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Solarauto Sion: Sono Motors endgültig pleite
Technik · 03.08.2026 11:42

Solarauto Sion: Sono Motors endgültig pleite

Kurz: Das Kapitel Sono Motors ist beendet: Nach zehn Jahren endet der Traum vom Solarauto Sion mit der Insolvenz und dem Verkauf des geistigen Eigentums.

Das Ende eines Pionierprojekts

Zehn Jahre nach der Gründung in München zieht das Unternehmen Sono Motors einen endgültigen Schlussstrich unter seine Geschichte. Das Vorhaben, ein massentaugliches Solarauto auf den Markt zu bringen, ist damit offiziell gescheitert. Zum 31. Juli 2026 stellte die Sono Motors GmbH ihr operatives Geschäft ein, woraufhin ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Die Geschäftsführer Denis Azhar und Jan Schiermeister bestätigten diesen Schritt Anfang August 2026.

Ausverkauf des technologischen Erbes

Mit der Insolvenz geht ein umfassender Abverkauf einher. Zum Portfolio, das nun interessierten Käufern angeboten wird, gehört das gesamte geistige Eigentum (IP) des Unternehmens. Dies umfasst nicht nur die spezifische Solarintegration des Fahrzeugmodells Sion, sondern auch Hardwarekomponenten wie Solarladeregler für Fahrzeuge sowie die zugehörigen Solar Data Services und technische Dokumentationen.

Das Ziel der Geschäftsführung ist es, einen Investor zu finden, der das technologische Potenzial der entwickelten Solarfolien erkennt und die marktreifen Produkte in einem größeren Maßstab weiterführt. Ob sich für diese Assets ein Käufer findet, bleibt abzuwarten.

Hintergrund des Scheiterns

Die Entwicklung des Unternehmens war von zahlreichen Rückschlägen geprägt. Ursprünglich wollten die Gründer Laurin Hahn und Jona Christians mit dem Sion ein Elektroauto etablieren, das seine Energie über integrierte Solarzellen bezieht. Trotz rund 45.000 Reservierungen musste das Projekt bereits im Februar 2023 aufgrund fehlender Produktionsfinanzierung eingestellt werden. In der Folge versuchte das Unternehmen, sich als Zulieferer für Solarfolien für Busse und Lastwagen neu zu erfinden, konnte jedoch auch hier keine nachhaltige wirtschaftliche Basis schaffen.

Nach einem Management-Buy-out im März 2026, bei dem die Geschäftsführer die GmbH für einen symbolischen Euro übernahmen – inklusive Verbindlichkeiten von 10,5 Millionen Euro gegenüber der Sono Group –, scheiterten alle weiteren Versuche, eine Anschlussfinanzierung zu sichern. Die intensiven Gespräche mit potenziellen Ankerinvestoren brachten nicht den erhofften Erfolg.

Die Neuausrichtung der Sono Group

Während die GmbH in die Insolvenz geht, bleibt die in den Niederlanden ansässige Muttergesellschaft, die Sono Group N.V., von diesem Verfahren unberührt. Sie hatte sich bereits im März 2026 vollständig vom Solargeschäft getrennt. Unter der Leitung von Kevin McGurn Leitung von Kevin McGurn hat sich das Geschäftsmodell der Sono Group grundlegend gewandelt: Das Unternehmen konzentriert sich nun auf den Erwerb von Bitcoins und die Generierung von Renditen durch sogenannte Covered-Call-Strategien. McGurn, der seit April 2026 zudem als Interims-CEO von Trump Media fungiert, steuert damit einen Kurs, der mit der ursprünglichen Vision der Mobilitätswende nichts mehr gemein hat.

Die Zukunft der von Sono Motors entwickelten Technologien liegt nun in den Händen potenzieller Käufer, die das Erbe des einstigen Solarauto-Pioniers übernehmen könnten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/nahaufnahme-von-bauteilen-auf-einer-elektronischen-leiterplatte-36169775/ · Foto: Jakub Pabis
Quelle: https://www.golem.de/news/solarauto-sion-insolvente-firma-sono-motors-verkauft-hardware-und-know-how-2608-211536.html