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SpaceX: Booster und Hitzeschild versagen beim 13. Flug des Starship
Technik · 25.07.2026 10:55

SpaceX: Booster und Hitzeschild versagen beim 13. Flug des Starship

Kurz: Der 13. Testflug des Starship von SpaceX offenbart kritische Schwachstellen bei Booster und Hitzeschild, trotz einer erstmals geglückten weichen Landung.

Ein Meilenstein mit bitterem Beigeschmack

Der 13. Testflug des Starship-Systems von SpaceX markierte einen bedeutenden Punkt in der Entwicklung des Raumfahrzeugs. Während das System in der Vergangenheit oft bei der Landung explodierte, gelang diesmal eine weiche Landung. Doch genau dieser Erfolg legte technische Defizite offen, die zuvor durch die Zerstörung des Geräts verborgen blieben. Die Erkenntnisse aus diesem Flug verdeutlichen, dass das Ziel einer schnellen und vollständigen Wiederverwendbarkeit noch in weiter Ferne liegt.

Schwierigkeiten beim Booster-Rückflug

Der Start verlief zunächst nach Plan. Alle 33 Triebwerke des Boosters arbeiteten fehlerfrei und beschleunigten die Rakete auf eine Geschwindigkeit von 5.970 km/h – ein neuer Höchstwert, der über den Werten der vorangegangenen Flüge lag. Nach der Trennung leitete der Booster erfolgreich sein Wendemanöver ein.

Die Probleme begannen jedoch während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre. Bei der dritten Zündsequenz der Triebwerke versagten die Systeme: Von 13 Triebwerken starteten zunächst nur 10. Innerhalb weniger Sekunden fielen zwei weitere aus, gefolgt von drei zusätzlichen Ausfällen. Obwohl im offiziellen Livestream zunächst von einer "eindrucksvollen Landung" die Rede war, bestätigten die Ereignisse ein anderes Bild. Der Booster schwebte nicht wie geplant über der Wasseroberfläche, sondern explodierte beim Kontakt. Die geplante präzise Landung am Fangturm, die ein etwa zehnsekündiges Schweben erfordert hätte, konnte nicht demonstriert werden.

Ursachenforschung für die Triebwerksausfälle

Experten vermuten eine gemeinsame Ursache für das Versagen der Triebwerke. Es ist plausibel, dass die Explosion eines einzelnen Triebwerks eine Kettenreaktion auslöste, die umliegende Aggregate beschädigte. Alternativ könnte die extreme aerodynamische Belastung während des Wiedereintritts, die aufgrund der höheren Geschwindigkeit dieses Fluges besonders intensiv war, die Hardware überfordert haben. Da die Triebwerke gleichzeitig als Teil des Hitzeschutzschildes fungieren, sind sie besonders anfällig.

Für SpaceX ergeben sich daraus schwierige konstruktive Entscheidungen. Mögliche Lösungsansätze wie bauliche Verstärkungen oder zusätzliche Schutzmaßnahmen führen zwangsläufig zu einem höheren Gewicht, was wiederum die Nutzlastkapazität des Systems verringert. Sollte sich die aerodynamische Belastung als Hauptursache bestätigen, könnte ein zusätzliches Bremsmanöver – ähnlich wie bei der Falcon 9 – Abhilfe schaffen, was jedoch ebenfalls die Effizienz des Flugprofils einschränkt.

Der Hitzeschild unter der Lupe

Ein weiterer kritischer Punkt betraf den Hitzeschild des Starships. Während der Flugphase im All setzte das Raumschiff erfolgreich 20 Starlink-Satelliten aus. Dieser Vorgang unterstreicht den hohen Bedarf von SpaceX an einer Rakete mit großer Nutzlastkapazität. Um den Zustand des Hitzeschildes zu prüfen, hatte SpaceX einige Satelliten mit Kameras und Beleuchtung ausgestattet.

Die Aufnahmen nach dem Wiedereintritt zeichneten ein ernüchterndes Bild: Zahlreiche Kacheln des Hitzeschutzes wiesen deutliche Schäden an den Kanten auf oder waren teilweise komplett zerstört. Dies widersprach den ersten, vorsichtigen Einschätzungen aus dem Livestream, die keine sichtbaren Schäden gemeldet hatten. Die detaillierte Analyse der Kachelschäden zeigt, dass das System den thermischen und mechanischen Belastungen beim Wiedereintritt in der aktuellen Konfiguration noch nicht dauerhaft standhält.

Ausblick und nächste Schritte

Der 13. Flug hat gezeigt, dass SpaceX zwar Fortschritte bei der Steuerung und Landung macht, die strukturelle Integrität des Systems bei hohen Geschwindigkeiten jedoch noch nicht ausgereift ist. Die kommenden Monate werden für die Ingenieure im Zeichen der Ursachenanalyse stehen. Die Herausforderung besteht darin, das Starship robuster zu gestalten, ohne die Leistungsfähigkeit durch ein zu hohes Eigengewicht zu stark zu beschneiden. Ob die angestrebte schnelle Wiederverwendbarkeit mit der aktuellen Architektur realisierbar ist, bleibt eine der zentralen Fragen für die weitere Entwicklung des Programms.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/computer-abluftventilator-2643596/ · Foto: Dave Morgan
Quelle: https://www.golem.de/news/spacex-booster-und-hitzeschild-versagen-beim-13-flug-des-starship-2607-211280.html