apollo-Programms bewusst Raketenstufen auf den Mond stürzen ließ, um seismische Daten zu gewinnen, hat sich die Situation heute grundlegend geändert. Die schiere Masse an unkontrolliertem Weltraumschrott im Erdorbit und im lunaren Raum sorgt bei Experten für wachsende Besorgnis.

Es besteht die Sorge vor dem sogenannten Kessler-Syndrom. Dabei könnten Kollisionen zwischen Trümmerteilen eine Kettenreaktion auslösen, die immer neue Trümmerwolken erzeugt. Ein solches Szenario könnte den sicheren Aufbau wissenschaftlicher Basisstationen auf dem Mond in den kommenden Jahrzehnten massiv gefährden oder im Extremfall die Raumfahrt in bestimmten Regionen nahezu unmöglich machen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/neues-rathaus-hannover-22813505/ · Foto: Daniel Lengies
Quelle: https://t3n.de/news/spacex-rakete-mond-absturz-1757079/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed